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Das Verstärkeramt am Ortseingang von Kochel soll abgerissen werden. Eine neuerliche Petition will das verhindern.

Im Landtag

Kochler Verstärkeramt: Neue Petition gegen Abriss

  • Alois Ostler
    vonAlois Ostler
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Mit einer neuerlichen Landtags-Petition will der Weilheimer Achitekt Heiko Folkerts die Abrisserlaubnis für das ehemalige Kochler Verstärkeramt aufheben lassen.

Kochel am See – Der von namhaften deutschen und österreichischen Architektur- und Kunsthistorikern unterstützte Antrag wurde am Montag eingereicht, sagte Heiko Folkerts. Er hatte bereits im Sommer 2018 mit einer Petition dafür gesorgt, dass der markante Gebäudekomplex am nördlichen Ortseingang von Kochel in die Denkmalliste aufgenommen worden war.

Der Kochler Bürgermeister hat die Petition „zur Kenntnis genommen“ und ärgert sich, dass „Herr Folkerts nun zum wiederholten Mal versucht, das für die Gemeinde Kochel so wichtige Vorhaben zu torpedieren“. Wie mehrfach berichtet hatte die Kommune für das über 5000 Quadratmeter große Areal ein Nutzungskonzept entwickelt. Der nach wie vor gültige Bebauungsplan sieht neben dem gemeindlichen Bauhof insgesamt 16 Wohnungen vor und rund 170 Quadratmeter zur Obdachlosenunterbringung. Außerdem sind Räumlichkeiten für die Jugend und Vereine geplant. Die Gemeinde Kochel hatte erste Teile des Verstärkeramts bereits 2013 gekauft, das restliche Areal wurde 2017 erworben.

Der Kochler Bürgermeister ist ungehalten darüber, dass in der Petition zahlreiche Darstellungen „nachweislich nicht der Wahrheit entsprechen“. Holz erinnert in erster Linie daran, dass das Landesamt für Denkmalpflege an dem Bebauungsplanverfahren beteiligt war, aber keine Stellungnahme abgegeben hatte. Deshalb „musste und konnte davon ausgegangen werden, dass ... keine denkmalschutzrechtlichen Belange entgegenstehen“. Erst einen Monat nach dem Satzungsbeschluss habe das Landesamt für Denkmalpflege Ende August 2018 festgestellt, „dass es sich beim ehemaligen Verstärkeramt um ein Baudenkmal han-delt“. Die Behörde habe dabei einen Vertrauensschutz eingeräumt, weil die Gemeinde davon ausgehen konnte, „dass eine Denkmaleigenschaft nicht vorhanden ist“.

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Der Bürgermeister erinnert in seiner Stellungnahme außerdem daran, „dass die Gemeinde seit vielen Jahren auf der Suche nach einem geeigneten Standort für den gemeindlichen Bauhof ist“. Die Pläne für einen Neubau am jetzigen Standort an der Triministraße seien aber aufgrund des sehr schlechten Baugrunds gescheitert. Das werde von Folkerts ignoriert.

Einzige Bewohnerin in dem Gebäude ist eine 87-jährige Mieterin. „Ihr Mann war lange Jahre Leiter des Verstärkeramts“, sagt Folkerts. Ansonsten „verlottere“ das e Haus. „Das ist skandalös“, so der Architekt.

Der Gemeinderat stehe zum Planungskonzept, sagt Bürgermeister Holz. Deshalb habe man den Abriss-Antrag gestellt, dem die Untere Denkmalschutzbehörde am 1. Oktober 2019 zugestimmt habe. 

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