Kollision bei Kochel am See

Zwei Verletzte bei Wildunfall

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Ein Wildunfall ereignete sich in der Nacht zum Samstag bei Kochel am See. Der Jagdverband warnt davor, dass die Gefahr derzeit besonders hoch ist. Der Grund: Liebe macht blind.

Kochel am See - Zwei Verletzte und Sachschaden in Höhe von 11 000 Euro: Das ist die Bilanz eines Wildunfalls, der sich in der Nacht zum Samstag ereignete. Nach Angaben der Polizei war eine 18-jährige Penzbergerin gegen 3.10 Uhr mit ihrem BMW auf der B 11 von Ried kommend in Richtung Pessenbach unterwegs. Kurz nach dem dortigen Gewerbegebiet lief ein Reh von rechts auf die Fahrbahn. Die Penzbergerin konnte einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern, obwohl sie sofort eine Vollbremsung einlegte. 

Der 21-jährige Penzberger hinter ihr erkannte die Situation allerdings zu spät und fuhr mit seinem Wagen auf den BMW auf. Beide Autos waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Die beiden leicht verletzten Fahrer wurden im Penzberger Krankenhaus ärztlich versorgt. 

Das Rehwild, so die Polizei, hat dem ersten Anschein nach den Unfall überstanden. Nach dem Überqueren der Fahrbahn verschwand es im Wald. 

Darauf, dass das Risiko für Wildunfälle jetzt besonders hoch ist, weist der Bayerische Jagdverband (BJV) hin. Rehwild habe bis Mitte August Paarungszeit, heißt es in einer Pressemitteilung. „In dieser Zeit treibt der Rehbock unermüdlich die Geiß – auch über Straßen.“ Die Gefahr von Wildunfällen sei „gerade zu Stoßzeiten und im dichten Berufsverkehr hoch: In den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung sind die Tiere besonders aktiv.“ Der BJV bittet daher um besondere Aufmerksamkeit – vor allem bei Fahrten durch Waldstücke, entlang von Hecken oder auch Maisfeldern.  „Ein Reh kommt zur Zeit der Brunft auch selten allein. Meist folgt der Geiß ein Bock“, erklärt der BJV. 

Tauche auf der Fahrbahn ein Reh auf, sollte gegebenenfalls sofort abgeblendet und kontrolliert gebremst werden. „Ist ein Zusammenstoß nicht mehr zu verhindern, muss das Lenkrad unbedingt gerade gehalten werden – keinesfalls sollten unkontrollierte Ausweichmanöver versucht werden.“ 

Hat sich ein Zusammenstoß ereignet, müsse als erstes die Unfallstelle gesichert werden. „Personenschutz geht vor“, so der BJV. Verletzte Tiere sollten keinesfalls angefasst, tote Tiere nicht mitgenommen werden. Auch wenn das Tier nach der Kollision scheinbar unversehrt weiterläuft, muss die Polizei informiert werden. Die Tiere seien tatsächlich meist verletzt. „Die Polizei informiert den Jagdpächter, der sich mit seinem Jagdhund auf die Suche nach dem verletzten Wild macht. Nur so kann das leidende Tier vom zuständigen Jäger erlöst werden.“ Zudem bezahle auch die Versicherung der Schaden nur, wenn die Polizei den Wildunfall bestätigt.

Rubriklistenbild: © dpa

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