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Sie kandidieren für die „Mitte“: (v. li.) Dorota Koper-Emde, Carla Albers, Rosemarie Marksteiner, Sonja Mayer, Sandra Wustmann und Kristin Woy.

Nominierung der „Mitte“

Auf dieser Gemeinderatsliste in Kochel kandidieren nur Frauen

Rosemarie Markstreiner, die bisher für die SPD im Gemeinderat Kochel sitzt, hat nach einem Konflikt eine eigene Liste aufgestellt und zwar eine rein weibliche.

Kochel am See Nachdem eine Initiative für die Aufstellung einer Kochler Gemeinschaftsliste mit 32 Kandidaten am Widerstand zweier Gruppierungen gescheitert war, tut sich nun eine bunte Vielfalt im Vorfeld der Gemeinderatswahlen auf. Auf den Wähler warten am 15. März voraussichtlich nicht weniger als acht Wahlvorschläge.

Einer davon wird die von Rosemarie Marksteiner gegründete Liste „Mitte“ sein, die am Dienstagabend über ihre Kandidaten abgestimmt hat. Die parteifreie Gemeinderätin ist diesen Weg gegangen, weil man sie nach ihren Worten „auf der SPD-Liste nicht mehr haben wollte“.

Kandidatinnen sind alle zwischen 44 und 53 Jahre alt und berufstätig

Zur Abstimmung präsentierten Rosemarie Marksteiner und ihre Mitstreiterinnen nun eine vorbereitete reine Frauenliste mit sechs Kandidatinnen, die alle zwischen 53 und 44 Jahre, also mittleren Alters, berufstätig sind und Familien haben.

Warum hat Rosemarie Marksteiner ihre Liste „Mitte“ genannt? Diese Frage beantwortet sie so: „Wir stehen mitten im Leben und wollen die Entscheidungen zum Wohle der Gemeinde miteinander lösen.“ Und sie sagt: „Wir Frauen machen im Dorf 50 Prozent der Bevölkerung aus, da sollten eigentlich im Ratsgremium mehr als zwei Frauen vertreten sein.“ Frauen würden die Diskussion bereichern, weil sie einen etwas anderen Blick auf die Themen hätten, fügte sie hinzu.

Die „Mitte“ von Rosemarie Marksteiner braucht noch 80 Unterstützerunterschriften

Das wurde auch bei der persönlichen Vorstellung der sechs Bewerberinnen deutlich, die sich vorrangig zu den Themen Familie, Bildung, Jugendarbeit, Betreuungsangebote, Ortsentwicklung, bezahlbarer Wohnraum und Nachhaltigkeit äußerten.

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Zur Abstimmung über den Wahlvorschlag der „Mitte“ waren 19 wahlberechtigte Kochler erschienen. Die Versammlung folgte dem Vorschlag von Wahlleiter Richard Huber, per Blockwahl über die vorbereitete Liste abzustimmen. Dabei ergab sich in geheimer Abstimmung ein Ergebnis von 19:0. Ein Versammlungsteilnehmer wies auf das Kommunalwahlrecht hin, wonach niemand bei mehreren Listen unterschreiben dürfe , sonst sei die Wahl ungültig.

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Damit die „Mitte“ als neuer Wahlvorschlag zugelassen werden kann, sind 80 sogenannte Unterstützerunterschriften notwendig. Wahlberechtigte Kochler können sich ab diesem Donnerstag im Bürgerbüro des Kochler Rathauses eintragen. Rosemarie Marksteiner warb in der Nominierungsversammlung um entsprechende Unterstützung: „Ich hoffe, dass unsere Bewerbung daran nicht scheitern wird.“

Rainer Bannier

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