+
Präsentierten die Audioguide-Station am Bahnhof (v.li.): Manuel Huber, der die App technisch umgesetzt hat, Museumsleiterin Cathrin Klingsöhr-Leroy, Bürgermeister Thomas Holz und Museumspädagogin Silke Lühr.

Gemeinde und Museum kooperieren

Kunstspaziergang 2.0

Einen Themenweg auf den Spuren Franz Marcs und seiner Werke gibt es schon lange in Kochel. Nun hat die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Franz-Marc-Museum einen Audioguide als App fürs Smartphone herausgebracht: Damit können sich Kunstinteressierte ab sofort völlig flexibel auf einen Kunstspaziergang durch den Ort machen.

Kochel am See – „Unsere Kunstspaziergänge sind sehr beliebt“, sagte Bürgermeister Thomas Holz bei der Vorstellung der App am Freitag in der Tourist-Information. Viele Ausflügler und Urlauber kämen nach Kochel – die Gästeankünfte hätten 2016 einen erneuten Rekordwert erreicht – um unter anderem mehr über den berühmten Expressionisten zu erfahren, der hier zeitweise seine Heimat gefunden und viel gemalt hat.

Um diese Gäste dauerhaft zu halten, sei es wichtig, mit der Zeit zu gehen und sich auch im Tourismus auf die Nutzung von Smartphones und Tablets einzustellen. Unabhängig von jeder Führung kann der Kunstinteressierte mit Hilfe der App jetzt zu insgesamt 10 Stationen rund um Kochel wandern, an denen Franz Marc einst malte – etwa an das Ufer des Kochelsees, auf die Staffelalm oder die Kohlleite. Ohne in Reiseführern blättern zu müssen, kann man seinen Blick über die Landschaft schweifen lassen, überlegen, wie sie Marc inspiriert hat, die Kühe auf der Weide mit denen in seinen Bildern vergleichen und – so Museumsleiterin Dr. Cathrin Klingsöhr-Leroy – sich Gedanken zu Realität, Abstraktion und Farbtheorie machen.

Infotafeln an den einzelnen Stationen, auf denen jeweils eines seiner Werke abgebildet ist, sollen zusammen mit dem digitalen Audioguide Informationen rund um das Leben des Künstlers und sein Wirken in der Region im zeitgeschichtlichen und kunsthistorischen Kontext vermitteln. Und sie sollen Lust darauf machen, im Anschluss an den Spaziergang auch noch das Franz-Marc-Museum zu besuchen, wie der Leiter der Tourist-Info, Manuel Huber, sagte, der die technische Umsetzung des neuen Angebots begleitet hat. Rund 7000 Euro hat es laut Huber gekostet.

Kurzweilig soll der Audioguide sein – dank verschiedener Sprecher und O-Töne von Kochlern sowie Informationen zur Dorfgeschichte oder zum örtlichen Handwerk. Die Einzelbeiträge sollen jeweils rund vier Minuten dauern. Wem der rund eineinhalbstündige Weg zu lange ist, der kann sich jederzeit einzelne Stationen herausgreifen. Franziska Seliger

Die App

funktioniert auch offline und ist für Apple- und Android-Nutzer kostenfrei im App- und Play-Store verfügbar. Eine Karte lokalisiert jeweils die Stationen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Johannifeuer: Vorsicht ist geboten
Zahlreiche Johannifeuer werden am Wochenende wieder entzündet. Das Landratsamt mahnt zur Vorsicht. Durch die anhaltende Hitze herrscht im Landkreis erhöhte …
Johannifeuer: Vorsicht ist geboten
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Donnerstagabend
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Donnerstagabend
Thomas Astan: Von Derricks Bösewicht zum Ordenspriester
„Es gibt nichts Spannenderes als eine Biografie“, findet Irmgard Bromberger. Ein Grund für die Vorsitzende des Katholischen Frauenbunds, das Erzählcafé „Lebenslinien“ in …
Thomas Astan: Von Derricks Bösewicht zum Ordenspriester

Kommentare