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Vokabelpauken in Siebener-Päckchen: Astrid Brüggemann (li.) bei ihrem Vortrag vor Kochler Eltern.

Elternabend an der Schule

Das Lernen lernen

Wie kann ich mein Kind zum Lernen motivieren? Wie lernt es überhaupt am besten? Und was für Tricks gibt es, um das Lernen zu erleichtern? Darüber informierte Astrid Brüggemann vom Verein LVB Lernen nun bei dem Vortrag „Das Lernen lernen“ in der Kochler Grundschule.

Kochel am See Manchmal sind es ganz kleine Dinge, die alles ein bisschen leichter machen. Zum Beispiel dieser Satz: „Formulieren Sie Ihre Aussagen positiv“, riet Brüggemann ihren über 60 Zuhörern am Dienstagabend. Wer seinem Kind Mut machen wolle, solle also nicht etwa sagen: „Du brauchst keine Angst vor der Matheschulaufgabe zu haben.“ Denn allein durch das Wort „Angst“ könne die reale Angst aktiviert werden. Besser sei es etwa zu sagen: „Du hast super gelernt, du schaffst das.“

In ihrem rund eineinhalbstündigen interaktiven Vortrag half Brüggemann den Eltern zu verstehen, warum es manchmal einfach nicht klappen will mit dem Lernen bei ihren Kindern. Etwa deshalb, weil sich kein Mensch mehr als sieben Einzelinformationen auf einmal einprägen könne. Ihr Rat deshalb fürs Vokabelpauken: In Siebener-Päckchen lernen und dann 20 Sekunden Pause machen, „damit das Gehirn nicht überlastet wird“. Auch wichtig zu wissen: Niemals nach dem Lernen Computer spielen oder fernsehen, denn: „Medienkonsum stört das Festsetzen des Gelernten im Langzeitgedächtnis.“ Besser rausgehen, ein Buch lesen oder Sport treiben.

Ganz besonders wichtig sei es, mit Ordnung und Struktur zu lernen. Also beispielsweise die Hefte ordentlich zu führen und Wichtiges farblich zu markieren. Dadurch gehe das Lernen schneller, was wiederum die Lernmotivation puscht. „Wichtig sind Erfolgserlebnisse. So entsteht Motivation“, sagte Brüggemann und betonte die große Bedeutung von regelmäßigen, aber kurzen Wiederholungen. Denn erst dadurch gelange das Gelernte vom Ultrakurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis und werde dort auch dauerhaft verankert. Das spare enorm viel Lern-Zeit vor einer Schulaufgabe. Sie riet dazu, einen Karteikasten anzulegen. Darin: Vokabeln, Fachbegriffe oder schwierige Einmaleins-Aufgaben. Mit Hilfe der Karteikarten könne das Kind dann blitzschnell Gelerntes wiederholen. Auch Lernvideos und Lernplattformen seien gute Hilfsmittel, um etwa Mathe zu begreifen oder Grammatik zu üben. „Und die Kinder lieben das.“

Noch besser unterstützen können Eltern ihre Kinder beim Lernen, wenn sie wissen, was für ein Lerntyp ihr Sprössling ist. Der logisch-abstrakte, vielleicht, der ehrgeizig und strukturiert an alles herangeht, aber alles Kreative ablehnt? Der sicherheitsliebende, der ordentlich und fleißig, aber still und in sich gekehrt ist? Oder doch der emotionale Typ, der zu Selbstvorwürfen neigt und seinen Eltern wahnsinnig viel Geduld abverlangt? Oder der kreativ-chaotische Typ, der zwar fantasievoll, aber unordentlich ist? Jeden einzelnen dieser Typen stellte Brüggemann kurz vor und entwickelte Tipps, wie man ihn individuell beim Lernen unterstützen kann.

Und wenn es dann geklappt hat mit der 2 in Mathe: Soll man sein Kind dann für diese gute Note belohnen? Brüggemann riet davon ab. „Es ist wichtig, die Anstrengung zu belohnen, nicht die Note.“ Geld ist laut Brüggemann als Lohn aber ungeeignet. Sie empfahl: „Bestechen Sie ihr Kind mit Ihrer Zeit.“ Also zum Beispiel mit einem Ausflug oder gemeinsamem Spielen. Franziska Seliger

Internet

Weitere Infos im Internet auf www.lvb-lernen.de.

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