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Hoch über dem Kochelsee: Das Werbefoto mit dem Lieferservice-Kurier im Kienstein-Klettergarten. 

Spektakuläres Foto

Lieferdienst bringt Wanderern am Kochelsee Brotzeit - das steckt dahinter

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Wanderer durften sich hoch über dem Kochelsee über Obatzdn und Schnitzel vom Lieferdienst „Deliveroo“ freuen. Der Bote kletterte mit Rucksack eine Steilwand hinauf. Was dahinter steckt. 

Kochel am See– Da staunten kürzlich die Wanderer hoch über dem Kochelsee nicht schlecht, als plötzlich ein Kurier eine Steilwand hochkletterte und ihnen aus einer Wärmebox bayerische Spezialitäten wie Obatzdn und Schnitzel anbot. Wer nun glaubt, künftig nicht mehr seine Brotzeit im Rucksack schleppen zu müssen, muss jedoch enttäuscht werden. Das Ganze war nämlich nur eine Werbeaktion von Deliveroo, einem international tätigen Lieferdienst für Essen. Dabei ging es offenbar vor allem darum, spektakuläre Fotos zu machen.

Hierfür hatte das in London ansässige Unternehmen, das nach eigenen Angaben in 15 deutschen Städten vor allem mit Fahrradkurieren Gerichte von über 2000 Partnerrestaurants ausliefert, die Ohlstädter Bergsportschule „Die Bergführer“ engagiert. Firmenchef Franz Perchtold hat in seinem Beruf schon einiges erlebt. Zusammen mit seinem Team ermöglicht er den Kunden die unterschiedlichsten Naturerlebnisse, angefangen beim klassischen Klettersteiggehen im Zugspitzgebiet bis hin zur Skitourenreise in Norwegen. Aber der Deliveroo-Auftrag war auch für ihn ziemlich ungewöhnlich. „Als Werbeaktion war das witzig“, sagt er. Zwei seiner Bergführer waren dafür verantwortlich, dass die Outdoor-Lieferung funktionierte. Sie sicherten dazu einen Kurier und einen Fotografen ab, die eine Felswand im Kochler Kienstein-Klettergarten überwinden mussten. Von einem Lieferservice in der alpinen Welt hält Perchtold allerdings nichts. „Die Berge sollen wild und ursprünglich bleiben“, meint er.

Das Bergbild ist und bleibt ein Gag - interessant sind vor allem größere Städte

Für den Lieferservice war es auch nur ein „spielerischer Test“, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung erklärt. In anderen Ländern hatte es ähnlich spektakuläre Essenszustellungen gegeben – etwa per Skydiver in Australien oder per Jetski in England. Eine Versorgung der Bergregion wäre wirtschaftlich gar nicht interessant, räumt eine Sprecherin auf Nachfrage ein. Man konzentriere sich vorerst auf größere Städte. Dort wird übrigens das Lieblingsmenü nicht nur an eine feste Adresse gebracht. Die Firma steuert auch beliebte Picknick-Standorte in Parks an.

Lieferdienste und deren Kunden liefern nicht nur Lebensmittel, sondern auch immer wieder köstliche Geschichten. In Dublin hat ein Vorfall für Lacher gesorgt.

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