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Dieses „liegende weiße Pferd auf schwarzem Grund“ malte Franz Marc 1912. Es war noch nie in Kochel zu sehen und gehört der Fondazione Braglia in Italien.

Neue Sonderausstellung in Kochel

Literatur und Kunst: Mann trifft Marc

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Die neue Sonderausstellung im Franz-Marc-Museum in Kochel wird von zahlreichen besonderen Veranstaltungen begleitet. Auch ein Film über Franz und Maria Marc wird zu sehen sein.

Kochel am See/Sindelsdorf – „Blaues Land und Großstadtlärm“ heißt die neue Sonderausstellung, die am Sonntag im Franz-Marc-Museum in Kochel eröffnet wurde. In der sehr sehenswerten Ausstellung im ersten und zweiten Obergeschoss werden 37 Werke der italienischen Sammlung „Fondazione Braglia“ sowie 136 Bilder aus der Ahlers-Collection (neu) und der Sammlung des Marc-Museums gezeigt, viele davon zum ersten Mal (wir berichteten überregional).

Es geht aber nicht nur um Kunst, sondern auch um Literatur. Museumsdirektorin Dr. Cathrin Klingsöhr-Leroy möchte zeigen, wie unterschiedlich sich der Expressionsmus darstellt – zum einen teilweise sehr strahlend, heiter und emotionsgeladen in der Kunst, zum anderen häufig dunkel und nachdenklich in der Literatur. „Ich möchte diese Brechung zeigen“, sagt die Museumsdirektorin. Aus diesem Grund hat sie den Bildern Texte gegenübergestellt, unter anderem von Thomas, Heinrich und Klaus Mann – eigentlich unabhängig vom Thomas-Mann-Gedenkjahr in Bad Tölz, aber trotzdem eine passende Ergänzung hierzu.

Wer sich in das Thema vertiefen möchte, kann an besonderen Führungen teilnehmen, die die Schauspielerin Jovita Dermota einmal im Monat anbietet. Nächster Termin ist Sonntag, 14. Mai. Ausgewählte literarische Texte, in denen es beispielsweise um Technisierung und Materialismus, Euphorie, Angst und Flucht geht, „kommentieren“ die Bilder und lassen die Ausstellung auf diese Weise lebendig werden.

Zudem wird es erstmals – und wahrscheinlich das einzige Mal – eine Vorführung des Films geben, den Erwin und Steffen Wimmers über Franz und Maria Marc drehten. Der Film wurde im November 2016 einem handverlesenen Publikum gezeigt (wir berichteten). Überraschend ist Erwin Wimmers, der Großneffe von Maria Marc und Mitglied des Stiftungsrats des Museums, heuer verstorben. „Der Film ist sozusagen sein visionäres Vermächtnis“, sagte Klingsöhr-Leroy. Die Vorführung findet am Sonntag, 23. Juli, um 11 Uhr im Museum statt (Anmeldung erforderlich). In dem Film geht es um Kochel, Sindelsdorf und Lenggries sowie darum, was dort noch alles an das Ehepaar Marc erinnert.

Das Museum hat zudem die Smartphone-App fertig gestellt, die Besucher laufend über Sonderausstellungen und die Geschichte des Hauses informiert. „Es gibt nämlich immer wieder großes Interesse an der Architektur“, sagte Klingsöhr-Leroy vergangene Woche beim Rundgang mit der Fachpresse.

Sehr gut angenommen werden auch die Workshops für Kinder in den Ferien. „Es wird sehr geschätzt, dass wir etwas für Kinder machen.“ Zudem sind die Vorbereitungen für 2018 anlaufen – das Museum feiert nächstes Jahr zehnjähriges Bestehen.

Weitere Infos

zu Veranstaltungen rund um die neue Sonderausstellung gibt es im Internet auf der Seite www.franz-marc-museum.de.

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