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Als Heilige Drei Könige ziehen die Kochler Sternsinger von Haus zu Haus. Im Bild die Gruppen des Vorjahres.  

Unterwegs im Loisachtal

Sternsinger hoffen, dass keiner die Tür vor ihrer Nase zuschlägt

Auch im Loisachtal sind in diesen Tagen wieder die Sternsinger unterwegs. Zwei berichten von ihren Erfahrungen

Kochel am See Anfang des Jahres ziehen die Sternsinger wieder durch die Dörfer und von Haus zu Haus. Die Mädchen und Buben überbringen die Botschaft der Heiligen Drei Könige. Dabei bitten sie um Spenden, aber nicht für sich selbst, sondern für notleidende Kinder in aller Welt.

„Letztes Jahr“, so erinnert sich die 13-jährige Carolin Pfleger aus Kochel am See, ,,hat ein Bewohner in Altjoch nachträglich rund 300 Euro gespendet“. Der Mann war nicht zu Hause. Trotzdem haben die Sternsinger den Segensspruch an den Eingang seines Rohbaus geschrieben. „Der Sternträger musste dafür eigens durch den hohen Schnee stapfen“, sagt Pfleger. Die Segensbringer haben sich ungemein gefreut, dass ihr Einsatz im Nachhinein auf diese Weise gewürdigt wurde.

Auch Gruppenleiter Christoph Marksteiner (19) ist schon lange bei der Sternsingeraktion engagiert. Er zieht am 5. und 6. Januar ebenfalls wieder um die Häuser – in einem der fünf Bezirke, in die Kochel unterteilt ist. Auch heuer ist großes Engagement angesagt: 27 der 34 Kochler Ministranten haben sich als Sternsinger angemeldet. Hubertus Klingebiel hat in seiner 15-jährigen Betreuungszeit für die Sternsinger festgestellt, „dass eine große Sensibilität bei den Kindern für das Projekt zu finden ist“. Für den Diakon in der Pfarreiengemeinschaft „ist es immer schön zu sehen, mit welcher Freude die Sternsinger zurückkommen“.

In den einzelnen Gruppen tragen die drei Könige ihre Sprüche vor und singen. Anschließend schreibt der Gruppenleiter „20+C+M+B+18“ an die Haustür. Viele denken, dies stehe für die Anfangsbuchstaben der Könige Caspar, Melchior und Balthasar. Weit gefehlt, sagt Marksteiner. ,,CMB“ steht für Christus mansionem benedicat, was übersetzt bedeutet: Christus segne dieses Haus. Dann bitten die Sternsinger um eine Spende. Dieses Jahr unter dem Motto ,,Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit“. Im Mittelpunkt steht das Beispielland Indien. „In Kochel geht die Hälfte des Erlöses an die Partnergemeinde in Mae Luiza,“ weiß Marksteiner.

Schon Tage vor dem Aussendungsgottesdienst treffen sich die Kochler Ministranten zu einer kleinen Informationsrunde. Es wird ein Film über die Sternsingeraktion gezeigt. „So wissen alle Bescheid, um die Fragen der Hausbewohner beantworten zu können“, so Marksteiner. Natürlich freuen sich die Sternsinger auch über die Süßigkeiten, die sie in manchen Häusern bekommen. Doch meist ist es eine so große Menge, dass ein Teil der Tafel in Murnau und Kochel zugute kommt.

Christoph Marksteiner erzählt auch davon, was er immer als sehr schön und bewegend empfindet. „Die älteren Menschen freuen sich immer sehr über die Sternsinger, besonders wenn sie keinen sonstigen Besuch mehr bekommen.“ Doch es gebe auch negative Erfahrungen, sagt der 19-Jährige. Etwa wenn Jugendliche „es lustig finden und dich beschimpfen“. Oder die Begegnung mit Leuten, die den Brauch nicht kennen „und dir die Tür vor der Nase zuschlagen“. 

Aussendung:

Wegen des schlechten Wetters sind die Sternsinger im Loisachtal heuer erst am Freitag und Samstag unterwegs. Der Aussendungsgottesdienst ist am Freitag, 5. Januar, um 9.30 Uhr in Bichl.

Stefanie Pfleger

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