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Franz-Marc-Museum in Kochel bekommt einen Erweiterungsbau

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Von: Christiane Mühlbauer

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Ein Bauzaun trennt derzeit Museumspark und Neubau-Fläche. Das ehemalige „Reiter-Gebäude“ wurde abgerissen, ein neues Haus entsteht in Kürze.
Ein Bauzaun trennt derzeit Museumspark und Neubau-Fläche. Das ehemalige „Reiter-Gebäude“ wurde abgerissen, ein neues Haus entsteht in Kürze. © Pröhl

Es ist ein ungewohnter Anblick, aber er wird nur von kurzer Dauer sein: Ein Bauzaun hinter dem Franz-Marc-Museum in Kochel schirmt derzeit den Park von einer Baugrube ab. In Kürze wird hier ein Neubau für das Museum entstehen.

Kochel am See - Das neue Haus entsteht auf dem Areal des ehemaligen „Reiter-Gebäudes“, das die Stiftung des Museums erworben hat. Die Bausubstanz des Hauses sei aber zu schlecht gewesen, um es zu erhalten, sagt Museumsdirektorin Dr. Cathrin Klingsöhr-Leroy.

Der Neubau soll mehrere Funktionen erfüllen: Zum einen wird der Platz für die museumspädagogischen Angebote vergrößert, sagt die Direktorin. Die Nachfrage sei groß, und im jetzigen Atelierraum komme man an seine Grenzen. Zudem sieht sie Möglichkeiten, neue Wege für Veranstaltungen auszuprobieren, etwa für ein Musiktheater oder Konzerte. „Die Frage ist, ob wir hier in Kochel genügend Publikum anziehen können“, sagt Klingsöhr-Leroy. Der Neubau wird auch eine Terrasse haben, die die Gäste nutzen können. Alles wird barrierefrei sein.

„Wir brauchen dringend mehr Flächen“

Zum anderen entsteht im Neubau eine Restaurierungswerkstatt samt Depot- und Aufbewahrungsräumen, etwa für Kataloge und Bilderkisten. Auch die Gastronomie kann einen Lagerraum nutzen. „Wir brauchen dringend mehr Flächen“, sagt die Direktorin. Somit werden auch Bereiche im jetzigen Verwaltungsgebäude frei. „Wir haben dann mehr Platz für die Bibliothek und das wissenschaftliche Arbeiten.“ Mindestens zwei Millionen Euro werde die Stiftung Etta und Otto Stangl in den Neubau investieren, sagt Klingsöhr-Leroy. Der Bauantrag ist schon mit den Behörden abgestimmt. „Die Vorarbeiten waren durch Felsen und stehendes Wasser etwas kompliziert“, sagt Bettina Pauly, Pressesprecherin des Museums. Noch ist nicht klar, ob man noch dieses Jahr, spätestens aber im Frühjahr 2022 mit dem Neubau beginnt. Die Fertigstellung ist für 2023 geplant.

In Zusammenhang mit dem Neubau soll auch der Park hinter dem Museum aufgewertet werden. Die Mitarbeiterparkplätze werden ein Stück verlegt, damit der Park ein einheitliches Ganzes wird. Zudem soll er um eine weitere Skulptur, diesmal von Bildhauer Norbert Kricke, erweitert werden.

Sonderausstellung: Horst Antes

Im Museum sind seit Kurzem Werke von Horst Antes ausgestellt. Der Künstler, der vor wenigen Tagen seinen 85. Geburtstag feierte, wurde – wie damals Franz Marc – von den Galeristen Etta und Otto Stangl vertreten. In einer Vitrine sieht man außergewöhnliche Erinnerungsstücke. Zudem gibt es Werke zu sehen, die nur selten ans Licht der Öffentlichkeit kommen.

Der Besucherandrang im Museum sei kontinuierlich, allerdings habe man aufgrund des Lockdowns in diesem und im vergangenen Jahr mit rund 30 000 Besuchern nur etwa halb so viele wie üblich, bedauert Klingsöhr-Leroy. Ins Museum dürfen derzeit nur 60 Personen, die gebeten werden, im Vorfeld über die Webseite eine Uhrzeit zu buchen, um Wartezeiten zu vermeiden. „Das klappt aber ganz gut“, sagt die Direktorin.

2023 stehen August und Elisabeth Macke im Mittelpunkt

Sie arbeitet bereits an den Programmen für 2022 und 2023. Im kommenden Jahr zeigt das Museum Analogien in den Werken von Franz Marc und Gustave Flaubert. Dazu gibt es auch einen besonderen Audioguide. Im Sommer gibt es Werke von Karin Kneffel und Hannsjörg Voth zu sehen. 2023 ist dann eine umfangreiche Schau über August Macke und dessen Frau Elisabeth geplant. Sie wird derzeit im Landesmuseum Münster gezeigt und kommt anschließend nach Kochel.

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