Lawinen verschütten immer wieder die Bundesstraße 11 am Walchensee – so wie hier im Winter 2009. Foto: Polizei/A

Maßnahmen am Fahrenberg in Walchensee

Ein Auffangdamm für Lawinen

Walchensee - Tunnel, Galerien und Aufforstungsmaßnahmen im Steilhang: Zum Schutz vor Lawinen ist am Walchensee bereits viel investiert worden. Nun gibt es Pläne für einen Auffangdamm, der die Schneemassen zurückhalten soll.

Für die Sicherheit der Straßen vor Lawinen im südlichen Landkreis wurden in den vergangenen Jahrzehnten große Summen aufgewendet. Ein Schwerpunkt ist die Bundesstraße 11 entlang des Walchensees. Hier wurde seit den 1970er-Jahren investiert, zum Beispiel in Aufforstungs- und Baumaßnahmen im steilen Gelände, in einen Tunnel und in Galerien. So ist die Straße weitgehend gesichert vor gefährlichen Schneerutschen, die am Fahrenberg aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung entstehen können. Auch eine Sprengbahn wurde gebaut, mit der Schneewächten kontrolliert zum Abgang gebracht werden können.

Wie sich bei der Herbstdienstbesprechung des Lawinenwarndienstes im Landkreis am Dienstag zeigte (siehe auch Bericht unten), gibt es aber immer noch einen neuralgischen Punkt, den sogenannten Krummen Graben. Da in diesem extremen Steilstück Aufforstungen nicht sinnvoll oder sogar unmöglich sind, hat man sich Gedanken über bauliche Maßnahmen am unteren Ende der Rinne gemacht.

Wie der Leiter der Lawinenwarnzentrale in München, Hans Konetschny, vor den Mitgliedern der Kochler Lawinenkommission sagte, wäre es sinnvoll, einen Auffangdamm anzulegen: „Der würde mit einer Dammhöhe von acht Metern für rund 10 000 Kubikmeter Schnee ausgelegt. Damit könnten dann oben am Fahrenberg bei entsprechender Schneelage Wächten bis 1,90 Meter Höhe abgesprengt und noch vor dem Erreichen der Bundesstraße aufgefangen werden“, sagte Konetschny.

Diese Baumaßnahme wäre, so hätten Berechnungen ergeben, auch günstiger als die mit drei Millionen Euro veranschlagte „Überdeckelung“ der Straße. Die hätte zudem den Nachteil, dass der Straßenverkehr während der Bauarbeiten behindert oder ganz unmöglich wäre. Wie Konetschny sagte, werde man diesen Vorschlag den Staatlichen Straßenbauern unterbreiten. Ob und wann er umgesetzt wird, stehe derzeit aber noch nicht fest.

Von Karl Bock

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