Die Steinsperren im Laingraben sind teilweise über 100 Jahre alt und werden jetzt saniert. Das Bild zeigt ein Tosbecken (unterer Bereich) mit Hohlbecken.
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Die Steinsperren im Laingraben sind teilweise über 100 Jahre alt und werden jetzt saniert. Das Bild zeigt ein Tosbecken (unterer Bereich) mit Hohlbecken.

Projekt startet Mitte April

Mehr Sicherheit im Laingraben: Wasserwirtschaftsamt saniert Sperren in Kochel

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim saniert ab Mitte April zehn Bauwerke am Laingraben in Kochel. Die Arbeiten werden in den Sommern bis 2023 durchgeführt. Zeitweise gibt es Behinderungen für Fußgänger.

Kochel am See – Mitte April beginnt das Wasserwirtschaftsamt (WWA) in Weilheim mit Arbeiten an Bauwerken im Laingraben in der Gemeinde Kochel am See. Es ist vorgesehen, schadhafte Bauwerke im Unterlauf des Laingrabens wieder instand zu setzen beziehungsweise teilweise komplett zu erneuern, um den Schutz vor einem Hochwasser zu erhalten, teilt das WWA mit. Die Arbeiten werden von der Flußmeisterstelle in Benediktbeuern im Eigenbetrieb durchgeführt.

Ein Blick ins Archiv des WWA dokumentiert, dass es am Laingraben seit 1727 insgesamt 16 Mal Hochwasser-Ereignisse gab. Mehrfach ist es dabei zu Überschwemmungen am südlichen Ortsrand von Kochel gekommen. „Alten Entwürfen und Bautagebüchern zur Folge wurde der Laingraben Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts im Unterlauf wildbachtechnisch ausgebaut“, so das WWA in einer Pressemitteilung. „Die sanierungsbedürftigen Steinsperren dürften noch aus dieser Zeit stammen und wären demnach über 100 Jahre alt.“

Altersbedingt wiesen die Bauwerke im Unterlauf kleinere bis erhebliche Schäden auf, so das WWA. Der Erhalt sei aus wasserwirtschaftlicher Sicht aber „von höchster Bedeutung und Dringlichkeit“, um den Hochwasserschutz für die Bebauung in Kochel weiterhin gewährleisten zu können.

Insgesamt werden zehn Bauwerke saniert beziehungsweise komplett erneuert. Dabei handelt es sich um Sperren, Sohlrampen und Uferschutzbauten. „Die Sperren sind nicht mehr standsicher“, sagt Johann Huber, Leiter der Flußmeisterstelle in Benediktbeuern. Teilweise seien Steine rausgefallen, an anderen Stellen seien die sogenannten Tosbecken hohl und nicht mehr sicher. „Wenn sie wegbrechen, ist die Standsicherheit nicht mehr gegeben, was bei einem Hochwasser schlimme Folgen hätte“, sagt Huber. Denn wenn es stark regnet, schwillt der Bach im Laingraben schnell an.

Die Kosten veranschlagt das Wasserwirtschaftsamt mit 800 000 Euro. Mitarbeiter der Flußmeisterstelle in Benediktbeuern werden bis 2023 damit beschäftigt sein. Die Arbeiten sind witterungsabhängig und werden von Mitte April bis zirka Ende November durchgeführt, berichtet Huber.

Die Bauarbeiten finden in enger Absprache mit der Gemeinde Kochel statt, denn zeitweise ist es erforderlich, die kleine Brücke über den Laingraben oberhalb der „Alte Straße“ zu sperren. Die Sperrung wird rechtzeitig bekannt gegeben und die Umleitung wird ausgeschildert.

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