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Trauriges Ende der Motorrad-Saison am Kesselberg: 16-Jähriger bricht sich mehrere Knochen

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Von: Andreas Steppan

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Wegen eines schweren Unfall am Kesselberg sperrte die Feuerwehr am Mittwochabend die B11.
Wegen eines schweren Unfall am Kesselberg sperrte die Feuerwehr am Mittwochabend die B11. © Feuerwehr Kochel am See

Bei einem Sturz am Kesselberg wurde ein Leichtkraftrad-Fahrer schwer verletzt. Grund war wohl ein Missgeschick. Die Polizei wundert sich, dass an dem Tag nicht noch mehr passierte.

Kochel am See - Bevor mit dem windigen Herbstwetter am Donnerstag am Kesselberg Ruhe einkehrte, ging es auf der berühmt-berüchtigten Motorradstrecke am Mittwoch noch einmal rund. Trauriger Höhepunkt war zum Saisonfinale ein schwerer Unfall am frühen Abend, bei dem sich ein 16-Jähriger mehrere Knochen brach.

Yamaha-Fahrer (16) stürzt am Kesselberg und schleudert gegen Felswand

Wie die Polizei mitteilt, dürfte nach Zeugenaussagen ein Missgeschick des Fahranfängers die Ursache für den Unfall gewesen sein. Der junge Ebersberger befuhr demnach gegen 18 Uhr die B11 bergabwärts. Beim Durchfahren einer scharfen Linkskurve – sie wird auch „Applauskurve“ genannt –, stützte er mit seinem Leichtkraftrad der Marke Yamaha. Im Anschluss wurde er rücklings gegen eine Felswand geschleudert und verletzte sich schwer.

Vor Ort kümmerten sich laut Polizei Ersthelfer professionell um den Jugendlichen und die Absicherung der Unfallstelle, bis die Rettungskräfte eintrafen. Ein Rettungshubschrauber brachte den 16-Jährigen in die Unfallklinik nach Murnau. Die Feuerwehr Kochel sperrte die Straße für die Dauer der Unfallaufnahme komplett. Der Schaden an der Yamaha wird auf rund 3000 Euro geschätzt.

Kurz vor Saison-Ende: Großer Motorradfahrer-Andrang am Kesselberg

Wie berichtet war es nicht der einzige Kesselberg-Unfall am Mittwoch. Knapp drei Stunden zuvor war ein 19-Jähriger aus dem Landkreis Dachau auf der Serpentinenstrecke gestürzt, weil er zu schnell unterwegs war, um auf eine Ölspur reagieren zu können. Er wurde leicht verletzt. Nicht direkt am Kesselberg, sondern ein Stück weiter auf der B11 beim Kirchelwandtunnel zwischen Urfeld und der Ortschaft Walchensee kollidierte außerdem gegen Mittag ein Pkw beim Überholen mit einem Harley-Davidson-Fahrer.

Dennoch sagt Polizeihauptkommissar Frank Bentz von der Polizeistation Kochel am See: „Dafür, wie viel am Mittwoch los war, ist der Tag eigentlich glimpflich ausgegangen, und man muss froh sein, dass nicht noch mehr passiert ist.“

Dass noch einmal zahlreiche Motorradfahrer den Weg zum Kesselberg suchen würden, war für Bentz und seine Kollegen absehbar. Die Mehrheit der Biker habe Saisonkennzeichen, die Ende Oktober ablaufen. So sahen viele wohl im sonnigen Mittwoch die für heuer womöglich letzte Gelegenheit, noch über die Serpentinenstrecke zu kurven.

Viele Autofahrer beschweren sich über Motorräder am Kesselberg

Die Ordnungshüter hatten sich entsprechend vorbereitet: Die Verkehrspolizeiinspektion Weilheim und die Kontrollgruppe Motorrad postierten sich einmal mehr an der Strecke und verhängten Bußgelder wegen technischer Manipulationen, abgefahrener Reifen, Überholverstößen und einem Kennzeichen-Missbrauch.

Die Präsenz der Beamten hielt einen Teil der Motorradfahrer jedoch nicht davon ab, „risikoreich zu fahren“, wie Bentz berichtet. Selbst als die Polizei am Nachmittag den Verkehr einspurig an dem gestürzten Motorradfahrer vorbeileitete, „wurden wir einmal fast über den Haufen gefahren“, schildert er.

Der betreffende Fahrer sei dann angehalten worden. Zuvor sei am Mittwoch bei der Kochler Polizei schon eine ganze Reihe von Beschwerden eingegangen. Andere Verkehrsteilnehmer beklagten sich über das hohe Aufkommen von Motorradfahrern und teils über deren Fahrweise.

Auch auf der Straße liegende Turnschuhe können zum Risiko werden

Bentz verweist darauf, dass die Fahrer eigentlich nicht nur an einer Unfallstelle, sondern in jedem unübersichtlichen Bereich so fahren müssten, dass sie jederzeit gefahrlos anhalten könnten. Die Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern dürfe „nur unter den günstigsten Umständen“ ausgeschöpft werden. Die Ölspur, die den 19-Jährigen zu Fall brachte, sei nur eines von vielen möglichen unerwarteten Hindernissen, die speziell Motorradfahrern gefährlich werden könnten.

„Die Kesselbergstraße ist stark frequentiert, das hinterlässt Spuren“, betont Bentz. Dadurch könne zum einen die Fahrbahn rutschiger werden, zum anderen verlören immer wieder Autos entweder Betriebsstoffe, Fahrzeug- oder Ladungsteile. „Neulich hatten wir Turnschuhe auf der Straße liegen, die einem Auto vom Dach gefallen waren. Auch das kann für einen Motorradfahrer fatal sein, wenn er sie nicht vorher sieht.“

Wie die Unfallbilanz dieser Saison am Kesselberg in Zahlen ausfällt, das wird erst in einigen Wochen ausgewertet sein. Tendenziell, so Bentz, sei es im verregneten Sommer ruhiger zugegangen, dafür ging es im Herbst noch öfters rund.

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