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Ob die Fahrbahnteiler bleiben, will das Staatliche Bauamt heuer entscheiden. Manche Raser machen sich einen Spaß daraus, diese mit den Schultern zu berühren.

Motorradsaison beginnt

Kesselberg: Polizei will mehr kontrollieren

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Mit den ersten schönen Frühlingstagen hat wieder die Motorradsaison am Kesselberg begonnen. Das Straßenbauamt will heuer entscheiden, ob es sinnvoll ist, die Fahrbahnteiler zu belassen. 

Kochel am See20 Unfälle mit Motorradfahrern haben sich im vergangenen Jahr am Kesselberg ereignet, bei einem starb im Juni ein 31 Jahre alter Mann.„Es war der erste tödliche Unfall seit 2012“, berichtet Lars Werner, Verkehrssachbearbeiter der Tölzer Polizei. Er verzeichnete 2018 elf Schwer- und zehn Leichtverletzte. Zum Vergleich: 2017 waren es 23 Unfälle mit elf Schwer- und fünf Leichtverletzten. Ein Großteil der Unfälle ereignet sich wochentags zwischen 16 und 20 Uhr. „Das sind die klassischen Feierabend-Ausflügler“, sagt Werner. Die meisten kommen aus den drei umliegenden Landkreisen und aus dem Großraum München.

Das schöne Wetter im vergangenen Sommer habe auch zur großen Zahl an Ausflüglern am Kesselberg geführt, sagt der Kochler Polizeichef Steffen Wiedemann. Er schert nicht alle Motorradfahrer über einen Kamm: „Es gibt auch Vernünftige, die diszipliniert fahren und es begrüßen, wenn die Polizei vor Ort ist, um die Raser zu verfolgen.“ Denn unter deren Verhalten würden auch sie leiden. Wiedemann zufolge wird die Polizei am Kesselberg heuer mehr Präsenz zeigen. „Wir werden mit mehr Zivilkräften arbeiten.“

Laut Polizeipräsidium Oberbayern werden die Beamten wieder von der eigens eingerichteten Kontrollgruppe Motorrad unterstützt. „Die Hauptursache von Motorradunfällen ist nach wie vor eine nicht angepasste beziehungsweise überhöhte Geschwindigkeit“, heißt es in einer Pressemitteilung.

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Das Staatliche Bauamt hat in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Maßnahmen versucht, die Unfallzahlen am Kesselberg einzudämmen. Es gibt Unterfahrschutz an den Leitplanken, sodass man bei einem Sturz nicht unter den scharfkantigen Planken durchrutscht. Getestet wurden auch Rüttelstreifen. Diese wurden 2018 wieder ausgefräst. Sie hatten sich nicht bewährt und waren abgefahren. Seit zwei Jahren gibt es nun an einigen Stellen Fahrbahnteiler. In diesem Sommer soll entschieden werden, ob sie bleiben oder nicht, sagt Martin Herda vom Staatlichen Bauamt. Dazu werden die Unfälle und die Stellen ausgewertet, dann kommt die Unfallkommission zusammen und bespricht die Lage.

Herda möchte sich nicht festlegen, in welche Richtung die Entscheidung fällt. „Es gibt Vor- und Nachteile.“ Man habe beobachtet, dass einige Raser sogar versuchen würden, die schwenkbaren Teiler mit der Schulter zu berühren. Andere Motorradfahrer würden sie abhalten, auf die andere Fahrbahnseite zu fahren. Probleme habe auf jeden Fall der Winterdienst: In den Teilern sammle sich Schnee, dadurch komme es zu mehr Glatteis.

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Hier hält Polizeichef Wiedemann dagegen: „Dadurch ist kein Unfall entstanden. Es wird ja auch gesalzen.“ Aus seiner Polizei-Sicht sind die Fahrbahnteiler „absolut sinnvoll“.

Den rasenden Motorradfahrern Einhalt zu gebieten, das fordert ganz klar auch die Gemeinde Kochel: „Hier muss was passieren“, sagt Bürgermeister Thomas Holz. Die Fahrbahnteiler seien „ein großer Schritt“, aber man müsse natürlich offen Bilanz ziehen. Er fordert aber Maßnahmen von allen Seiten, etwa auch ein entlastendes Verkehrskonzept für das Kochel-Walchensee-Gebiet: „Der Zufahrtsverkehr ist eine enorme Belastung für Bürger und Urlaubsgäste.“

Holz denkt bezüglich der Maßnahmen auch an zahlreiche Kochler Ehrenamtliche, die bei Verkehrsunfällen ausrücken, etwa an die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. An manchen Tagen seien sie mehrfach im Einsatz. Was sie bei Unfällen zu sehen bekämen, sei psychisch sehr belastend, sagt der Bürgermeister.

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