Geröllmassen machen die Straße zwischen Sachenbach und Urfeld unpassierbar.
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Geröllmassen machen die Straße zwischen Sachenbach und Urfeld unpassierbar.

Zwischen Urfeld und Sachenbach

Nach Murenabgang am Walchensee: Gefahr am Hang beseitigt - Sperrung trotzdem verlängert

  • Andreas Steppan
    VonAndreas Steppan
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Instabile große Steine im Hang bedrohten nach einem Murenabgang am Walchensee die Staatsstraße zwischen Urfeld und Sachenbach. Doch auch nachdem diese beseitigt sind, bleibt die Verbindung vorerst unpassierbar.

Update vom 1. Juli:

Die Staatsstraße zwischen Urfeld und Sachenbach bleibt nach einem Murenabgang in der Nacht zum vergangenen Donnerstag auch kommende Woche gesperrt. Das teilt das Staatliche Bauamt Weilheim mit.

Nach Angaben der Behörde wurde diese Woche der Desselgraben von instabil liegenden größeren Steinen und Blöcken befreit. Die Gefahr, dass in dem Bereich, in dem die Mure niederging, Gesteinsbrocken den Hang hinunterfallen, ist somit gebannt. Dennoch werde die Sperrung noch bis zum Freitag, 9. Juli, verlängert. „In der nächsten Woche erfolgt der Abtransport des Murgangmaterials sowie der Aufbau einer Betongleitwand zur provisorischen Absicherung der Straße“, heißt es in der Mitteilung.

Solange bleibt die Straße – für den öffentlichen motorisierten Verkehr ist sie generell nicht offen – auch für Radfahrer und Fußgänger nicht passierbar. Sobald die Straße wieder freigegeben wird, will das Staatliche Bauamt dies noch einmal gesondert bekannt geben. Dann dürfen auch wieder in Inhaber einer speziellen Genehmigung mit dem Auto durchfahren – etwa Anwohner oder land- und forstwirtschaftlicher Verkehr.

Bei dem Murenabgang, beidem sich aufgrund von Starkregen eine Geröll- und Schlammmischung auf die Staatsstraße ergoss, war wie berichtet auch ein 2018 errichteter Steinschlagschutzzaun zerstört worden. Dieser wird nach Angaben des Staatlichen Bauamts bis Ende Juli wieder errichtet.

Update vom 28. Juni:

Wer dieser Tage eine Radltour rund um den Walchensee machen oder von Urfeld aus Richtung Sachenbach spazieren will, dem ist weiterhin der Weg abgeschnitten: Die Staatsstraße 2072 ist im genannten Bereich nach einem Murenabgang noch immer gesperrt. Laut Martin Herda vom Staatlichen Bauamt Weilheim sollen diese Woche nach Möglichkeit die Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Verbindung wieder freigegeben werden kann. Ob sie tatsächlich am Wochenende wieder passierbar ist, kann er aber noch nicht garantieren.

Feldbrocken am Murenstrich am Hang des Jochbergs sorgen weiter für Gefahr

Wie berichtet war wegen der Gewitter in der vergangenen Woche im Bereich des Desselgabens eine Mure aus Geröll und Schlamm abgegangen und hatte die Staatsstraße zwischen Urfeld und Sachenbach unter sich begraben. Laut Herda muss nun zum einen dieses Material weggeräumt und abtransportiert werden.

Das ist aber nicht der einzige ausschlaggebende Punkt. Entlang dem Murenstrich, der laut Herda relativ weit den Jochberg hinauf reicht, sind am Hang noch mehrere größere und kleinere Felsbrocken liegen geblieben. „Bei einigen dieser Blöcke könnte ein kleineres Ereignis, sei es Regen oder oder dass ein Tier dagegen stößt, ausreichen, um sie ins Rollen zu bringen.“

Mure am Walchensee: Experten vor Ort im Einsatz

Daher seien aktuell Experten in der Rinne unterwegs, um zu überprüfen, welche lockeren Gesteinsbrocken aus Sicherheitsgründen herausgenommen werden müssen. Erst wenn das geschehen sei, könne man die Straße wieder sicher passieren. Generell ist die Straße nur für Radler und Fußgänger frei sowie für einzelne motorisierte Verkehrsteilnehmer, die eine Ausnahmegenehmigung haben, etwa land- und forstwirtschaftlicher Verkehr oder Anlieger.

Der 2018 errichtete Steinschlagschutz, der wie berichtet bei dem Murenabgang zerstört wurde, hätte die Straße übrigens nicht vor der Geröll-Schlammmischung schützen können, stellt Herda klar. Dass dieses Bauwerk von Muren umgerissen wird, „das ist so einkalkuliert“, sagt er. „Allerdings hätten wir damit gerechnet, dass so eine Mure eher alle sieben bis zehn Jahre abgeht als erneut nach drei Jahren.“

Ursprüngliche Meldung vom 24. Juni:

Jachenau – Die örtlich mit Starkregen verbundenen Gewitter der vergangenen Tage haben am Walchensee einen Murenabgang ausgelöst. Geröll und Steine haben die Straße zwischen Urfeld und Sachenbach unter sich begraben. Die Verbindung ist deswegen bis auf Weiteres komplett gesperrt – auch für Fußgänger und Radfahrer.

Murenabgang am Walchensee: Straße auch für Wanderer und Radler unpassierbar

Wie das Staatliche Bauamt Weilheim mitteilt, ging die Mure in der Nacht zum Donnerstag im Bereich des Desselgrabens ab. Zu diesem Zeitpunkt wüteten Unwetter im ganzen Oberland, zum Beispiel auch in der Region Starnberg.

Die am Desselgraben am Walchensee verlaufende Staatsstraße 2072 wurde durch einen Steinschlag-Schutzzaun geschützt, der erst 2018 errichtet wurde, geschützt werden. Der wurde aber durch den Murenabgang völlig zerstört.

Murenabgang: Straße am Walchensee auch für Radfahrer und Wanderer gesperrt

Für den motorisierten öffentlichen Verkehr ist die Straße in diesem Bereich ohnehin generell gesperrt. Nur mit einer speziellen Erlaubnis darf sie sonst befahren werden. Aktuell ist sie laut dem Staatlichen Bauamt aber auch für Wanderer und Radfahrer nicht passierbar. Freigegeben werden könne sie erst wieder, wenn zum einen der Schaden beseitigt und zum anderen der Bereich Desselgraben begutachtet wurde.

Weiterhin Gefahr von Murenabgängen am Walchensee

Zum jetzigen Zeitpunkt hält die Behörde weitere Murenabgänge aufgrund von Gewittern und Starkregen für nicht ausgeschlossen. Sobald der Streckenabschnitt wieder offen ist, wird es das Staatliche Bauamt gesondert bekannt geben.

Im Oberland haben die Unwetter der vergangenen Tage schwere Schäden angerichtet. Bereits Anfang Juni machte Starkregen das beliebte Ausflugsziel Pähler Schlucht unpassierbar. Und auch Geschäftsleute leiden unter den Unwettern. So ist die Ernte einer neu gegründeten Gärtnerei völlig zerstört.

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