Naherholungsgebiet 

Nach Chaos-Tagen am Walchensee: Jetzt werden Lösungen diskutiert

An schönen Sommertagen herrschen am Walchensee mitunter chaotische Verhältnisse.

Verstopfte Uferstraßen, zugeparkte Waldränder und kein Durchkommen für die Rettungsdienste: An besonders schönen Tagen im Sommer wird es gefährlich eng am Walchensee. Das soll anders werden. 

Kochel am See – Spätestens seit dem sogenannten Blaulicht-Gipfel am 1. Oktober sind sich alle einig: Am Walchensee muss sich etwas ändern. „Es ist etwas im Gange“, berichtete Bürgermeister Thomas Holz in der Kochler Gemeinderatssitzung am Dienstag. Demnach soll nach vielen Gesprächen an Runden Tischen nun mit einem Zielfindungs-Workshop ein umfassendes Walchensee-Konzept erarbeitet werden. Der zweitägige Workshop mit einer anschließenden Abendveranstaltung findet Anfang Dezember statt.

Veranstalter des Symposiums sind der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und die Gemeinden Kochel und Jachenau. Man habe sich darauf geeinigt, die Kosten von rund 10 000 Euro für den von einem externen Moderator geleiteten Workshop gemeinsam zu tragen. Auf Kochel entfallen also 3300 Euro, die aus dem Tourismus-Budget bestritten werden.

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Für die Koordination rund um das Walchensee-Konzept wird auf ministerieller Ebene Innenstaatssekretär Gerhard Eck zuständig sein. Das hatte der Politiker bei seinem Besuch Anfang Oktober in Kochel zugesagt.

An den beiden Workshops sollen maximal 40 Personen teilnehmen. „Wenn es mehr sind, dann wird die Runde zu groß“, sagte der Bürgermeister. Rund ein Drittel der Runde wird laut Holz mit Vertretern des Landratsamts, der Regierung von Oberbayern und der verschiedenen Ministerien besetzt sein. Nach Auffassung der Gemeinde und der Tourist-Info sollten folgende örtliche Teilnehmer mit dabei sein: die aus Walchensee stammenden Gemeinderäte Reinhard Dollrieß und Isidor Gerg, Vertreter der Tourist-Info und des Tourismus-, Freizeit- und Erholungsausschusses, des Verkehrsvereins Walchensee und der Walchenseestiftung, der Wasserwacht und Feuerwehr Walchensee sowie von der Bergwacht. Mit an den Tisch holen will der Bürgermeister auch Vertreter der Fischereigenossenschaft, des Vereins Dorfleben, der Segelvereine, Surfer und Taucher sowie der Firma Uniper. „Das Unternehmen ist schließlich als Walchensee-Nutzer auch zuständig für die Ufer-Instandhaltung“, sagt der Bürgermeister.

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 Auch Vertreter der Hotellerie und Gastronomie will Holz einladen. Hinsichtlich der Surfer und Taucher müsse noch eine Vorgehensweise gefunden werden, wer diese Sportgruppen vertreten soll. „Sie sind am Walchensee weder in Vereinen noch Verbänden organisiert, so der Bürgermeister.

Was will die Region? Wo will die Region hin? Das werden laut Thomas Holz die zentralen Fragen beim Zielfindungs-Workshop sein. Nicht zur Diskussion stehe eine Debatte über eine mögliche Ausweitung des Landschaftsschutzgebiets in ein Naturschutzgebiet. Ebenso sei das Thema Motorradverkehr aus dem Projekt auszuschließen. Gesondert zu behandeln sei außerdem das Thema Wasserkraft.

Die Teilnehmer des Workshops sollen an den beiden Dezember-Tagen Lösungsvorschläge erarbeiten. Der Bürgermeister hofft, dass sich alle an die Vorgaben des Moderators halten und „ohne jegliche Denkverbote“ an die Arbeit gehen.

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