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Am 13. Oktober waren zahlreiche Bürger gegen die Folgen des Massentourismus‘ auf die Straße gegangen. 

Martin Sperr tritt zurück

Nach Demo am Walchensee: Vereinschef wirft das Handtuch

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Diese Nachricht hat wie eine Bombe eingeschlagen: Martin Sperr legt sein Amt als Vorsitzender des „Verkehrsvereins für das Walchenseegebiet“ nieder. 

Walchensee – Für ihn gebe es keine Motivation zur Fortführung des Amts als Vorsitzender des Verkehrsvereins für das Walchenseegebiet, schreibt Martin Sperr in seiner fünfzeiligen Rücktrittserklärung. Der 58-Jährige führt private und berufliche Gründe ins Feld. Ausschlaggebend aber seien die Vorkommnisse im Zusammenhangmit der Protestaktion am 13. Oktober und der „damit einhergehende Vertrauensverlust“. „So mag ich nicht weiterarbeiten“, sagt Sperr. Die Organisatoren der Demonstration haben nach seiner Einschätzung einen „Frontalangriff auf die Gemeinde“ gestartet und im Vorfeld der Kommunalwahl „mit Falschaussagen Politik gemacht“. Das Vorgehen sei haarsträubend und treibe einen riesigen Keil in die Walchenseer Dorfgemeinschaft. Der Verkehrsverein habe zusammen mit der Gemeinde sowie in der Mitarbeit in der Walchenseekonferenz vieles auf den Weg gebracht. „Und jetzt treten zwei Walchenseer auf, und behaupten, dass nichts passiert“, ärgert sich Sperr.

Einer der beiden Organisatoren der Walchensee-Demonstration ist Reinhard Dollrieß. Für ihn ist der überraschende Rücktritt Sperrs rätselhaft. Die „Anklage“ gegen ihn und seinen Mitstreiter Frank Sommerschuh, der an der Organisation der Demonstration beteiligt war, sei ihm unverständlich. Dollrieß, der Gemeinderat in Kochel ist, versichert, dass die von ihm in der jüngsten Sitzung eingereichten Anträge „nichts mit Wahlkampf zu tun haben“. Dollrieß erklärt, er habe den Verkehrsverein nicht angreifen wollen.

Martin Sperr, Ex-Vorsitzender des Walchenseevereins

Als weiterer Bürger aus Walchensee ist auch Isidor Gerg im Kochler Gemeinderat vertreten. Er kann allerdings die Reaktion von Martin Sperr verstehen, auch wenn „man sie erst verdauen müsse“. Der Rücktritt sei ein herber Verlust für das Dorfleben. Gerg ist mit Sperr der Meinung, dass hier die Walchensee-Probleme von einigen „als Wahlkampfthema missbraucht werden“. Dabei habe der Ortsteil mehr als einmal unter Beweis gestellt, „dass wir viel bewegen können, wenn alle zusammenstehen“. Gerg erinnert dabei an die Lösung für die Dezentrale Abwasserentsorgung.

Zu den Einzelheiten, die zum Rücktritt von Martin Sperr führten, äußert sich Thomas Holz nicht. „Es steht mir nicht an, vereinsinterne Vorgänge öffentlich zu kommentieren“, sagt der Kochler Bürgermeister. Allerdings bedauert er diesen Schritt sehr: „Nicht ohne Grund habe ich Martin Sperr in der Bürgerversammlung im Februar mit der Schmied-von-Kochel-Medaille ausgezeichnet: Er engagiert sich in ganz herausragendem Maße für die Belange seiner Heimat – sei es bei den Sportfreunden, bei der Feuerwehr oder eben seit vielen Jahren in verschiedenen Positionen beim Verkehrsverein.“ Er habe dabei auch immer wieder Verantwortung in erster Reihe übernommen. Nicht nur, dass die enge Zusammenarbeit mit Sperr sehr angenehm und überaus konstruktiv war, gerade als Vorsitzender des Verkehrsvereins habe er vieles auf den Weg gebracht: „Vor allem auch deswegen verlieren wir hier einen überaus engagierten Mann für Walchensee.“

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Als Zweite Vorsitzende wird Monika Werdecker die Geschäfte des Verkehrsvereins kommissarisch übernehmen. Entweder gibt es eine vorgezogene Neuwahl im Frühjahr oder es meldet sich ein Nachrücker aus den eigenen Reihen, sagt sie. Der Vorstand hat sich darüber bereits in einer Ausschusssitzung am Dienstagabend unterhalten.

Archivare und Hobby-Forscher wollen sich besser vernetzen

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