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Geordnete Verhältnisse an der Mautstraße des Forstbetriebs: Dafür sollen verschiedene Maßnahmen wie der Bau von zwei Ausweichparkplätzen sorgen. 

Konzept der Staatsforsten

Neue Parkplätze am Walchensee – aber erst im nächsten Jahr

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Wie kann man dem Parkchaos am Walchensee-Südufer an schönen tagen Herr werden? Der Tölzer Forstbetrieb - ihm gehört die Mautstraße - stellt seine Ideen vor.

Jachenau – Neue Ausweichparkplätze, ein Leitsystem, das möglicherweise schon an der Autobahn Aufschluss gibt, ob es an der Mautstraße noch freie Stellflächen gibt, verlegte Mauthäuschen und Schranken: Die Verbesserungen, die der Tölzer Forstbetrieb am Walchensee plant, waren jüngst bereits Thema im Kochler Gemeinderat. Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann und sein Stellvertreter Robert Krebs erläutern die Pläne im Gespräch mit dem Tölzer Kurier detaillierter – und erklären, warum es heuer nichts mit den geplanten Maßnahmen wird.

Wichtig ist Plochmann vor allem, „dass wir keinen Schnellschuss machen wollten“. Es müsse alles ordentlich geplant und rechtssicher sein – und das dauere eben seine Zeit. „Es geht ja hier auch nicht um 3,50 Euro, sondern um eine Investition im mittleren sechsstelligen Bereich“, sagt Plochmann.

Neue Technik soll zeigen, dass die Parkplätze voll sind

Vorgesehen sind mehrere Maßnahmen, die das an einigen Tagen bestehende Verkehrs- und Parkchaos am Walchensee-Südufer beheben sollen. Bei der Zufahrt von Einsiedl wird das Mauthäuschen ein Stück Richtung See verschoben. Dasselbe gilt für die Zufahrt von der Jachenau aus. Dort befindet sich die Mautstation derzeit kurz hinter dem Ortsschild. „Künftig wird es nur noch etwa 800 Meter vom See entfernt sein“, sagt Krebs. Versehen werden sollen beide Mautstationen mit Schranken. Die seien ohnehin nötig, um die Straße im Winter bei Lawinengefahr sperren zu können, sagt Plochmann. Im Sommer könnten sie allerdings auch dafür sorgen, dass niemand mehr in die Mautstraße einfahren kann, wenn es zu voll wird. Ausfahren ist dagegen jederzeit möglich – ähnlich wie in Parkhäusern. Im alltäglichen Betrieb sollen die Schranken aber immer offen sein, sagt Krebs.

Um überhaupt zu wissen, wann es voll ist, werden beide Mautstationen mit einer Zähl-Technik ausgestattet, die erfasst, wenn Autos ein- oder ausfahren. „So wissen wir immer, wie viele Fahrzeuge sich gerade im Bereich der Mautstraße befinden und wann die 900 Parkplätze innerhalb belegt sind“, sagt Plochmann. Geplant ist auch, die Daten von diesen Zählstationen auf Anzeigetafeln zu senden, die beispielsweise Tagestouristen auf der Autobahn anzeigen, ob es überhaupt noch Sinn hat, zum Walchensee zu fahren. Wo diese Displays stehen sollen, ist noch unklar.

Sind die Stellplätze an der Mautstraße voll, sollen Autofahrer künftig zwei neue Ausweichparkplätze nutzen können. Angelegt werden sie im Bereich der neuen Mauthäuschen, dort, wo momentan noch Wald ist. Bei Einsiedl sollen erst einmal rund 130 Parkplätze entstehen. „Wenn wir sehen, dass das zu klein ist, kann man es modulartig erweitern“, sagt Plochmann. Im Bereich von Niedernach sind vorerst um die 60 zusätzliche Stellflächen vorgesehen. Asphaltiert werden die Bereiche nicht. Geplant ist Schotterrasen. Ein Schotterweg sichert die Erschließung. Ebenfalls ein Schotterweg führt rund um den Ausweichparkplatz. Er dient Autos und Bussen zum Wenden. Bislang staute sich der Verkehr mitunter an den Mautstationen zurück, weil es dort keinen Platz zum Umdrehen gibt.

Forstbetrieb erhöht die Mautgebühren

Die Parkplätze entstehen im Landschaftsschutzgebiet. Das macht die Planung nicht einfacher. Mittels Ausschreibung musste ein Ingenieurbüro für die Vorplanung gesucht werden. Gleichzeitig wurde das Areal vermessen und ein Bodengutachten erstellt. Die Vorplanung musste dann mit den Kommunalpolitikern abgestimmt werden. Derzeit wird an den Eingabeplänen für den Bauantrag gearbeitet. „In vier bis sechs Wochen“, sagt Plochmann, könnte der Antrag bei der Gemeinde eingereicht werden – dann geht er seinen Gang durchs Genehmigungsverfahren. Im Anschluss müssen die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben werden. „Das planen wir für den nächsten Winter“, sagt Plochmann. Ab der Badesaison 2021 könnte dann alles fertig sein. Heuer sei das nicht zu schaffen gewesen – weil das Genehmigungsverfahren dauert, aber auch, weil von März bis Oktober keine Bäume gefällt werde dürfen.

Eine Sache wird sich aber schon in dieser Saison ändern: Der Forstbetrieb erhöht die Mautgebühr. Statt vier Euro werden pro Auto künftig fünf Euro fällig. Auch die übrigen Gebühren würden entsprechend angepasst, sagt Krebs. Wer Maut zahlt, zahlt weiterhin nichts fürs Parken. Für die geplanten Ausweichparkplätze wird es eine andere Regelung geben. Wer dort hält, muss keine Maut entrichten, dafür aber eine Parkgebühr. Wie hoch die sein wird – „das sprechen wir mit den Gemeinden Jachenau, Kochel und Wallgau ab“, sagt Plochmann. Es ergebe ja keinen Sinn, wenn überall unterschiedlich hohe Beträge verlangt würden.

Große Hoffnungen ruhen auf den neuen Rangern

Große Hoffnungen setzt Plochmann in die Walchensee-Ranger, deren Einstellung der Kreistag gerade beschlossen hat. Schon der kurze Testlauf im vergangenen Jahr habe gezeigt, wie viel es bringe, wenn das Einhalten der Verbote auch von jemandem kontrolliert werde, sagt Plochmann. Das beginnt beim Nachtparkverbot an der Mautstraße und endet beim illegalen Feuermachen. Das Problem bislang war auch, dass viele Verstöße nach dem Straßenverkehrsrecht geahndet wurden. Die Bußgelder waren gering. „Künftig wird nach dem Naturschutzrecht sanktioniert“, sagt Krebs. Und hier sind die Strafen deutlich empfindlicher. Insgesamt, glaubt Plochmann, werden die Walchensee-Ranger „einen sehr positiven Effekt haben. Wir sind sehr dankbar, dass der Kreistag diese Stellen beschlossen hat“.

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