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Beliebt bei Kindern und Familien: Die Ötzlifte am Rabenkopf bei Kochel. 

Wintersport

Kinderseilbahn kaputt: Ötzlifte warten auf Spezial-Elektriker

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Die Kinderseilbahn am Rabenkopf bei Kochel darf nicht fahren, weil die Technik veraltet ist. Immerhin: Der untere Schlepper der Ötzlifte hat die TÜV-Prüfung bestanden.

Kochel am See– Kein Schnee, kein Betrieb: Für die Ötzlifte am Rabenkopf bei Kochel gilt das noch. Dort gibt es keine künstliche Beschneiung. Kommt der Wintereinbruch, stehen die beiden Schlepper, der untere 800 Meter, der obere 500 Meter lang, betriebsbereit. „Wir sind bei den letzten Vorbereitungen“, sagt Michael Krinner, einer der vier Liftbetreiber, auf Nachfrage. Der untere Schlepper habe soeben die Seilprüfung des TÜV überstanden.

Doch es gibt auch ein gewaltiges Problem am Rabenkopf: Lift Nummer drei, die Kinderseilbahn, darf nach wie vor nicht fahren – obwohl sie es theoretisch noch könnte. Die Seilbahnaufsicht der Regierung von Oberbayern hat den Betrieb bereits im vergangenen Winter untersagt. Der TÜV hatte laut Krinner angeprangert, dass die Pläne des Schaltschranks nicht mehr auf dem aktuellen Stand und der Stromfluss deshalb nicht mehr nachvollziehbar sei. Die Pläne stammen noch aus dem Jahr 1969, in dem der Kinderlift fertiggestellt worden war. Seither wurde – auch aus Sicherheitsgründen – immer wieder nachgerüstet, aber die Pläne eben nicht aktualisiert. Diese Ungenauigkeit geht laut Krinner auf eine Geretsrieder Firma zurück, die die Anlage bis 1999 betrieb und dann der heutigen Betreibergesellschaft für eine symbolische D-Mark übereignete.

Ihre Anziehungskraft bei Familien mit kleinen Kindern haben die Ötzlifte bereits im vergangenen Winter etwas verloren. Den Ausfall der Kinderseilbahn habe man gemerkt. „Das hat sich weit herumgesprochen“, sagt Krinner. Eine Lösung des Problems sei in diesem Jahr nicht mehr in Sicht. „Der Schaltkasten entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Da ist schon ein ganz schönes Kabelwirrwarr drin.“

Entwirren könnte es ein auf Seilbahnen spezialisierter Elektriker aus Waakirchen, sagt Krinner. Der sei aber international im Einsatz und unheimlich schwierig zu erreichen. Die Kochler Firma Dorst, die ebenfalls Schaltkästen baut, habe sich bereits angeboten – sich dann aber wieder zurückgezogen. Laut Krinner braucht es spezielle Zertifikate, um eine Seilbahn elektrisch instandsetzen zu dürfen. Wann das geschieht, können die Liftbetreiber aktuell nicht sagen.

Und sollte der Spezial-Elektriker einen neuen Schaltschrank samt Verkabelung hinbekommen, müsse man erst einmal einen Termin beim TÜV bekommen. Anschließend müsste die Seilbahnaufsicht des Freistaats die Anlage abnehmen.

Immerhin: Mit finanzieller Unterstützung darf gerechnet werden. Rund 3000 Euro kommen aus den Erlösen des Kochler Adventsmarktes und der beiden Kindersachenbasare in Schlehdorf zusammen. Krinner kalkuliert mit Kosten von rund 4000 Euro für die neue Technik des Kinderlifts und 3000 Euro für ein neues Seil.

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