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Den Wahlschein kann man in Kochel auch online beantragen. Doch dabei wurde versehentlich ein falscher Link gesetzt, entschuldigt sich die Gemeinde.

Vor der Bundestagswahl

Online-Panne legt fremde Daten offen

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Eine veritable Online-Panne gab es bei der Gemeinde Kochel am See im Vorfeld der Bundestagswahl. Wer im Internet einen Wahlschein beantragen wollte, der sah plötzlich die Daten eines anderen Bürgers.

Kochel am See/Schlehdorf– Gerhard Keller staunte nicht schlecht, als er am Sonntag auf der Internetseite der Gemeinde Kochel online seinen Wahlschein beantragen wollte. Denn was er da plötzlich vor sich hatte, waren die Daten einer anderen Person aus der Verwaltungsgemeinschaft: Vor- und Familienname, Adresse, Geburtsdatum und die persönliche Nummer im Wählerverzeichnis. „Ich dachte, ich sehe nicht richtig“, sagt der Schlehdorfer.

Ähnlich wie Keller dürfte es am Sonntag auch einigen anderen Bürgern aus der Verwaltungsgemeinschaft gegangen sein. Man musste sich, berichtet Keller, nicht erst einloggen, sondern konnte beim Aufrufen der Seite diese Daten unmittelbar sehen.

Von unserer Zeitung damit konfrontiert, hat die Gemeinde Kochel sofort Konsequenzen gezogen. Und Bürgermeister Thomas Holz entschuldigt sich vielmals – bei allen Bürgern und bei der betroffenen Person, die er auch noch persönlich besuchen wird. „Es ist leider unserer Verwaltung passiert, dass ein falscher Link freigeschaltet wurde“, sagt der Bürgermeister. Das Ganze sei „äußert unangenehm“ und „durch nichts zu entschuldigen“, sagt Holz. Auch in der Abteilung im Kochler Rathaus sei man sehr betroffen. „Es tut den Mitarbeitern sehr sehr leid.“

Die Seite, auf der man den Wahlschein online beantragen kann, wird eigentlich vom Dienstleister „Kommuna“ betreut. Doch diesem sei kein Vorwurf zu machen, der Fehler sei in der eigenen Verwaltung passiert, so der Bürgermeister. Der Link war seit Sonntag um 0 Uhr öffentlich. Die Gemeinde hatte den Bürgern mitgeteilt, dass sie ab diesem Zeitpunkt den Wahlschein beantragen könnten. Derzeit sei man dabei, herauszufinden, wie viele Bürger das bereits am Sonntag versucht hätten. „Genaue Zugriffszahlen haben wir noch nicht, aber es ist davon auszugehen, dass noch weitere Bürger das versucht haben“, sagt Holz. Einen Wahlschein hätten sie nicht beantragen können.

Holz betont, die Gemeinde sei bemüht, den Bürgern online den größtmöglichen Rathaus-Service zu bieten. „Aber Technik hat halt auch ihre Tücken.“ Es ist das erste Mal, dass Bürger der Verwaltungsgemeinschaft Kochel-Schlehdorf ihre Wahlunterlagen im Internet beantragen können. Am gestrigen Montag gab es teilweise Probleme beim Aufrufen dieser Internetseite. „Das liegt aber nicht an uns, sondern an ,Kommuna‘“, betont Holz. Wer Probleme habe, solle sich im Rathaus melden.

Der Daten-Vorfall werde für die Wahl aber keine Konsequenzen haben: „Es muss nichts neu gedruckt und versandt werden, es bleibt alles wie gehabt“, sagt der Bürgermeister. Gerhard Keller aus Schlehdorf bleibt allerdings skeptisch: „Ich werde online erstmal nichts beantragen.“

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