Auch auf dem Wanderparkplatz in Pessenbach wird künftig eine Gebühr verlangt. Das Areal wird hergerichtet und in Stellflächen eingeteilt. Der Parkplatz ist Startpunkt für die Touren im Rabenkopf-Gebiet.
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Auch auf dem Wanderparkplatz in Pessenbach wird künftig eine Gebühr verlangt. Das Areal wird hergerichtet und in Stellflächen eingeteilt. Der Parkplatz ist Startpunkt für die Touren im Rabenkopf-Gebiet.

Vorstellung im Gemeinderat

Neues Parkplatzkonzept: Gemeinde Kochel greift durch

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Der Kochler Gemeinderat hat ein Parkplatzkonzept verabschiedet. Fast überall, vor allem an den Badearealen am Walchensee, werden in Kürze Gebühren plus Kurbeitrag erhoben. Zudem gibt es eine weitreichende Parkverbotszone am Walchensee-Westufer.

Kochel am See/Walchensee – Auch in diesem Sommer werden wieder viele Tagestouristen in der Zwei-Seen-Gemeinde erwartet, die Wandern, Baden oder Wassersport betreiben. Mit dem Konzept will die Gemeinde die Besucherströme lenken, das wilde Parken eindämmen, rechtlich Klarheit für das Ahnden von Verstößen schaffen und zudem die Ausflügler an den Infrastrukturkosten beteiligen.

„Die Gemeinde wird alle großen Wander- und Badeparkplätze im gesamten Gemeindegebiet bewirtschaften“, sagte Bürgermeister Thomas Holz (CSU). 22 davon befinden sich im Eigentum der Gemeinde, drei Flächen gehören privaten Betreibern, die neuen Regeln gelten jedoch auch dort. Es werden keine neuen Flächen geschaffen, sondern jene genutzt, die bereits vorhanden sind.

Die Flächen werden in den kommenden Wochen instand gesetzt: „Der Untergrund wird geebnet, und die einzelnen Stellflächen werden effektiv eingeteilt“, sagte Holz. Eine neue Asphaltierung sei aber nicht geplant. Mitarbeiter der Gemeinde werden für Sauberkeit und Verkehrssicherung sorgen, und an vielen Parkplätzen werden mobile Toiletten aufgestellt. „Begleitend dazu werden auf den Zufahrtsstraßen und an anderen neuralgischen Bereichen bauliche Maßnahmen wie beispielsweise Abplankungen und eine Beschilderung vorgenommen, um ein Zuparken der Straßen und Rettungswege zu verhindern.“

Gemeinde investiert fast 500.000 Euro

Insgesamt investiert die Gemeinde fast eine halbe Million Euro, inklusive 300 neuer Schilder und den Parkscheinautomaten. Sie werden in den kommenden Wochen aufgestellt. Man kann bar bezahlen oder zwei Apps nutzen.

Bis auf wenige Ausnahmen, bei denen auch Stundentarife gelten, sind grundsätzlich Tagestickets zu lösen. Diese kosten einheitlich sechs Euro, hinzu kommen zwei Euro Kurbeitrag pro Erwachsenem. Eine Person zahlt also 8 Euro am Automaten und erhält zwei Billets: das eine ist der Parkschein und sollte im Auto liegen, das andere der Nachweis für den Kurbeitrag, den man mitführen sollte. Wenn mehrere Personen im Auto anreisen, müssen diese den Kurbeitrag pro Person extra am Automaten bezahlen. Kinder bis 7 Jahre sind frei, Jugendliche bis 16 zahlen 1,50 Euro.

Bürger der Gemeinde Kochel können für eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 35 Euro ein Jahres-Parkticket erwerben, beantragen kann man es ab voraussichtlich 10. Mai, berichtete Holz am Mittwoch auf Nachfrage.

Parkticket gilt im gesamten Gemeindegebiet für einen Tag

Für Ausflügler gelte das Tagesticket im gesamten Gemeindegebiet, sagte Holz in der Sitzung auf die Frage von Edi Pfleger (Junge Liste). Ausflügler, die zum Beispiel vormittags am Walchensee wandern und nachmittags in Kochel einkehren, müssen die Parkgebühr im Hauptort nicht erneut bezahlen.

Im Hauptort Kochel gibt es noch zusätzliche Regeln. Der Bereich am Maibaum gilt als Parkplatz zum Einkaufen, hier sind die ersten zwei Stunden gebührenfrei, anschließend kostet jede weitere Stunde einen Euro. Der Pendlerparkplatz am Bahnhof bleibt kostenfrei, vor der Tourist-Info gilt eine Parkscheibe. Die Sportbereiche (Tennisplatz, Schützenhaus) bleiben kostenfrei, das gilt auch am Friedhof und am Kindergarten.

In diversen Konsum- und Einkaufsbereichen im Ortszentrum (zum Beispiel Schmied-von-Kochel-Platz und Heimatbühne) kann man mit Parkscheibe maximal vier Stunden parken. Am Franz-Marc-Museum, zugleich auch Badeparkplatz, kosten bis zu drei Stunden vier Euro, dann jede weitere Stunde einen Euro.

Mehr Überwacher im Dienst

Alle Bereiche werden vom Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum kontrolliert. Die Gemeinde verdoppelt die Anzahl der Überwachungsstunden auf fast 500 pro Jahr.

Neue Regeln gibt es auch am Walchensee-Westufer. In Abstimmung mit Landratsamt, Staatlichem Bauamt und Polizei wird zwischen Urfeld und Einsiedl, am entlang des gesamten Ufers, eine Parkverbotszone eingerichtet. Das gilt auch für den Ortsteil Walchensee, dessen Einwohner im vergangenen Sommer teils massiv zugeparkt wurden. „Überall da, wo das Parken nicht explizit erlaubt ist, ist es jetzt automatisch verboten“, sagt Holz. „Diese Regelung ist klar und verständlich und macht auch eine Ahndung der Verstöße viel einfacher.“ Grundlage für dieses Verbot sei die Tatsache, dass der Bereich Landschaftsschutzgebiet ist.

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