In den Wäldern am Walchensee wurden seit 2018 Hochsitze angesägt oder sogar vollständig umgeschnitten. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.
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In den Wäldern am Walchensee wurden seit 2018 Hochsitze angesägt oder sogar vollständig umgeschnitten. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Polizei Kochel klärt monatelange Serie von Straftaten auf

Pensionierter Polizist (75) sägt Hochsitze am Walchensee um: Motiv ist Abneigung

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Die Polizei Kochel hat eine Serie von umgesägten Hochsitzen im Bereich Walchensee aufgeklärt. Der Täter ist ein ehemaliger Polizist. Der Rentner ist geständig.

  • Ein ehemaliger Polizist hat seinem Hass auf Jäger am Walchensee freien Lauf gelassen
  • Seit 2018 sägte er unter anderem mehrere Hochsitze an und um
  • Er wurde auf frischer Tat ertappt

Kochel am See/Walchensee – Die Fälle reichen zurück bis ins Jahr 2018, gab der Kochler Polizeichef Steffen Wiedemann am Mittwoch bekannt. Als Täter wurde ein 75 Jahre alter Mann aus dem südlichen Landkreis ermittelt. Er ist geständig. Wiedemann bestätigt die Nachfrage unserer Zeitung, dass es sich um einen pensionierten Polizeibeamten handelt.

Der Mann wurde im August 2020 von einem der Geschädigten auf frischer Tat im Wald ertappt. Seither liefen die Ermittlungen, berichtet Wiedemann im Gespräch mit dem Tölzer Kurier. Die Beamten in Kochel untersuchten auch Fälle aus den zurückliegenden Jahren. Bis ins Jahr 2018 konnte man nun Sachbeschädigungen im Bereich Walchensee dem Täter nachweisen, so der Kochler Polizeichef. Konkret seien es acht Fälle mit teils massiven Schäden an sogenannten jagdlichen Einrichtungen wie Hochsitze und Salzlecken. „Teilweise waren Hochsitze vollständig umgeschnitten worden, teils wurden nur die Leitern angesägt“, berichtet Wiedemann. Der Sachschaden liege „im sehr hohen vierstelligen Bereich“. Betroffen seien die örtlichen Jagdberechtigten sowie die Bayerischen Staatsforsten. Glücklicherweise, so Wiedemann, ist bei den Taten niemand zu Schaden gekommen. Möglicherweise wurden einige Hochsitze sogar „in Unkenntnis der Gefahr bestiegen“.

Der Täter habe die Sachbeschädigungen gestanden, berichtet Wiedemann. „Als Motiv nannte er persönliche Probleme mit der Jagd auf Wildtiere.“ Einige der Fälle habe der 75-Jährige gestanden, andere konnten ihm durch Wildkameras oder durch die Spurenlage nachgewiesen werden. „Wir haben zum Beispiel Spuren mit Farbabrieb an Sägen bei dem Verdächtigen gefunden.“ Die Polizei Kochel habe sämtliche Fälle aus den vergangenen Jahren in dieser Angelegenheit durchgearbeitet, so Wiedemann. Der Täter sei bislang straffällig nicht in Erscheinung getreten.

Alle Anzeigen werden nun der Staatsanwaltschaft übersandt. Der Täter müsse mit einer Geldstrafe oder sogar mit einer niederschwelligen Freiheitsstrafe rechnen.  

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