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Aus dieser großen Box im Stall von Thomas Pohl in Kochel wurde der Oldenburger-Wallach in einer Nacht- und Nebelaktion entführt. 

Stallbesitzer ist fassungslos

Pferd aus Kochler Stall entführt

Bei Nacht und Nebel wird ein Pferd aus einem Stall in Kochel entführt. Seine Halterin hatte zuvor die Boxmiete nicht bezahlt. Die große Frage ist jetzt: Wo sind Pferd und Reiterin hin? 

Kochel am See – So etwas hat Thomas Pohl noch nicht erlebt. Seit Jahren vermietet er in seiner Reitanlage am Ortsrand von Kochel am See Boxen an Pferdebesitzer. Die Miete dafür wird monatlich fällig. Ende Juni zog eine junge Frau aus dem Loisachtal mit ihrem braunen Oldenburger-Wallach in eine der großen Boxen mit angeschlossenem Paddock (Auslauf) ein.

Doch die Frau, von der Pohl vermutet, dass sie in Penzberg lebt, bezahlte die Boxenmiete in Höhe von rund 400 Euro monatlich nicht. Weder im ersten Monat, noch im zweiten Monat. „Ich habe sie mehrfach darauf angesprochen. Aber sie hatte immer irgendwelche Ausreden parat“, sagt Pohl. Eine ihrer Ausreden sei etwa gewesen, dass sie den Dauerauftrag falsch datiert habe. Schließlich versprach sie Pohl, ihre Gesamtschulden bis 15. August zu begleichen. „Aber das war nicht der Fall“, so Pohl. Daraufhin habe er sich dazu entschlossen, das Pferd „zurückzuhalten“, also in seiner Box einzusperren, um den Druck auf die Frau zu erhöhen.

Im Vertrag, den Pohl mit allen seinen Einstellern abschließt, sei das als zulässiges Mittel festgeschrieben. Damit habe die Frau zwar ihr Pferd nicht mehr aus der Box und dem umzäunten Auslauf holen können. Sie selbst und der Tierarzt hätten aber jederzeit zu dem Tier hineingehen können, um es zu versorgen, versichert Pohl. Er selbst habe das Tier wie zuvor auch mit Futter versorgt und seine Box ausgemistet. Mehrere Tage blieb der Wallach in seiner Box, deren vorder- und rückseitige Türe Pohl jeweils mit einer Kette samt Vorhängeschloss gesichert hatte. Doch bezahlt hat die junge Frau, die vermutlich um die 25 Jahre alt ist, nicht. Stattdessen, so Pohl, sei das Pferd ein paar Tage später verschwunden gewesen, als er morgens zum Füttern in den Stall gekommen sei. Die Kette am Gatter der Paddockseite war durchtrennt. Ebenso der Weidezaun an der Koppel.

Bei genauerer Untersuchung habe er zudem Fahrspuren auf der Wiese gefunden. Für Pohl steht fest, dass die Frau das Pferd aus der Box geholt und mit Hilfe eines Pferdehängers abtransportiert hat, mit dem sie vermutlich von der Straße über die Koppel an den Stall herangefahren ist – vermutlich mit Hilfe weiterer Personen, so Pohl. Auch Tage nach dem Vorfall ist er fassungslos angesichts von so viel krimineller Energie, sagt er. „Damit habe ich nicht gerechnet.“

Nachforschungen bei anderen Ställen hätten ergeben, dass die Frau bereits zuvor mit ihrem Pferd auch andernorts abgehauen war ohne ihre Miete zu bezahlen.

„Reiterhöfe sollen wachsam sein“

Wo das Pferd und seine Reiterin abgeblieben sind, habe er noch nicht herausfinden können, sagt Pohl. Deshalb möchte er nun alle Reiterhöfe bitten, wachsam zu sein, wer sich bei ihnen eine Box mieten möchte – damit es ihnen nicht so ergeht wie ihm, sagt Pohl.

Sein Geld hat er bisher noch nicht bekommen. Der Vater der Frau, der auf dem Papier der Besitzer des Pferdes sei, habe ihm aber versprochen, die Schulden seiner Tochter in Raten zu begleichen. Ob er es tut, weiß Pohl nicht. Wenn nicht, will er Anzeige erstatten. (Franziska Seliger)

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