+
Die „Seestuben“ sind geschlossen. Die Kommune wünscht sich aber auch weiterhin eine frei zugängliche Gastronomie am Fuße des Verdi-Areals.

Planungen für das ehemalige Verdi-Areal  in Kochel laufen

Ein Haus, zwei Eigentümer, viele Ideen

  • Christoph Schnitzer
    vonChristoph Schnitzer
    schließen

Für das Verdi-Areal in Kochel gibt es auch zweieinhalb Jahre nach dem Verkauf noch keine diskussionsreifen Pläne. Bürgermeister Thomas Holz bleibt aber gelassen.

Kochel am See – Vor fünf Jahren war dem Kochler Gemeindechef schon Ungeduld anzumerken, wenn es um die Zukunft des Verdi-Areals ging, einem der schönsten Flecken in Kochel, der geradezu nach touristischer Nutzung schreit. Eigentümer Bert Bleicher hatte das „Filetstück“ 2011 erworben, angeblich, um ein Hotelprojekt zu entwickeln. Zu sehen bekam die Kommune nie etwas, sagt Holz heute. Ende 2015 wurde das 1,4 Hektar große Grundstück, das offenbar nie etwas anderes als ein Spekulationsobjekt gewesen war, an Thomas Gerl aus Straubing und seinen Partner Christian Ruhdorfer weiterverkauft.

Thomas Holz hat bei den neuen Besitzern ein ganz anderes Gefühl als bei Bleicher: „Ich glaube schon, dass die ernsthaft interessiert sind.“ Das Gefühl gründet sich darauf, dass Gerl das Objekt von mehreren Architekten habe anschauen und beplanen lassen. Es gab auch schon Skizzen, die dem Rathaus gezeigt wurden, doch nichts, was als Diskussionsgrundlage hätte dienen können, sagt der 42-Jährige. Letztes Treffen mit der Investorenseite war im Mai in München. Der Rathaus-Chef sieht das mit dem Zeitdruck also „nicht mehr ganz so dramatisch“ und sagt sogar: „Es ist mir lieber, man nimmt sich in der Planungsphase Zeit als später bei der Umsetzung.“ Es müsse auch „alles sauber durchfinanziert“ sein.

Ein paar Rahmenbedingungen stehen gleichwohl schon fest. So wird sich der Gemeinderat mit einer Bebauungsplanänderung vertraut machen müssen. Derzeit ist 100 Prozent touristische Nutzung festgeschrieben. Daran ändere sich bis jetzt nichts, antwortet Holz auf die Frage nach dem Thema Hotel-Quersubventionierung, die in Tölz derzeit viel diskutiert wird.

Aber die im Plan vorgesehene Aufteilung in drei Baukörper sei ungünstig und unwirtschaftlich. Die Wege seien zu lang, sagt Holz. Hier müsse der Bebauungsplan angepasst werden.

Es gibt einige andere Punkte, die der Gemeinde wichtig sind. Nachdem die „Seestuben“ zu Füßen des Verdi-Komplexes am See nach den Worten von Holz stark sanierungsbedürftig und geschlossen sind, legt die Gemeinde auch weiterhin auf eine Gastronomie Wert. Man sei sich mit den Investoren einig, dass es eine frei zugängliche Restauration geben werde. Gerl & Ruhdorfer denken dabei an eine große Terrasse und einen Biergarten zum See hin. Holz: „Das entspricht unseren Überlegungen.“ Die Seepromenade solle auch weiterhin frei begehbar bleiben, räumt das Gemeindeoberhaupt Bedenken beiseite. „Da muss man auch künftig flanieren können.“ Auch die beliebten Seefeste sollen weiterhin möglich sein. Bootsverleih und Kiosk bleiben ebenfalls erhalten. Thomas Gerl war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare