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Zugverkehr gefährdet

„Problem-Biber“ neben dem Kochler Bahndamm

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Ein kleiner Nager macht der Bahn und der Gemeinde Kochel zu schaffen. Der „Problem-Biber“ hat einen Damm neben der Zugstrecke gebaut. Das aufgestaute Wasser gefährdet nun den Bahnverkehr nach München.

Kochel am See – Der Biber versteht sein Handwerk. „Er ist sehr hartnäckig“, sagte Bürgermeister Thomas Holz in der Gemeinderatsitzung am Dienstag. Demnach hat ein Nager direkt neben der Bahnlinie im Bereich zwischen Ort und Kochel einen Damm gebaut und den Schleußbach aufgestaut. Und das nicht nur einmal. Mehrfach wurde der Damm unweit der Parkbucht am nördlichen Ortseingang neben der Bundesstraße 11 entfernt. „Dafür hatte die Deutsche Bahn die behördliche Genehmigung“, so der Bürgermeister. Den Biber aber ließ das kalt. Er hat laut Holz einen neuen Damm gebaut.

„Das aufgestaute Wasser drückt jetzt unter dem Bahndamm hindurch und überschwemmt den gegenüberliegenden Fuß- und Radweg.“ Bei einem Ortstermin haben DB-Mitarbeiter erschrocken festgestellt, dass das alles andere als gut sei, so der Bürgermeister.

Um den natürlichen Bautrieb des Bibers zu bremsen, gibt es laut Holz zwei Möglichkeiten. Zum einen käme nach Übereinstimmung der Naturschutzexperten eine Entnahme des Bibers in Frage. Das heißt, das Tier müsste mit einer Lebendfalle eingefangen und in ausreichender Entfernung wieder freigelassen werden. Ein Abschuss der geschützten Tiere sei ausgeschlossen. Zum anderen gebe es die Möglichkeit, den Schleußbach mit einem Elektrozaun vor weiteren Baumaßnahmen des Bibers zu schützen. „Damit hat man andernorts bereits gute Erfahrungen gemacht“, sagte Holz.

Einen derartigen Zaun haben Arbeiter im Auftrag der Deutschen Bahn am frühen Mittwochmorgen aufgebaut. Die Männer mussten dazu mit Wathosen in das eiskalte Wasser steigen.

Sollte der Elektrozaun seine Wirkung verfehlen, dann müsste man sich bei einem Ortstermin etwas Neues einfallen lassen. „Dem Landratsamt liegt jedenfalls eine nachhaltige Lösung am Herzen“, betonte Holz. Das sei – bei aller Liebe für die Tiere – auch nur zu verständlich. Ein derartiger Biberbau könne irgendwann zu einer großen Gefahr werden.

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