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Das Benediktbeurer Gewerbegebiet (oben) soll in Richtung Lainbach erweitert werden. Dafür soll ein Teil des Waldstreifens abgeholzt werden.

Gemeinderat Kochel 

Protest auch auf der Lainbach-Südseite

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Jetzt formiert sich auch in der Gemeinde Kochel Protest gegen die Abholzung des Lainbachwalds in Benediktbeuern. Nach der im Klosterdorf gestarteten Unterschriftenaktion für den Erhalt des Grünstreifens haben auch Bürger aus der Gemeinde Kochel ihrem Unmut Luft gemacht.

Kochel am See – „Eine Schar Bürger aus dem Ortsteil Ried hat sich im Rathaus gemeldet“, berichtete Bürgermeister Thomas Holz in der Gemeinderatssitzung am Montag. Die Delegation habe ihm eine Unterschriftenliste übergeben, die von 55 Bürgern unterzeichnet sei. „Das sind hauptsächlich Bewohner des Kaminski-Weges und der Franz-Marc-Straße“, sagte Holz. Die Leute haben sich bei der Übergabe der Unterschriften bedankt für die Haltung der Gemeinde, so der Bürgermeister. Der Gemeinderat hatte sich wie berichtet in der September-Sitzung gegen die von Benediktbeuern vorgelegten Pläne ausgesprochen, wonach drei Hektar Wald entlang des Lainbachs gerodet werden sollen, um das angrenzende Gewerbegebiet am Mondscheinweg zu erweitern.

Auf der Südseite des Lainbachs, der auch die Gemeindegrenze bildet, „befürchten die Anwohner in Ried negative Auswirkungen durch den Kahlschlag“, sagte Holz. Ihrer Ansicht nach könnte darunter sowohl der Hochwasserschutz leiden als auch der Grundwasserspiegel sich verändern. Der Bürgermeister hat Verständnis für die Bedenken der Menschen in Ried, die teilweise in nur 100 Meter Abstand zu dem geplanten Gewerbegebiet leben. „Wir werden darauf pochen, dass die Ängste der Anwohner bei der Planung Berücksichtigung finden“, versprach Holz. Die Gemeinde Kochel werde die Unterschriftenliste an den Benediktbeurer Bürgermeister Hans Kiefersauer weiterleiten.

Aber auch darauf wies der Kochler Rathauschef erneut hin: „Wir wollen uns nicht in die Planungshoheit der Nachbarn einmischen.“ Die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets sei Sache der Bendiktbeurer. Kochel müsse sich in diesem Fall aber sehr wohl für seine Bürger in Ried einsetzen. Die Gemeinde habe deshalb schon im September in ihrer Stellungnahme einen wirksamen Schutz der vorhandenen und geplanten Wohnbebauung im Ortsteil Ried vor nachteiligen Emissionen gefordert.

In der Gemeinde Benediktbeuern hat sich wie mehrfach berichtet eine Bürgerinitiative etabliert, die sich für den Erhalt des Lainbachwalds einsetzt. Sie haben bereits 500 Unterstützer gefunden, die sich für ein entsprechendes Bürgerbegehren aussprechen. Die Unterschriften wurden bereits am 12. Oktober an Bürgermeister Hans Kiefersauer übergeben.

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