Das evangelische Gotteshaus in Kochel.
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Das evangelische Gotteshaus in Kochel.

Evangelische Kirche

Protestanten feiern Gottesdienste statt in Kochel am See in Benediktbeuern

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Die evangelische Kirchengemeinde Kochel verlegt in den kommenden Wochen viele Gottesdienste von der Kochler Kirche ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus nach Benediktbeuern. Das teilt Pfarrerin Anna Ammon mit.

Kochel am See/Benediktbeuern – „Bis auf den letzten Sonntag im Monat werden alle Gottesdienste in Benediktbeuern gefeiert“, sagt Ammon. Die Regel gelte vorerst bis März. Hintergrund ist, dass im Bonhoeffer-Haus mehr Platz für die Besucher ist, zudem könne man dort besser heizen und lüften. In der Kochler Kirche sei es in jüngster Zeit einfach zu eng geworden, so Ammon. Nach den geltenden Corona-Vorschriften haben dort 20 bis 25 Gläubige Platz. „Im Bonhoeffer-Haus können wir zehn Personen mehr unterbringen.“

Die Pfarrerin betreut derzeit einen Konfirmandenkurs mit zwölf Jugendlichen. Diese und ihre Familien würden gerne und häufig die Gottesdienste besuchen. „Zudem kommen sie auch überwiegend aus Benediktbeuern und Bichl. Deshalb passt das mit dem Raumangebot ganz gut.“ Im Bonhoeffer-Haus gebe es auch eine kleine Orgel. Zudem würden Ehrenamtliche immer wieder mit Gitarre, Flöte oder Geige den Gottesdienst musikalisch begleiten. „Auch meine Pfarrerkollegen, das Ehepaar Binder, ist hier sehr engagiert“, sagt Ammon.

Regelung gilt bis März – Nur am letzten Sonntag im Monat wird Kirche genutzt

In den Gottesdiensten ist gemeinsames Singen gerade verboten. Das sei nachvollziehbar, aber sehr schade, sagt Ammon. „Da merkt man erstmal, wie wichtig den Menschen der Gesang ist.“ Die Gottesdienste seien deshalb gerade recht wortlastig. „Man bemüht sich natürlich, ihn nicht zu lang werden zu lassen.“

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Vor allem an Weihnachten, berichtet Ammon, seien die Gottesdienste ohne Gesang für die Gläubigen „sehr hart“ gewesen. In Kochel wurden zwei Gottesdienste durchgeführt, nämlich draußen im Pfarrgarten. „Wir haben uns eigens eine neue Mikrofonanlage angeschafft.“ Zudem gab es ein Krippenspiel, Musik von der Drehorgel und eine Solo-Sängerin. Jeweils 50 Menschen hatten sich vorher angemeldet.

Gemeindeleben schwierig

Das gewohnte Gemeindeleben aufrecht zu erhalten, sei derzeit nicht möglich. „In der Erwachsenenbildung wurde alles abgesagt, und auch der Konfirmanden-Kurs fällt aus“, berichtet Ammon. Mit den Jugendlichen hatte sie vor Weihnachten noch eine kleine Online-Feier mit Spielen gemacht. „Das war nett, aber es ersetzt keinesfalls den persönlichen Kontakt. Jugendarbeit ist derzeit wirklich schwierig“, sagt die Pfarrerin.

Ähnlich sehe es im Seniorenbereich aus. Wer Geburtstag hat, wird angerufen, zudem bekommen die Jubilare eine Glückwunschkarte. Der Seniorenkreis kann nicht stattfinden. „Wir versuchen, telefonisch Kontakt zu halten.“ Das gelte auch für die Kirchenmitglieder im Schlehdorfer Seniorenheim, in dem bekanntlich ein Corona-Ausbruch stattgefunden hat.

Überlegung: Seniorenkreis online durchzuführen

Ammon freut sich jedoch, dass viele Senioren, die zu Hause leben, in ihren Familien und/oder in der Nachbarschaft gut eingebunden sind. „Jeder ist traurig, dass man sich nicht treffen kann, aber es herrscht großes Verständnis.“ Den Seniorenkreis online durchzuführen, wolle man jetzt mal überlegen. „Aber ich weiß nicht, ob es klappt. Ich vermute, viele haben kein Endgerät.“ Auch Ammon hofft, dass bald Licht am Ende des Corona-Tunnels herrscht. Sobald Treffen wieder möglich seien, werde man das gewohnte Angebot wieder aufnehmen. „Bis dahin versuchen wir, das Beste aus der Situation zu machen.“  

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