In einem improvisierten Mini-Zelt verbrachten Berliner Biker unfreiwillig drei Tage am Kesselberg. Foto: Polizei

Ungeplanter Reisestopp am Kesselberg:

Polizei flexibel, Biker erfinderisch

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Kochel am See - Die Polizei hat sich vor einigen Tagen am Kesselberg als sprichwörtlicher Freund und Helfer erwiesen. Und das kam so:

Im Rahmen einer Kontrolle wurden drei Harley-Davidson-Fahrer aus Berlin angehalten. Bei näherer Untersuchung stellten die Beamten fest, dass ein Mitglied des Trios, ein 23-jähriger Berliner, eine unzulässige Auspuffanlage montiert hatte. Auf dieser war auch noch deutlich „Only for closed road“ zu lesen. Zudem war auf der Maschine ein nicht eingetragener Hochlenker montiert.

„Eine Weiterfahrt mit diesen Mängeln war nicht vertretbar“, berichtet Jan Zangenfeind von der Polizei. Er kassierte das Kennzeichen ein. Doch da machte das Trio, das gerade auf dem Weg nach Italien war, lange Gesichter. Die Harley am Kesselberg stillzulegen, kam für die jungen Männer nicht in Frage. Also suchte man gemeinsam mit der Polizei nach einer Lösung.

Die Beamten boten an, das Kennzeichen wieder auszuhändigen, wenn die Harley-Fahrer die Maschine umbauen würden. Und so fuhren die beiden Freunde des 23-Jährigen tags drauf nach München und klapperten die dortigen Harley-Händler ab. Tatsächlich konnten sie die erforderlichen Teile dort kaufen.

Nach drei Tagen traf sich die Polizei mit den Berlinern am Kesselberg wieder. Die Harley war in technisch einwandfreiem Zustand. Die Beamten händigten dem 23-Jährigen das Kennzeichen aus, und das Trio fuhr glücklich weiter nach Italien. „Die Männer waren sichtlich begeistert von der Flexibilität der bayerischen Polizei“, freut sich auch Kommissar Zangenfeind und sagt schmunzelnd: „Denn was macht ein Biker niemals? Er lässt seine Harley nicht alleine zurück.“

Und so zeigten sich auch die Berliner erfinderisch: Sie bauten aus drei herkömmlichen Strandmuscheln und einer Plane ein Zelt und harrten trotz Regens in diesem Mini-Zelt aus. Echte Biker eben.   

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