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Kochel legt sich fürs Trimini ins Zeug: Die Gemeinde zahlt heuer fast vier Millionen Euro Zuschuss fürs neue Bad. 

Gemeinderat

Trimini lässt Kämmerer schwitzen

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Kochel am See – Rekord-Haushalt in Kochel am See: Gemeinde verabschiedet  Etat und  erhöht Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer.

Der Kochler Haushaltsplan für das Jahr 2016 hat es in sich. Das am Montag einstimmig im Gemeinderat beschlossene Zahlenwerk geht als Rekord-Etat in die Geschichte ein. Das Gesamtvolumen klettert auf fast 17,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2015 waren es nur 10,5 Millionen Euro.

Ausschlaggebend für diese rasante Entwicklung ist das Trimini. Die Gemeinde muss heuer den vereinbarten Investitionszuschuss in Höhe von fast vier Millionen Euro an die Kristall-Trimini-Gesellschaft leisten. „Die Summe wird im Laufe des Jahres überwiesen“, sagte Bürgermeister Thomas Holz in der Gemeinderatssitzung. Das neue Freizeitzentrum soll wie mehrfach berichtet nach dem laufenden Umbau und der Erweiterung im kommenden November eröffnet werden.

Die zuständigen Ausschüsse und der Gemeinderat waren sich laut Holz in der Vorberatung des Haushalts einig, dass angesichts der Mammutinvestition ins Trimini weder die gemeindlichen Liegenschaften noch die Pflichtaufgaben „auf der Strecke bleiben sollten“. Um alle Ausgaben finanzieren zu können, muss Kämmerer Josef Buchner zum einen über 1,5 Millionen Euro aus der Rücklage entnehmen, die damit auf 1,5 Millionen Euro schmilzt. Zum anderen macht die Gemeinde neue Schulden und nimmt einen Kredit über drei Millionen Euro auf. „Momentan ist nicht der schlechteste Zeitpunkt, um fremdes Geld in die Hand zu nehmen“, begründete der Bürgermeister die Entscheidung. Die Gemeinde Kochel ist so demnächst mit rund sechs Millionen Euro bei den Banken in der Kreide. Der Abbau der hohen Schulden wird sich wie ein roter Faden durch die Finanzplanung der nächsten Jahre ziehen. Für heuer sind schon mal 300 000 Euro Kredittilgung ausgewiesen. Weitere wichtige Ausgabeposten: Für den Neubau des Bauhofs sind 300 000 Euro veranschlagt, für den Geh- und Radweg zwischen Ried und Pessenbach gibt die Gemeinde 320 000 Euro aus, und in den Straßenbau investiert die Kommune weitere 300 000 Euro. Die geplante Sanierung der Ortskanalisation wird heuer zudem 550 000 Euro verschlingen.

Bei allen Ausgaben ist im Haushalt aber auch eine relativ hohe Zuführung an den Vermögenshaushalt in Höhe von 1,1 Millionen eingeplant. „Das ist fast das Dreifache der gesetzlich vorgegeben Mindestzuführung“, sagte Holz.

Einstimmig beschlossen hat der Gemeinderat auch eine Erhöhung der Hebesätze für die gemeindlichen Steuern. Hier folgt Kochel anderen Landkreiskommunen. Ohne Erhöhung würde die Gemeinde laut Buchner bei der fiktiven Berechnung der Steuerkraft durch den Nivellierungshebesatz schlecht abschneiden und müsste über 62 000 Euro mehr an Kreisumlage abführen. So einigte sich der Gemeinderat auf eine Erhöhung der Grundsteuern A und B von 320 Prozent auf 350 Prozent. Zudem wird die Gewerbesteuer von 330 Prozent auf 350 Prozent angehoben. Nach einer Modellrechnung des Kämmerers muss ein Hausbesitzer statt bisher 500 Euro künftig 550 Euro Grundsteuer zahlen. Ein Betrieb, der bisher 500 Euro Gewerbesteuer an die Gemeinde überwiesen hat, muss nun 530 Euro jährlich zahlen.

Die gemeindlichen Hebesätze wurden letztmals vor zwölf Jahren angehoben.

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