Beate Zschäpe: Verteidiger fordern maximal zehn Jahre Haft

Beate Zschäpe: Verteidiger fordern maximal zehn Jahre Haft
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Vor knapp vier Jahren ging das Projekt „Rüttelstreifen“ an den Start. Damals hofften Kochels Bürgermeister Thomas Holz (li.) und der damalige Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim, Michael Kordon, dass die bis zu 18 Millimeter hohen Erhebungen quer über die Fahrbahn die Motorradfahrer am Kesselberg zum Abbremsen zwingen würden. 

Kesselberg

Rüttelstreifen werden entfernt: Das sagen die Experten

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Die Tage der Rüttelstreifen am Kesselberg sind gezählt. Nach vier Jahren ist klar: Die kleinen Erhebungen bremsen unvernünftige Motorradfahrer nicht aus. Größer scheint der Effekt der Leitschwellen zu sein. Die berüchtigten „Kesselberg-Heizer“ aber schrecken sie auch nicht ab.

Kochel am See– Aufrütteln sollten sie die Motorradfahrer in ihrem Geschwindigkeitsrausch. Sie zum Langsamfahren animieren. Und so die Anzahl der Unfälle reduzieren. Diese Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Deshalb lässt das Staatliche Bauamt Weilheim die Rüttelstreifen am Kesselberg wieder entfernen. „Sie hatten nicht den gewünschten positiven Effekt“, sagt Martin Herda, Abteilungsleiter im Bereich Straßenbau und zuständig für den Landkreis. Viele Raser bremsten einfach punktuell ab, andere merken laut Polizei gar nichts von den bis zu 18 Millimeter hohen Erhebungen. Inzwischen stellen die Rüttelstreifen sogar ein kleines Sicherheitsrisiko dar und werden nun  entfernt.

Seit Jahren versuchen die Behörden, Raser am Kesselberg auszubremsen. Trotz eines Tempolimits, eines Fahrverbots am Wochenende in einer Richtung für Motorradfahrer und massiven Polizeikontrollen gilt die Strecke nach wie vor als eine der unfallträchtigsten Bundesstraßen für Biker in Bayern. Allein von 2012 auf 2013 verdoppelte sich am Kesselberg die Zahl der Motorradunfälle von 15 auf 30 – ein historischer Höchststand, wie ein Polizeisprecher damals versicherte. 28 Unfälle waren von Bikern selbst verschuldet worden. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr gab es 21 Unfälle mit Motorradfahren – die gleiche Anzahl wie 2016. Schuld war fast immer ein Biker.

Roman Gold kennt die Problematik. Der Polizeihauptkommissar leitet die „Kontrollgruppe Motorrad“. Die Einheit überwacht die gefährlichen Strecken am Kesselberg und am Sudelfeld. Die Abschaffung der Rüttelstreifen sieht er gelassen: „Wer auf einem Motorrad mit modernem Fahrwerk sitzt, nimmt sie eh nicht wahr.“ Golds Meinung nach hätten die Erhebungen deutlich höher sein müssen. So wie im Ausland, wo man gute Erfahrungen gemacht habe. Denn wer wirklich ein Hindernis auf dem Boden spüre, bremse automatisch ab. „Das ist ein Urinstinkt.“

Quasi als Ersatz für die Rüttelstreifen ist derzeit nach Angaben des Bauamts nichts Konkretes geplant. Noch bis zum Sommer 2019 testet die Behörde die Auswirkungen der Leitschwellen auf die Verkehrssicherheit. Wie berichtet wurden diese Mini-Flexipfosten im Juli 2016 in einigen Kurven am Kesselberg mittig montiert. Raser können ihretwegen beim Überholen zum Beispiel nicht auf die Gegenfahrbahn gelangen. „Nach rund eineinhalb Jahren sehen wir erste positive Effekte“, sagt Herda vom Bauamt.

Golds Fazit fällt dagegen durchwachsen aus. Etlichen Motorradfahrern würden die Leitschwellen die Lust am Rasen zwar verderben. „Die klassischen Kesselberg-Heizer halten sie aber nicht ab.“ Die hätten inzwischen einen neuen Trend kreiert: Wer es schafft, in einer Kurve so weit in Schräglage zu gelangen, dass er mit der Schulter die Leitschwellen berührt, dem ist die Bewunderung in der Szene sicher.

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