„Es ist ein wunderbares Gefühl, dass bei unserem ersten Gig nach dem letzten harten Lockdown wieder Menschen vor einem sitzen“: Willy Astor war beim Premierenkonzert sehr glücklich.
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„Es ist ein wunderbares Gefühl, dass bei unserem ersten Gig nach dem letzten harten Lockdown wieder Menschen vor einem sitzen“: Willy Astor war beim Premierenkonzert sehr glücklich.

Konzert mit Willy Astor

Gelungener Auftakt des neuen Musiksommers am Walchenseekraftwerk

  • VonEwald Scheitterer
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Mit einem Konzert von Willy Astor hat die neue Veranstaltungsreihe „Musiksommer am Walchenseekraftwerk“ Fahrt aufgenommen. Für Künstler, Organisatoren und das Publikum war es in mehrerlei Hinsicht ein besonderer Abend.

Kochel am See – Ausnahmsweise stand bei dem Saitenprojekt „Sound of Islands“ von Willy Astor und Kollegen anfänglich nicht einmal die Musik im Vordergrund. Es war schlicht die Tatsache, dass nach etwa eineinhalb-jähriger, Corona-bedingter Abstinenz am Dienstagabend am Kochler Walchenseekraftwerk wieder ein Live-Konzert stattfinden konnte. Das begeisterte Künstler und die rund 180 Zuhörer gleichermaßen.

„Ich freue mich, dass ich nach der langen Zeit wieder so viele Leute auf einem Haufen an meinem Arbeitsplatz sehen kann“, sagte Klaus Engels, Direktor Wasserkraft Deutschland des Energiekonzerns Uniper, zu Beginn des Abends.

„Musiksommer am Walchensee-Kraftwerk“ nennt sich die neue Reihe, und Willy Astors Konzert bildete den Auftakt einer ganzen Konzertserie mit namhaften Künstlern aus den Bereichen Blues, Jazz und Soul. Zum Abschluss werden einheimische Sänger und Musiker auf der Bühne stehen. „Damit kehrt wieder ein Stück Normalität zurück, nach der sich die Menschen in der langen Zeit der Corona-Pandemie so sehnten“, sagte Bürgermeister Thomas Holz in einem Grußwort.

Willy Astor strahlt

Das griff auch Willy Astor auf: „Es ist ein wunderbares Gefühl, dass bei unserem ersten Gig nach dem letzten harten Lockdown wieder Menschen vor einem sitzen.“ Es habe zwar das eine oder andere Online-Konzert in den vergangenen Monaten gegeben, aber: „Da weiß man nie, ob einem jemand zuhört oder nicht.“

Unter dem großen Vordach des Besucherzentrums konnten die Gäste den Musikabend genießen und wurden auch bei den leichten Regenschauern nicht nass.

Das war am Dienstagabend zweifellos der Fall. Da tauchten die Zuhörer in Willy Astors wunderschöne Gitarrenmusik zum Runterkommen und Relaxen ein, fühlten sich gut und bekamen einfach gute Laune. Und da alle Besucher unter dem großen Vordach des Besucherzentrums Platz fanden, störten auch die immer wieder einsetzenden leichten Regenschauer keinen.

Die Liebe zur Gitarren-Musik – „meine beste Freundin“ – ist Willy Astors andere Seite. Er hat sich eigentlich als Kabarettist, Wortverdreher und Silbenfischer profiliert. Schlicht „Guitar“ ist der Titel des aktuellen Programms, bereits seit 1996 die sechste Auflage des Projekts der Weltmusik „Sound of Islands“. Das durchwegs begeisterte Kochler Publikum genoss da die Harmonie der Kompositionen, als wären es Klangskulpturen oder gemalte Töne von Astors Ensemble. Ob Bossa Nova oder Tango, ob afrikanische Einflüsse, Flamenco, bayerische Volksmusik oder das abschließende „Welthit-Medley“ – gerade die stilistische Vielfalt der astor’schen Kompositionen zog die Zuhörer in ihren Bann. Unterstützt wurde Willy Astor diesmal durch Ferdinand Kirner (Gitarren), Nick Flade (E-Piano, Keyboards und Bass-Gitarre) sowie den Brasilianer Marcio Tubino, der für die Bedienung diverser Percussions-Instrumente, Es-Saxofon und Querflöte zuständig war. Insgesamt ein rundum gelungener Abend, der freilich vom ständigen monotonen Brummen der Kraftwerks-Turbinen unterlegt wurde.

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