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Saisonauftakt: Die Motorradfahrer sind wieder unterwegs – vorzugsweise auf Bergstrecken, wie hier am Kesselberg.  

Saisonstart der Motorradfahrer

Sicher auf zwei Reifen

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Kochel am See/Benediktbeuern - Der Frühling naht, für Motorradfahrer bedeutet das Saisonstart. Die ersten Biker drehen bereits ihre Runden durch den Landkreis. Nach dem Winterschlaf jedoch, brauchen die Maschinen besondere Aufmerksamkeit, bevor die erste Tour beginnt. Was ist vorher noch zu erledigen?

Unabhängig vom offiziellen Frühlingsanfang beginnt für Biker der Lenz traditionell am 1. April. Dann nämlich gelten die Saisonkennzeichen, und der ersten Ausfahrt steht nicht mehr viel im Wege. Doch ein Kennzeichen allein reicht bei Weitem nicht: Bevor sich die Motorradfahrer wieder in die Kurve legen können, sollte der Untersatz einem Fitnesscheck unterzogen werden.

Bremsen

An ihnen hängt das Leben eines jeden Motorradfahrers. Über eine längere Standzeit hinweg bildet sich an den Bremsscheiben vermutlich etwas Flugrost, der die Bremswirkung beeinträchtigt. Außerdem unterliegt die Anlage ebenso wie die eines Autos einem gewissen Verschleiß. Entsprechend sorgsam sollten Besitzer ihre Bremsen unter die Lupe nehmen, bevor sie durchstarten. Wie Motorradfahrer ihr Bike frühlingsfit machen, weiß Angelika Weißhaupt vom Motorradgeschäft Speedpoint Moto in Benediktbeuern. Zur Bremskontrolle gehört der Benediktbeurerin zufolge die Messung der Scheiben mittels einer Schieblehre. „Ob die Beläge noch in Ordnung sind, klärt eine Sichtprüfung“, sagt Weißhaupt, selbst leidenschaftliche Bikerin seit 30 Jahren. Selbstverständlich gehört zu einer intakten Bremsanlage auch die richtige Bremsflüssigkeit, deren Farbe und Messstand laut Weißhaupt regelmäßig überprüft werden sollte. Ein Wechsel stehe aber spätestens alle zwei Jahre an.

Reifen

Hier gilt: Neben dem Zustand der Pneus und ausreichend Profil, sollte vor allem auch der Luftdruck stimmen. „Bei zu geringem Druck sind sie zu schwammig, ein zu hoher Reifendruck verringert die Haftung und den Fahrkomfort“, erklärt Weißhaupt. Beides kann sich im Straßenverkehr als riskant erweisen. Geschickte Fahrer können den Druck natürlich in Eigenregie überprüfen. Doch, so Weißhaupt, „es gibt Ventile, mit denen man besser in die Werkstatt geht“.

Beleuchtung

Ebenfalls besonders sicherheitsrelevant am Motorrad: Alle Lampen, die Blinker und das Bremslicht. Funktionieren diese nicht korrekt, werden Motorradfahrer schnell von Autofahrern übersehen. Außerdem, sagt Angelika Weißhaupt: „Sind die Lampen zu hoch eingestellt, blenden sie andere Verkehrsteilnehmer. Zu tief eingestellte Lampen bringen keinen ausreichenden Radius.“ Für die richtige Einstellung ist ein spezielles Messgerät vonnöten, ein Werkstattbesuch empfiehlt sich also.

Inspektion

Bevor die erste Ausfahrt ansteht, kann auch ein Blick ins Serviceheft nicht schaden, sagt Weißhaupt. Vielleicht steht ja eine Inspektion oder ein Ölwechsel an. Bei der Inspektion überprüft der Mechaniker sämtliche Teile, die TÜV-relevant sind. So etwa die Kettenspannung, Ritzel sowie die Schmierung von Zügen.

Helm kontrollieren

Eines vorweg, sagt Weißhaupt: „Ein Helm ist wie eine Unterhose. Den leiht und verleiht man nicht“. Denn nur wer seinen Helm kenne, wisse auch genau über dessen Zustand Bescheid. Ein einmaliger Sturz, und der Helm ist aus Sicherheitsgründen auszusortieren. Denn kleinste Risse könne man mit dem Auge nicht erkennen. Weißhaupt rät auch dazu, Helme aus Polycarbonat spätestens alle vier bis fünf Jahre auszutauschen. Die UV-Strahlung der Sonne mache das Material mit der Zeit spröde und lasse es ermüden. Bei einem Unfall könne das fatal sein. Helme aus Kunststoff sollten nicht länger als drei bis vier Jahre getragen werden.

Und los geht’s

Egal ob Anfänger oder Routinier auf zwei Rädern: Nach längerer Pause empfiehlt es sich, erst einmal gemächlich zu starten. „Man verlernt das Motorradfahren zwar nicht“, ist Weißhaupt überzeugt. Dennoch schade es ganz und gar nicht, die Fahrpraxis aufzufrischen. Etwa auf einem Parkplatz. Und schließlich seien da ja auch noch Autos und andere Verkehrsteilnehmer, „die nach dem Winter einfach nicht mehr an uns gewöhnt sind.“ Deshalb lauten Weißhaupts oberste Gebote: „Mega-achtsam sein, vorausschauend fahren und gegenseitige Rücksichtnahme.“ Für einen sicheren Start in die Saison seien Biker so bestens gewappnet.

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