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Freuen sich über das neue Angebot für die Kinder (v. li.): Fördervereins-Vorsitzende Sabine Eberl, Schulleiter Jakob Dondl und Sabina Simmeth, die das Schwimmtraining mit anderen durchführt. 

Förderverein startet Training 

Schwimmen auf dem Stundenplan

Immer mehr Kinder in Deutschland lernen nicht mehr schwimmen. Die Folge: Die Zahl der Badeunfälle auch mit tödlichem Ausgang steigt. An der Kochler Grundschule will man das nicht mehr länger hinnehmen.

Kochel am See Regelmäßig gehen die 1. bis 4. Klasse der Franz-Marc-Grundschule im Rahmen des Sportunterrichts ins Kristall-Trimini. Doch die Zahl der Kinder, die dabei als absolute Nicht-Schwimmer ins Becken steigen, wird immer größer. „Und das auch in höheren Klassen“, erläutert Sabine Eberl. Durch den Zuzug von Flüchtlingsfamilien nach Kochel habe sich das Problem zusätzlich verschärft.

Vor einiger Zeit hat sich die Vorsitzende des Fördervereins der Schule deshalb mit Schulleiter Jakob Dondl beraten, wie dieser Mangel behoben werden könnte. Denn – so viel stand fest – „für die Lehrer ist es schwer, bei so großen Klassenzahlen einzelnen Kindern das Schwimmen beizubringen.“ Also das Schulschwimmen ganz einstellen? Für Schule und Förderverein keine Option. Viel zu wichtig sei es in einer Gegend mit so vielen Seen und Flüssen wie dem Loisachtal sicher schwimmen zu können, betont Eberl.

Seit vergangener Woche veranstaltet der Förderverein in Kooperation mit der Schule deshalb ein gezieltes Schwimmtraining für Nichtschwimmer-Kinder der Schule, um das Schulschwimmen zu erleichtern. Hauptzielgruppe sind dabei Kinder sozialschwächerer Familien, denen das Geld für regulären Schwimmunterricht fehlt, oder die aus beruflichen Gründen keine Zeit haben, ihre Sprösslinge in solche Kurse zu schicken. „Es soll keiner sterben müssen, nur weil er keine Gelegenheit hatte, schwimmen zu lernen“, findet Eberl.

Ermöglicht werde das Projekt freilich durch die Unterstützung des Kristall-Trimini. „Dort stellt man uns die Räumlichkeiten zur Verfügung“, erläutert Eberl, und Schulleiter Dondl ergänzt: „Ich freue mich sehr über diese Kooperation.“ Freiwillige aus dem Ort übernehmen zusätzlich zu den Eltern die Fahrdienste, damit auch Kinder, deren Eltern arbeiten sind oder kein Auto haben, am Training teilnehmen können. Viel Zeit hat der Förderverein unter Eberls Regie in den vergangenen Wochen mit der Organisation des Trainings verbracht: Hat bei den Eltern dafür geworben und mit Angela Scheinost von der Betriebsleitung des Kristall-Trimini die Konditionen verhandelt. „Unserem Verein liegt es am Herzen, dass kein Kind ertrinkt.“

Als Schwimmlehrer konnten Sabina Simmeth, staatlich geprüfte Schwimmmeistergehilfin, und der ehemalige Sportlehrer Eckart Wolf gewonnen werden. „Für mich gehört das Schwimmen zur Schulreife dazu“, betont Simmeth. Insgesamt zehn Mal werden die ersten zehn Kinder nun im wahrsten Sinne des Wortes baden gehen. Danach gibt es zehn Kinder mehr, die sich im Sommer mit Freuden und vor allem sicher in die Seen stürzen können. Und danach? Bei Bedarf geht das Training in die nächste Runde.

Franziska Seliger

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