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Ein Labyrinth aus Rohren und Pumpen: Der technische Betriebsleiter Marco Kettmann im Technikbereich des Kristall-Trimini. Die Räume erstrecken sich über zwei Ebenen und sind etwa 4100 Quadratmeter groß.

So sieht‘s im Technik-Bereich der Kochler Therme aus

Im Herzen des Trimini

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Damit die Gäste im Kristall-Trimini entspannen können, geben die 80 Angestellten alles. Allein sieben Techniker arbeiten Vollzeit hinter den Kulissen, um den Badebetrieb am Laufen zu halten. Ein Besuch in den Tiefen der Therme, die normalerweise kein Gast zu Gesicht bekommt.

Kochel am See– Das Reich von Marco Kettmann beginnt hinter der Tür mit der Aufschrift „Betreten verboten“. 4100 Quadratmeter voller Wasserrohre, Pumpen und Computern, verteilt auf zwei Ebenen. Die Technikräume sind das Herz des Kristall-Trimini in Kochel am See. Kettmann sorgt dafür, dass es nicht aufhört zu schlagen.

Der technische Betriebsleiter kennt das Innerste der Therme wie kein anderer. Er war schon in die Planungen involviert. 3,8 Millionen Liter Wasser, sagt Kettmann, verbraucht das Bad im Schnitt – pro Monat. Elf Becken gibt es insgesamt, jedes davon verfügt über einen eigenen Kreislauf. Denn schwappt das Wasser in eine der Rinnen am Beckenrand, fließt es nicht etwa in den Abfluss.

Wie eine riesige Waschmaschine: Die Schwallwasserkammern sind Teil des Reinigungs-Kreislaufs. Von hier aus pressen Pumpen das Wasser durch eine dicke Sandschicht.

Zunächst gelangt es in eine sogenannte Schwallwasserkammer. Sichtfenster verleihen den Tanks das Aussehen von riesigen Waschmaschinen. Irgendwie sind sie das auch: Von dort aus pressen Pumpen das kühle Nass durch eine 1,80 Meter dicke Sandschicht. „Darin bleiben die Schmutzpartikel hängen“, erklärt Kettmann. Danach wird das Wasser wieder in die Becken geleitet. Alles läuft vollautomatisch ab. Im Falle einer Störung muss trotzdem immer ein Experte vor Ort sein – oder zumindest auf Abruf stehen.

Wenn nicht, kann das fatale Folgen haben, wie ein Zwischenfall vor vier Jahren zeigte. Damals ging nachts eine Wasserklappe in einem der unzähligen Wasserrohre kaputt, die sich wie Schlangen an den Decken und Wänden des Technikbereichs entlang winden. „1,1 Millionen Liter Wasser waren weg“, sagt Kettmann. Das könnte heute nicht mehr passieren: Computer überwachen die Anlagen permanent, die sensiblen Bereiche sind doppelt abgesichert, inzwischen auch im Altbau. Allein, wenn der pH- oder der Chlorwert des Wassers die gesetzlich vorgeschriebenen Richtwerte überschreiten, lösen die Rechner Alarm aus. Ist nachts kein Techniker im Haus, meldet der Sicherheitsdienst eventuelle Störungen an den technischen Betriebsleiter. Alle 14 Tage, schätzt Kettmann, muss er nachts aufstehen und im Trimini nach dem Rechten sehen. Und er ist nicht der Einzige, der sich außerhalb der Öffnungszeiten in der Therme aufhält.

Zehn Reinigungskräfte putzen zwischen 22 und 1 Uhr das Bad. 17 Mitarbeiter beenden zwischen 6 und 9 Uhr morgens das tägliche Reinigungsritual. Die Becken selbst müssen sie nicht sauber machen, das übernehmen Roboter. Jede Nacht gleiten sie an den Fliesen entlang und sorgen dafür, dass alles blitzt und blinkt, wenn am nächsten Morgen die ersten Gäste kommen.

Auch für diese Roboter sind die insgesamt sieben Techniker zuständig, die Vollzeit im Trimini arbeiten. „Wir sind gut beschäftigt“, sagt Kettmann. Von der Zugabe der Chemikalien wie Chlor bis hin zur kaputten Glühbirne kümmern sich die Elektriker, Sanitärtechniker und Heizungsbauer um alles. Im Endeffekt, sagt der 45-jährige Elektro-Meister, sei die Technik im Trimini auch nicht anders als in einem großen Haus.

Das ist leicht untertrieben: Allein 273 Kilometer Kabel haben die Elektriker verlegt. Pro Monat fallen im Schnitt 60 000 Euro Kosten für Strom an. Im Winter verbraucht das Bad 30 000 Liter Heizöl – trotz Solaranlage, Wärmepumpe und einer Energieeffizienz, die laut Kettmann ihresgleichen sucht.

Ihm zufolge wurde im Kristall-Trimini die modernste Technik verbaut. Außerdem flossen in die Erweiterung die Erfahrungen aller Chef-Techniker der Kristallbäder-Gruppe ein. Das scheint sich auszuzahlen: Seit der Wieder-Eröffnung Ende März laufe die Anlage sehr stabil, sagt Kettmann. Das Trimini ist eben nicht nur eine der schönsten Thermen Europas. Sie ist auch eine der technisch ausgeklügeltsten.

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