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Hausmüll wurde in der ehemaligen Deponie am heutigen Kochler Festplatz abgeladen. Die Lagerstätte wurde in den 70er-Jahren geschlossen und rekultiviert.

Sanierungsuntersuchungen 

Teeröl in der alten Kochler Hausmülldeponie

Neue krebserregende Stoffe wurden bei den Sanierungsuntersuchungen an der ehemaligen Hausmülldeponie in Kochel gefunden. Woher sie kommen und wie groß ihre Ausbreitung ist, ist noch unklar. Eine Gesundheitsgefahr soll nicht bestehen. Die Untersuchungen dauern an.

Kochel am See Wie bereits mehrfach berichtet, wurde im Bereich des heutigen Festplatzes und der Sportanlagen entlang der Trimini-Straße auf einer Fläche von rund 100 000 Quadratmetern früher eine Hausmülldeponie betrieben. „In den 1970er-Jahren wurde sie mit staatlicher Förderung ordnungsgemäß geschlossen und rekultiviert“, betonte Bürgermeister Thomas Holz in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Neuere gesetzliche Rahmenbedingungen hatten vor acht Jahren allerdings Untersuchungen dieser Altablagerungen notwendig gemacht. Dabei wurden Grenzwertüberschreitungen bei den Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) festgestellt.

„Hat man bisher noch davon ausgehen müssen, dass diese überwiegend aus dem auf dieser Fläche abgelagerten Teerbruch aus der alten Kesselbergstraße stammen, so hat die aktuell laufende Sanierungsuntersuchung neue Erkenntnisse gebracht“, sagte Holz. Demnach seien in Teilbereichen Anhaltspunkte für Teeröle festgestellt worden (siehe Kasten). Laut Holz ist die genaue Ursache für den Teeröl-Fund derzeit noch unklar.

Auch das genaue Ausbreitungsgebiet stehe noch nicht fest. Deshalb müsse die Sanierungsuntersuchung um eine historische Untersuchung ergänzt werden. „Dazu werden unter anderem historische Luftbilder und alte Akten in den Archiven gesichtet und ausgewertet“, erläuterte Holz. Auch der Verein für Heimatgeschichte werde sein Archiv diesbezüglich durchforsten. Vielleicht könnten alte Bilder Aufschluss darüber geben, woher das Teeröl stammt. „Wir hoffen, dass wir da was finden“, so Holz.

Allerdings sei diese Art der Recherche sehr zeitaufwendig. Sobald die Ergebnisse aus diesen Nachforschungen vorliegen, würden sie zusammen mit den Erkenntnissen aus der Sanierungsuntersuchung in einen Abschlussbericht der Gutachter eingearbeitet. Auf dieser Grundlage werden dann Landratsamt, Wasserwirtschaftsamt Weilheim, Gemeinde und die Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern (GAB) die notwendigen Sanierungsmaßnahmen festlegen. Holz rechnet damit nicht vor Ende 2018. „Vor 2019 wird nicht saniert.“ Bislang sei für die Untersuchungen rund 130 000 Euro aufgewendet worden. Der Eigenanteil der Gemeinde betrug etwa 45 000 Euro. Die restlichen 85 000 Euro werden durch die GAB gefördert. Wie Holz sagte, ist auch der alte Fußballplatz von Altlasten verunreinigt. Diese seien unter der Erde etwa sieben Meter hoch. „Hier dachten viele, er wäre frei.“ Holz versicherte jedoch, dass von den Altlasten im Boden „keinerlei Gefährdung für den Menschen ausgeht“. Fußballspielen, Baden und Erholung sei entlang der Triministraße bedenkenlos möglich. Das „ist geprüft“.

Franziska Seliger

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