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Sabine Dülfer hat Katzen aus Osteuropa aufgenommen; zwei davon sind blind. Warum sie sich engagiert? „Um die Welt für hilflose Lebewesen wenigstens ein bisschen besser zu machen.“ 

Tierschutzverein in Kochel gegründet 

Ein neues Zuhause bei den „Glücksnasen“

Hunde und Katzen aus Osteuropa retten, die sonst keine Chance hätten: Das hat sich der Verein „Glücksnasen“ zur Aufgabe gemacht, den die Kochlerin Sabine Dülfer zusammen mit anderen Tierfreunden kürzlich gegründet hat.

Kochel am See Natürlich gibt es genug arme Tiere in Deutschland. Auch die Tierheime hierzulande sind voll mit gequälten und verwahrlosten Tieren. Und natürlich weiß das auch Sabine Dülfer. Trotzdem findet sie es richtig, Hunde und Katzen aus Osteuropa – vor allem aus Rumänien und Bulgarien – zu holen, um sie hier an liebevolle Frauchen und Herrchen zu vermitteln.

Warum? „Weil bei uns alle gefundenen Tiere von der Straße eine Chance haben. In unseren Tierheimen gibt es keine Tötungsstationen“, begründet die 45-Jährige den Einsatz ihres Vereins, dem sie als Zweite Vorsitzende vorsteht.

In Osteuropa sei das anders: Wer dort nach einigen Wochen kein neues Herrchen oder Frauchen habe, werde getötet. Aber im Land selbst seien Straßentiere kaum zu vermitteln. Wer einen Vierbeiner will, kaufe sich einen Rassehund und nehme nicht einen kranken Hund von der Straße auf, sagt Dülfer, die sich selbst ein Bild vor Ort gemacht und eigens einen Sachkundenachweis bei der IHK abgelegt hat.

Die Gruppe ist erst vor Kurzem als gemeinnütziger Verein anerkannt worden. Seit wenigen Wochen haben die derzeit 17 Aktiven des Vereins vom Veterinäramt die Genehmigung, Hunde und Katzen aus dem Ausland nach Deutschland zu bringen. In erster Linie mutterlose Katzenbabys sowie ausgesetzte, kranke und misshandelte Tiere werden von Tierschützern im Herkunftsland, mit dem die „Glücksnasen“ zusammenarbeiten, von der Straße geholt. Tiere, die vermittelbar sind, dürfen dann, wenn Dülfer und die anderen Aktiven des Vereins ein Zuhause für sie gefunden haben, mit zertifizierten Transporten nach Deutschland reisen.

„Tiere, die nicht vermittelbar sind werden behandelt, geimpft, kastriert und wieder zurückgesetzt“, sagt die allein erziehende Mutter. Sie müssen also zurück auf die Straße. „Das ist immer hart“, ergänzt sie. Nicht vermittelbar seien beispielsweise aggressive ehemalige Kettenhunde oder schwer traumatisierte Katzen.

Einige dieser Vierbeiner bleiben auch dauerhaft bei den Tierschützern im Land. Für sie suchen die „Glücksnasen“ dann Futterpaten. Schon manche Tiere haben Dülfer und ihr Team mittlerweile nach Deutschland geholt. Auch in Kochel haben einige ein neues Zuhause gefunden; darunter sogar blinde oder gelähmte Tiere. Auch eine Pflegestelle hat sie im Ort schon gefunden.

Was Dülfer noch fehlt, sind mehr Aktive aus Kochel und Umgebung, die bereit sind, kurzfristig und auf Zeit Tiere bei sich in Pflege zu nehmen, bevor sie endgültig vermittelt sind, denn: „Unsere Tiere nehmen den deutschen Tieren in den Heimen keinen Platz weg“, betont die gelernte Versicherungskauffrau.

Auch Spender und Fördermitglieder braucht der junge Verein dringend, um Tierarzt-, Futter- und Transportkosten bezahlen zu können. Hätte Sabine Dülfer mehr Mitstreiter in der Region, würde sie gerne mehr Aufklärungsarbeit leisten. Denn nach wie vor gebe es viele Katzenbesitzer, die ihre Tiere nicht kastrieren lassen und den Nachwuchs stattdessen umbringen.

Infos über den Verein und Tiere, die ein Zuhause suchen, findet man im Internet auf www.gluecksnasen-ev.com. Wer Kontakt zum Verein aufnehmen möchte, mailt an info@gluecksnasen-ev.com. Auch Futter- und Sachspenden sind willkommen.

Franziska Seliger

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