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Letzter Besuch in Kochel: Heinz Steinhart (li.) beim Trimini-Richtfest am 22. April dieses Jahres. Neben ihm Günther Beckstein, der neue Aufsichtsratsvorsitzende der Kristallbäder-Gruppe.

Trauer um „Bäderkönig“ Heinz Steinhart

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Kochel am See - Heinz Steinhart ist tot. Der „Bäderkönig“ starb bereits am 5. Juli im Alter von 73 Jahren. Der Tod des streitbaren Unternehmers wurde erst jetzt in Kochel bekannt.

„Wir waren alles andere als gute Freunde“, sagt Thomas Holz. „Aber sein Tod geht mir sehr nahe.“ Der Kochler Bürgermeister hat den Unternehmer aus Stein bei Nürnberg zuletzt vor gut drei Monaten getroffen. Am 22. April stand Steinhart mit glänzenden Augen unter der Richtkrone am Trimini-Rohbau. Zwölf Jahre zuvor hatte der damalige Kristallbäder-Vorstandsvorsitzende zum ersten Mal in Kochel angeklopft.

Beim Richtfest sah der Investor seinen Lebenstraum verwirklicht: eine Gesundheits-Oase „an einem der schönsten Standorte in ganz Deutschland“. Im Gespräch mit der Heimatzeitung hielt der schwerkranke Aufsichtsratsvorsitzende damals Rückschau auf die Anfänge der Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kochel. Steinhart: „Das war nicht immer ganz einfach.“

„Es hat immer wieder mal Spannungen gegeben“, bestätigt Gerd Bittermann. „Aber die sind inzwischen abgebaut“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Kristallbäder AG. „Kochel ist ein hoch attraktiver Standort.“ Das habe Steinhart von Anfang an gewusst, als er die Idee vorantrieb, das Trimini zu einer Therme umzubauen. „Er war die Galionsfigur unseres Unternehmens“, sagt Bittermann über den Verstorbenen. „Wir haben eine außergewöhnliche Persönlichkeit verloren.

„Ich bin traurig, dass Herr Steinhart die Trimini-Eröffnung nicht mehr miterleben kann“, sagt Bürgermeister Holz. Er hat das PPP-Projekt vorangetrieben. 15 Millionen Euro kostet die Erweiterung, die in öffentlich-privater Partnerschaft gestemmt wird. Gemeinde, Investor und Freistaat schultern die Kosten. Vereinbarungsgemäß soll die Eröffnung Ende November 2016 über die Bühne gehen.

„Wir haben uns gemeinsam für dasselbe Ziel eingesetzt“, sagt Holz in der Rückschau. Beim Richtfest habe er mit Heinz Steinhart bereits über die bevorstehende Eröffnung gesprochen und zu ihm gesagt: „Ich freue mich schon, mit Ihnen auf das neue Trimini anzustoßen.“

Doch Steinhart hat den Kampf gegen seine heimtückische Krankheit verloren. Im September 2014 diagnostizierten seine Ärzte Bauspeicheldrüsenkrebs. Trotz vieler Krankenhausaufenthalte und Behandlungen: „Herr Steinhart saß immer wieder an seinem Schreibtisch“, sagt Geschäftsführerin Petra Jacob. „Die neue Therme in Kochel war sein Lieblingskind – deshalb werden wir die Arbeit ganz in seinem Sinne weiterführen.“

Die Unternehmensnachfolge ist nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden geregelt. „Wir haben alle Verfügungen umgesetzt, die Herr Steinhart noch zu Lebzeiten erlassen hat“, sagt Gerd Bittermann. Auch der Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden ist bereits besetzt. Günther Beckstein wird dieses Amt übernehmen. „Ich habe Herrn Beckstein dieser Tage gefragt und er hat zugesagt“, so Bittermann. Der ehemalige bayerische Ministerpräsident ist „mehr oder weniger zufällig in den Aufsichtsrat der Kristallbäder AG gerutscht“, sagte er beim Richtfest im April. Der 72-jährige Politiker aus Hersbruck hat sich mehrfach als Vermittler zwischen Gemeinde und Investor eingeschaltet – und dabei offenbar manchen Streit geschlichtet.

Heinz Steinhart ist auf eigenen Wunsch inzwischen in aller Stille beigesetzt worden – in einem einsamen Friedwald neben einer großen Eiche. „Das war sein Lieblingsbaum“, sagt Bittermann. Man habe auch das respektiert: „Er wollte kein großes Aufheben um sein Begräbnis.“

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