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Der wunderschöne Ausblick am Brauneck zog auch am Montag noch viele Besucher an. Die Ausflügler Willi Württemberger und Brigitte Rittmann aus München genossen hier den Bilderbuch-Herbst.

Ansturm auf die Berge

Traum-Wochenende an Brauneck, Blomberg und Herzogstand: Bergbahnen vermelden Rekordzahlen

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Mit Rekord-Besucherzahlen an allen wichtigen Ausflugszielen hat der Wanderherbst am Sonntag einen Höhepunkt erreicht - für viele Betriebe überlebenswichtig.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Es dürften die beiden Rekordtage des Jahres für die Ausflugsziele im südlichen Landkreis gewesen sein: Massen an Gästen strömten am Wochenende in Richtung Berge. Während Anwohner in Walchensee mit einer Demonstration auf die unangenehmen Nebenwirkungen für die Einheimischen aufmerksam machten, hatten Bergbahnbetreiber und Gastronomen Grund zur Freude.

„Für heuer war das bis jetzt das beste Wochenende“, erklärt Peter Lorenz, Geschäftsführer der Brauneckbahn. Jeweils 4000 Bergfahrten wurden ihm zufolge am Samstag und Sonntag gezählt. Er schätzt, dass noch einmal etwa je 1000 Menschen am Berg unterwegs waren, ohne ein Bergbahn-Ticket zu lösen. Für Lorenz ist der Ansturm Grund zur ungetrübten Freude. „Solche Tage brauchen wir, damit wir die Bahn wirtschaftlich betreiben und verbessern können.“

Schier endlos war die Schlange vor der Rodelbahn an der Mittelstation auf dem Blomberg.

Dass es auf den Straßen entsprechend „zugeht“, das „sollte man nicht so aufbauschen“, findet Lorenz. Er ist sich sicher, dass trotzdem alle Ausflügler auf ihre Kosten gekommen sind. Ganz so zugespitzt wie am Walchensee, wo Anwohner protestierten, sei die Lage am Brauneck auch nicht. „Bei uns gibt es sehr, sehr viele Parkplätze.“

Am Blomberg verzeichnet die Bergbahn den besten Tag des Jahres

Auch Hannes Zintel, Chef der Blombergbahn, spricht vom „besten Sonntag des Jahres“. Es sei noch einmal etwas mehr los gewesen als beim jüngsten besucherstarken Wochenende Mitte September. Alle Parkplätze seien belegt gewesen, Autos standen auch entlang der B 472 bis hinter die Pension Nirvana. Die Besucherzahl ging in die Tausende. Die Blombergbahn könne bis zu 450 Menschen pro Stunde befördern, sagt Zintel. „Und von 9 bis 18 Uhr blieb kein Sessel leer.“

Zintel zeigt sich stolz, wie gut seine „Super-Crew“ solche Tage bewältige – ohne Beschwerden und ohne Unfälle. Nachgearbeitet werden musste auch noch am Montag. Dass die Mitarbeiter dann auch „schubkarrenweise Müll“ abtransportieren mussten, das gehört für Zintel zum Geschäft. „Wir spielen dieses Spiel seit 48 Jahren, da muss man auf so etwas gefasst sein.“ Doch auch für ihn sind solche besucherstarken Tage überlebenswichtig. „Es kommen dann auch wieder Wochen, in denen es jeden Tag neblig ist und die Kosten trotzdem weiterlaufen.“

In der Eng präsentiert sich der Ahornboden in voller Farbenpracht

Was die Vermüllung der Landschaft angeht, hat Bernd Heilingbrunner, stellvertretender Betriebsleiter der Herzogstandbahn, sogar eine Verbesserung festgestellt. „Im Vergleich zu meiner Kinderzeit hat sich die Mentalität gewandelt, die Menschen sind rücksichtsvoller geworden.“ Den Sonntag bezeichnet Heilingbrunner als „Rekordtag“. Knapp 4000 Gäste habe die Herzogstandbahn transportiert. Am Samstag seien es etwa 3500 gewesen. Dass der Parkplatz schon am Morgen wegen Überfüllung geschlossen war, sieht er nicht als Problem. „Wir haben 200 Meter weiter einen Ausweichparkplatz, und bis der voll ist, dauert es schon geraume Zeit.“

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In der Eng präsentieren sich die alten Bäume des Ahornbodens in ihrer herbstlichen Farbenpracht ganz besonders attraktiv. Silvester Rainer, Revierleiter in der Hinterriß, wählt trotzdem eher zurückhaltende Worte zur Beschreibung des Besucherandrangs: „Es war Gottseidank etwas mehr los als sonst“, sagt der Förster. Zahlen, wie viele Autofahrer die Mautstelle passierten, lagen ihm am Montag noch nicht vor. Allgemein würden an den allerstärkstenWochenenden des Jahres dort 1000 bis 1500 Fahrzeuge gezählt. Richtig eng werde es in der Eng aber nur „vielleicht einmal im Jahr“, meint Rainer.

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Heuer sei bislang den ganzen Sommer und Herbst über wetterbedingt ein deutlicher Rückgang der Besucherzahlen zu verzeichnen gewesen. Die Wandersaison in der Eng sei ohnehin kurz. Erst ab Mitte August gehe es los, und am 1. November werde die Mautstraße schon wieder für sechs Monate geschlossen. Die Einnahmen aus der Maut, die von einer Weggemeinschaft kassiert werden, fließen zweckgebunden zurück in den Naturschutz im Tal und in den Erhalt der Straße.

Als „außergewöhnlich“ bezeichnet Richard Jakob den Gästezustrom im „Café 7 1/3“, das er zusammen mit seiner Partnerin Brigitte Riesch in der Jachenau betreibt. Und zum ebenso sonnigen Wochenbeginn ging es beinahe schon nahtlos weiter. „Am Mittag habe ich gedacht: Das gibt’s ja gar nicht, dass es an einem Montag so zugeht.“

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