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Durchblick: Wirtschaftsministerin Ilse Aigner beim Besuch der Firma Dorst mit einem frisch gepressten Zahnrad, zusammen mit Dorst-Chef Hubert H. Löcherer (re.) und dem CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan.

Ilse-Aigner-Besuch 

Trimini, Dorst, Herzogstandbahn: Geballte Neuigkeiten aus Kochel

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Der Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde blieb Nebensache. Der Besuch von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner war viel mehr als ein Wahlkampftermin vor Ort. Beim Abstecher an den Kochelsee kamen viele Neuigkeiten zur Sprache.

Kochel am See – Das Kochler Rathaus und die Firma Dorst Technologies waren Anlaufstationen beim Kurzbesuch von Ilse Aigner, ehe die stellvertretende bayerische Ministerpräsidentin am Abend an einem Infostand und bei einer CSU-Veranstaltung die Werbetrommel für die Bundestagswahl rührte. Auf Einladung von Bürgermeister Thomas Holz informierte sich die Ministerin im Beisein der Abgeordneten Alexander Radwan und Martin Bachhuber über folgende Themen:

Trimini

Das Kristall-Trimini hat sich als neuer Leuchtturm von Kochel etabliert. Davon ist Ilse Aigner überzeugt, nachdem sie sich am Dienstag über die Besucherzahlen informiert hat. Seit der Eröffnung Ende März waren bereits 160 000 Gäste in der neuen Therme. „Das entspricht einem Tagesdurchschnitt von rund 800 bis 1000 Besuchern“, sagte Angela Scheinost von der Betriebsleitung auf Nachfrage. Es gebe viele positive Reaktionen, und die Zahl der Stammgäste nehme zu. „Der Betrieb läuft sehr gut“, sagte Scheinost. Um das Wohl der Gäste in der Freizeiteinrichtung kümmern sich mittlerweile 80 Mitarbeiter. Ilse Aigner bedauerte, dass sie angesichts ihres dicht gedrängten Terminkalenders noch keine Zeit hatte für einen privaten Besuch, den sie bei der Eröffnungsfeier angekündigt hatte.

Franz-Marc-Museum

Das Franz-Marc-Museum ist ein weiterer Besuchermagnet am Kochelsee. Zwischen 50 000 und 60 000 Gäste zählt der Musentempel jährlich. „Im Franz-Marc-Jahr 2016 waren es sogar 65 000“, sagte die Direktorin Cathrin Klingsöhr-Leroy. Sie lud die Ministerin zu einem weiteren Besuch in Kochel ein. „Nächstes Jahr feiern wir das zehnjährige Bestehen des neuen Museums“, sagte die Direktorin. „Die Kochler haben sich längst mit dem modernen Gebäude angefreundet“, so Klingsöhr-Leroy. Sie versicherte: „Das Museum ist hier sehr verwurzelt.“ Im Oktober stelle man ein großes Marc-Gemälde aus, das als Leihgabe aus New York eingeflogen werde.

Herzogstandbahn

Die Herzogstandbahn war früher ebenso wie das Marc-Museum und das Trimini ein Eigenbetrieb der Gemeinde. An der Herzogstandbahn-Gesellschaft ist die Gemeinde Kochel noch mit 51 Prozent beteiligt. Die restlichen Anteile hält die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen. Die Gesellschafter sind sich laut Bürgermeister Holz einig, dass im nächsten Jahr eine der größten Investitionen seit der Eröffnung der neuen Kabinenbahn im Jahr 1994 zu schultern ist. „Wir müssen eine neue elektronische Steuerung einbauen“, sagte der stellvertretende Betriebsleiter Christian Held bei dem Stehempfang im Rathaus. Für die alte Steuerung gebe es keine Ersatzteile mehr. Für die Renovierung seien rund 500 000 Euro veranschlagt, berichtete der Bürgermeister. Die Bahn werde deshalb während der notwendigen Umbauphase von voraussichtlich Januar bis März 2018 nicht in Betrieb sein.

Firma Dort Technologies

Die Firma Dorst Technologies ist bekanntlich der größte Arbeitgeber am Ort. Das mittelständische Unternehmen beschäftigt allein in Kochel rund 350 Mitarbeiter. Der Aufsichtsratsvorsitzende Hubert H. Löcherer rückte beim Rundgang durch die Hallen nicht nur die Spitzentechnologie der weltweit tätigen Firma ins rechte Licht, sondern wies die Politiker auch auf die Probleme des Maschinenbauunternehmens hin. „Die sogenannte Entsenderrichtlinie zählt zu den bürokratischen Hemmnissen, die unsere Arbeit sehr erschweren“, sagte Löcherer. „Wir müssen den Einsatz unserer Monteure im Ausland bis zu drei Wochen vorher anmelden.“ Das sei vor allem bei einem durch eine defekte Anlage bedingten Notfall ein Ärgernis. Löcherer bemängelte auch die langsamen Datenflüsse im internationalen Kundenverkehr. Dorst habe vor einiger Zeit eigens eine schnelle Internetleitung von der Telekom angemietet. Zudem suche die Firma händeringend Spezialisten für digitale Prozesse, Organisation und Datenanalyse. „Diese Experten sind leider Mangelware“, so Löcherer. Seine große Bitte an die Ministerin lautet: „Helfen Sie mit, die mit dem Dieselskandal begonnene Hexenjagd gegen die Automobilindustrie zu stoppen.“ Die derzeitigen Ausstiegsszenarien gefährdeten die Produktpalette der Zulieferer. Dorst fertigt unter anderem Maschinen, die Metallstaub zu Zahnrädern für Getriebemotoren pressen. Ilse Aigner stimmte dem Firmenschef bei: „Wir brauchen den Verbrennungsmotor noch mindestens zehn bis 15 Jahre.“

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