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Abschied vom Kochler Pfarrhaus: Pfarrer Corvin Wellner wechselt zum 1. November nach Weilheim.

Umzug nach Weilheim 

Pfarrer Corvin Wellner verlässt Kochel

Kochel am See – Corvin Weller verlässt das Loisachtal. Über fünf Jahre war der 43-jährige Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Kochel. Zum 1. November tritt er seine neue Stelle in Weilheim an.

Corvin Wellner hat sich wohlgefühlt. Sowohl in Kochel, wo er das Pfarrhaus neben der evangelischen Kirche bewohnte, als auch in der gesamten Kirchengemeinde, zu der neben Kochel und Walchensee mit den beiden evangelischen Gotteshäusern auch Benediktbeuern mit dem Bonhoeffer-Haus, Bichl, Schlehdorf und Großweil gehören. Geistlicher in einer so weitläufigen Gemeinde zu sein, habe er stets als etwas Besonderes empfunden, sagt Wellner.

Auch wenn diese flächige Struktur seine Arbeit nicht einfacher gemacht habe. „Ich wollte nie nur für die Kochler zuständig sein.“ Aber mit den rund 1500 Gläubigen ist die evangelische Kirchengemeinde Kochel viel kleiner als die, in der Wellner künftig tätig sein wird. „Die evangelische Kirchengemeinde in Weilheim hat über 6000 Gemeindemitglieder“, sagt Wellner. Anders als in Kochel werde er im Pfaffenwinkel mit mehreren Pfarrer-Kollegen sowie mit einer großen Zahl ehrenamtlicher Helfer zusammenarbeiten und einen ganz klar definierten Aufgabenbereich haben. „Nämlich die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“, erläutert Wellner.

Beispielsweise werde er bestimmte Projekte wie Zeltlager oder Bibeltage initiieren und die jungen Menschen „begleiten und führen“. Im Gebiet Weilheim-Süd/Polling und Huglfing werde er zudem für die Seelsorge zuständig sein. „Das wird mein Gemeinde-Sprengel sein.“ Auch Gottesdienste werde er weiter halten und Religionsunterricht geben.

Die Entscheidung, Kochel zu verlassen, hat Wellner ganz bewusst getroffen. „Ich habe mich nach Weilheim beworben.“ Nicht, weil es ihm nicht mehr gefalle in Kochel. „Es ist einfach der Reiz, etwas Neues anzutreten. Mit einer anderen Struktur und in einer wirklich großen Gemeinde.“ Jetzt, so glaubt er, ist er noch jung genug, um mit jungen Leuten zu arbeiten. „Das ist eine Herausforderung, die mir gut tut“, ist er sich sicher.

Aber so sehr er sich auch auf die neue Herausforderung freut: Der Abschied aus dem Loisachtal sei in jedem Fall „mit Wehmut verbunden“. Was er vermissen wird? „Die Menschen, die mir nahe sind. Und die Kirche mit ihrer Akustik.“ Als Wellner vor fünfeinhalb Jahren kam, „habe ich eine Gemeinde vorgefunden, die durch Spannungen gekennzeichnet war“. Der drohende Verkauf des Bonhoeffer-Hauses in Benediktbeuern habe die Kirchengemeinde gespalten, sagt er. Sein Ziel sei es damals gewesen, „das Miteinander der beiden Gemeindeteile Kochel und Benediktbeuern zu fördern, und die, die sich an den Rand gedrängt fühlten, wieder reinzuholen in die Gemeinde“. Das sei ihm gelungen. Die Kirchengemeinde sei wieder eine Einheit, das Bonhoeffer-Haus „ein fester Bestandteil“ darin. Ein Projekt, das dem gebürtigen Münchner besonders wichtig war, war die Anschaffung einer neuen Orgel für die Kochler Kirche. Dieses Projekt ist nun auf einem guten Weg. Zumindest die Auftragsvergabe für den Orgelbau, so hofft Wellner, wird er noch in Kochel miterleben, bevor er am 23. Oktober offiziell verabschiedet wird.

Einen Nachfolger gibt es übrigens noch keinen, wie Wellner sagt. „Die Stelle wird ausgeschrieben.“ Vermutlich erst im Laufe des Jahres 2017 werde sie neu besetzt sein. Pfarrerin Antonia Janßen wird die Pfarramtsführung laut Wellner übergangsweise übernehmen.

Franziska Seliger

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