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Einen tollen Blick zum See haben die Kunstfiguren vor dem Verdi-Haus und hoffentlich auch bald Hotelgäste.

Verdi-Gelände: „Im November wissen wir mehr“

Kochel am See - Der November ist eher trist. Kein Monat, der Tourismus-Akzente setzt. Für die Gemeinde Kochel ist das heuer anders. Am 30. November soll der millionenschwere Trimini-Umbau eröffnet werden. Und Verdi-Investor Thomas Greil hofft, im November auch sagen zu können, wohin die Reise mit seiner Edel-Immobilie hinführt.

Mit auswärtigen Investoren hatte es die Zwei-Seen-Gemeinde in den vergangenen Jahren nicht leicht. Das Joint Venture mit Bäder-König Heinz Steinhart wurde erst nach knallharten und ruppig geführten Auseinandersetzungen zwischen Kommune und Investor zur Erfolgsgeschichte Kistall Trimini.

Der Verdi-Altbesitzer Bert Bleicher ging zwar mit großem Elan an die Entwicklung des 1,4 Hektar großen Filetgrundstücks oberhalb des Sees. Letztlich wurde aber ein Spekulationsobjekt daraus. Sehr zum Ärger der Gemeinde, die längst erkannt hat, was für eine touristische Bedeutung ein Tophotel neben einem Topbad haben könnte.

Man hat im Kochler Rathaus also genau geschaut, wer der Neue ist, der versucht, den Verdi-Dampfer endlich ins richtige Fahrwasser zu bekommen. Seit einem dreiviertel Jahr ist Thomas Gerl zusammen mit einem Partner im Hintergrund Besitzer der Immobilie.

Der Straubinger hat in seiner Heimatstadt einen Namen als Bauträger, der tut, was er sagt. „Aber der braucht kliabn“, lautet ein weiteres Urteil, übersetzt: Er ist eine harte Nuss. Einer, der sich hochgearbeitet hat, klare Vorstellungen hat, was die Kosten-Nutzen-Berechnung betrifft. Nein, sagt er im Gespräch, derzeit will er sich zu keiner Aussage zum Sachstand zwingen lassen. Er sei immer noch mit den Voruntersuchungen beschäftigt. Die bestehen darin, dass der „Geschäftsführer der Kochel Grundbesitz GmbH“ verschiedene Architekturbüros beauftragt hat, die ihm Nutzungskonzepte präsentieren sollen. „Das ist viel Arbeit“, sagt Gerl. Seine Zeitschiene: „Im November wissen wir mehr, in welche Richtung es geht.“ Und zum Nutzungskonzept: Denkt er eher an ein Tophotel für den Seminarbereich oder eine hochklassige Urlauberherberge? „Ich denke, wir spielen beides“, antwortet Gerl.

Im Frühsommer war eine Kochler Delegation zu Gast in Straubing und hatte sich auch Gerls Vorzeigeobjekt, das Asam-Hotel, angeschaut. Der Ersteindruck der Räte war gut. Angesichts der früheren Erfahrungen neigt man beim Beschreiben zur Vorsicht: „Ich hoffe, dass er bei uns dasselbe Engagement und Tatendrang aufbringt“, sagt Thomas Holz.

Der Kochler Bürgermeister ist aber schon einmal froh, dass auch die kleinen Dinge im Miteinander funktionieren. Thomas Gerl hat ihm angekündigt, dass er sich nach den Sommerferien bei ihm melden werde. Und so war’s auch, hat Holz sorgfältig registriert. „Vor 14 Tagen haben wir telefoniert.“ Christoph Schnitzer

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