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Weil die elektronische Steuerung erneuert wird, bleibt die Herzogstandbahn vom 8. Januar bis 23. März geschlossen.

Neue elektronische Steuerung

Verjüngungskur für die Herzogstandbahn

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In den Weihnachtsferien fährt sie noch, aber ab 8. Januar ist für elf Wochen Schluss: Die Herzogstandbahn bekommt eine neue elektronische Steuerungsanlage.

Kochel am See – Sie ist 23 Jahre alt, hat über 20 000 Betriebsstunden und 262 000 Fahrten auf dem Buckel: Die Herzogstandbahn, die in vier Minuten von der Talstation in Walchensee auf den beliebten Aussichtsberg fährt. Allein 2017 wurden gut 165 000 Gäste befördert.

Nach dem Ende der Weihnachtsferien gibt es eine Verschnaufpause: Nach 23 Betriebsjahren investiert die Bahn 2018 in eine neue elektronische Steuerungsanlage. Kosten: 500 000 Euro. „Wie bei vielen Seilbahnen, die in den 1990er-Jahren gebaut wurden, werden elektronische Ersatzteile, vor allem für die Steuerungsanlage von der Firma Siemens, nicht mehr geliefert“, erklärt Jörg Findeisen, Geschäftsführer der Herzogstandbahn.

Nun wird also die technische Ausstattung modernisiert. Die Maßnahme umfasst neben dem Austausch der Steuerungsanlage alle elektro- und sicherheitstechnischen Einrichtungen, die elektrischen Leitungen und auch die Signalübertragungsanlage. „In der Tal- und Bergstation werden auch die Schaltschränke ausgetauscht“, sagt Findeisen. Das übersichtlich gestaltete neue Steuerpult werde mittels der modernen Signalübertragung eine digitale Anbindung zu beiden Gondeln haben. Auch in den Kabinen werden alle Komponenten der Signalübertragung ausgetauscht. „Neben größeren Schaltschränken werden neue Bedien- und Anzeigeinstrumente montiert“, erklärt der Betriebsleiter. „In Zukunft werden dem Kabinenbegleiter die wesentlichen Betriebsdaten auf kleinen Touchscreens angezeigt.“ Auf diese Daten können sowohl der Kabinenbegleiter als auch der Maschinist im Tal sofort zugreifen.

Für den Fahrgast ändert sich auf den ersten Blick nur wenig. Die zwei Gondeln bleiben gleich, „man wird nur das neue Steuerpult und den Touchscreen wahrnehmen“, sagt Findeisen. Auch die Fahrgeschwindigkeit bleibt gleich: Die Bahn fährt acht Meter pro Sekunde, ist also weiterhin in vier Minuten an der Bergstation.

Im Rahmen der Umbaumaßnahme werden auch kleine bauliche Erneuerungen ausgeführt, etwa um den aktuellen Anforderungen des Brandschutzes zu entsprechen. Für die Umsetzung ist die Tiroler Firma „Frey Austria“ aus Innsbruck zuständig. Künftig, sagt Findeisen, könne man die gesamte Anlage per Fernwartung überwachen und Probleme diagnostizieren.

Die Investition in Höhe von einer halben Million Euro stemmt die Bahn aus den Rücklagen. Die beiden Gesellschafter, Gemeinde (51 Prozent) und Sparkasse (49 Prozent), mussten zuvor zustimmen. Laut Findeisen kein Problem: „Wir sind ein positives Beispiel für die gute Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Einrichtungen.“

Blieb nur noch die Frage des Zeitpunkts. Um die Folgen des Betriebsausfalls für die Bahn wirtschaftlich möglichst gering zu halten, entschied man sich, die Zeit nach den Weihnachts- und vor den Osterferien zu nutzen. Zusammen mit dem Umbau, den Testfahrten, den Sachverständigenprüfungen und der Abnahme durch die Aufsichtsbehörde werden elf Wochen benötigt. „Mit Beginn der Osterferien am 24. März sind wir wieder startklar“, verspricht Betriebsleiter Jörg Findeisen.

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