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So ruhig ist es an schönen Tagen am Walchensee selten. 

Gespräch bei Staatssekretär Eck

Verkehrskollaps am Walchensee verhindern: Schilder, Kontrollen und mehr Parkplätze sollen helfen

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
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Gibt es kurzfristige Maßnahmen, die den Verkehrskollaps am Walchensee verhindern können? Genau um diese Frage ging es bei einem Gespräch, das  die betroffenen Bürgermeister mit Staatssekretär Gerhard Eck führten.

Walchensee – An schönen Tagen herrschen rund um den Walchensee oft chaotische Verhältnisse – vor allem was das Parken anbelangt. Am vorvergangenen Wochenende und am Vatertag standen die Gemeinden Kochel am See und Jachenau kurz vor dem Verkehrskollaps. Wie man den verhindern kann, darüber sprachen die Bürgermeister aus den Gemeinden Kochel am See, Jachenau, Bad Tölz und Lenggries mit Staatssekretär Gerhard Eck. Mit eingeladen waren zudem Landrat Josef Niedermaier, Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber, Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann sowie Vertreter von Polizei und Staatlichem Bauamt.

Fahhradschutzstreifen in Kochel und in Walchensee

„Ich habe das Gespräch als sehr positiv empfunden“, sagt Bachhuber. Auch der Kochler Bürgermeister Thomas Holz spricht von einem „guten Termin“. Er sei vor allem froh, dass es jetzt klare Vereinbarungen zu bestimmten Themen gebe. So werde nun bei einem Ortstermin mit Straßenbauamt und Verkehrskommission die Einrichtung von Fahrradschutzstreifen in Kochel und Walchensee geprüft. „Ich halte die Streifen für eine gute Sache“, sagt Holz. Staatssekretär Eck habe zudem zugesagt, die Planung einer Radwegeverbindung zwischen Urfeld und Walchensee zu unterstützen. Diese Unterstützung wird man wohl auch brauchen. Dem Vernehmen nach sind die geschätzten Kosten für den kombinierten Rad- und Fußweg immens.

Schilder an der Autobahn:  „Region Walchensee überlastet“

Im Fokus steht aber natürlich der motorisierte Verkehr. Kurzfristig sollen wie schon im vergangenen Jahr an der Autobahn A 95 Vorwegweiser „Region Walchensee überlastet“ zum Einsatz kommen. Diese werden von der Polizei in Zusammenarbeit mit der Straßenmeisterei ausgelöst.

Auch weitere Parkplätze sollen entstehen. Wie berichtet möchte der Forstbetrieb die Mauthäuschen näher an den See verlegen und im Zufahrtsbereich zwei neue Ausweichparkplätze schaffen. Die sollen belegt werden, sobald die Plätze an der Mautstraße am Südufer voll sind. Beim Bau dieser Stellflächen – eine davon liegt im Landschaftsschutzgebiet – hat aber der Naturschutz ein gehöriges Wort mitzureden. Im Juli müsse beispielsweise noch geprüft werden, welche Schmetterlingsarten auf dem Areal vorkommen, erklärt der Tölzer Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann. Auch das Fällen der Bäume könne aus naturschutzrechtlichen Gründen erst im Herbst erfolgen. Nach einem Ortstermin mit der Gemeinde Jachenau vor wenigen Tagen und der Änderung einiger Details, „werden wir aber nun den Bauantrag nächste oder übernächste Woche einreichen“, sagt Plochmann. „Und wir gehen davon aus, dass der Antrag rasch bearbeitet wird.“ Ein Baubeginn ist dann für Oktober ins Auge gefasst.

Weitere Stellflächen werden kurzfristig geschaffen

Da das also keine Erleichterung für den Sommer bringt. „versuchen wir jetzt, Flächen zu finden, die kurzfristig den größten Druck rausnehmen könnten“, sagt Plochmann. Eine davon ist der ehemalige Nachtparkplatz in Niedernach. Der soll – möglichst noch heute – so hergerichtet werden, dass dort ab dem Wochenende wieder geparkt werden kann. „Und wir haben auch noch eine weitere Fläche im Auge“, ergänzt Plochmann. Das staatliche Bauamt Weilheim will zudem nahe Einsiedl eine Schotterfläche, die bereits informell als Parkplatz genutzt wird, als offiziellen Parkplatz ausweisen und entsprechend anlegen. Die Gemeinde Jachenau prüft außerdem, ob die Wiese, die ein Landwirt am Vatertag als Notparkplatz zur Verfügung gestellt hatte (wir berichteten), auch längerfristig so genutzt werden kann.

„Wir versuchen jetzt schnell kleine Lösungen zu finden“, sagt Landrat Josef Niedermaier. Klar sei aber auch, dass es keine rechtliche Möglichkeit für eine generelle Besucherbeschränkung gebe. „Auch wenn wir und der eine oder andere das vielleicht für diesen Fall gerne hätten.“

Überwachung wird ab Pfingsten verstärkt

Verstärkt werden jedenfalls die Kontrollen. „Wir haben die Überwachungsstunden der Kommunalen Verkehrsüberwachung schon zu Pfingsten massiv erhöht“, sagt der Kochler Bürgermeister Holz. Auch Ranger sind am Walchensee unterwegs. „Nachjustiert wird bei der Landschaftsschutzgebietsbeschilderung“, sagt Holz. Die wird so gestaltet, dass jedem völlig klar sein müsse, wo er nicht parken dürfe beziehungsweise wo Falschparken richtig teuer wird.

Lenggrieser Bürgermeister:  „Wir brauchen mehr Polizeipräsenz.“

Für den Lenggrieser Bürgermeister Markus Landthaler wäre noch etwas wichtig: „Wir brauchen mehr Polizeipräsenz.“ Personell würden das die Inspektion Tölz und die Polizeistation Kochel aber auf keinen Fall auf Dauer stemmen können, hat Landthaler auch im Gespräch mit dem Staatssekretär betont. Er weiß, wovon er spricht: Vor seiner Wahl im März war Landthaler Dienstgruppenleiter bei der Tölzer Polizei.

Und noch etwas ist wichtig: Die vielen hundert  Ordnungswidrigkeitsanzeigen, die beim Landratsamt eingehen, müssen auch bearbeitet und vollzogen werden. Dafür fehlt aber in allen Kreisverwaltungen Personal – „konkret 1400 Stellen in 71 Landratsämtern“, sagte Präsident Bernreiter am Mittwoch in der Landkreistagsversammlung in Erding. Für den Vollzug gibt es in Bad Tölz eine Stelle, die hat aber auch noch andere Aufgaben, sagt Niedermaier. Intern habe man nun aber umstrukturiert, um der Flut von Anzeigen irgendwie Herr zu werden. „Es wird nicht einfach, aber es helfen mehrere Kollegen aus anderen Abteilungen dankenswerterweise mit und versuchen das abzuarbeiten.“

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