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Verstärkeramt unter Denkmalschutz: Kochel will rechtliche Schritte prüfen

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Von: Alois Ostler

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Streitpunkt: Das ehemalige Kochler Verstärkeramt. © fn

Dass das ehemalige Verstärkeramt in Kochel nun in die Denkmalliste aufgenommen wurde, sorgt nicht überall für Begeisterung. Die Gemeinde will dort nämlich Wohnungen bauen.

Kochel am See – Die Gemeinde Kochel will mögliche rechtliche Schritte gegen die Aufnahme des ehemaligen Verstärkeramts in die Denkmalliste prüfen. Dazu will die Kommune bei Bedarf Fachleute hinzuziehen. Zunächst soll im Rathaus abgeklärt werden, welche Auswirkungen die Entscheidung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege auf die aktuellen Pläne der Gemeinde hat. Dieses Vorgehen hat der Gemeinderat am Dienstag einstimmig beschlossen.

Der entsprechende Tagesordnungspunkt wurde in der jüngsten Sitzung ohne jegliche Diskussion abgehakt. Bürgermeister Thomas Holz gab sich dazu wortkarg. Er hält es nach wie vor für „nicht notwendig“, die vergangene Woche bekannt gewordene Entscheidung zu kommentieren. Jeder, der an dem Gebäudekomplex vorbeigehe, könne sich seine eigenen Gedanken machen, „ob das nach einem Denkmal ausschaut“, sagte der Rathauschef.

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Er erinnerte in der Sitzung daran, wie das Verstärkeramt und das dazugehörige Areal in den Besitz der Gemeinde kam. Bereits im Frühjahr 2013 hatte Kochel das markante gelbe Gebäude am Ortseingang erworben. 2017 kaufte die Kommune dann auch noch das insgesamt 2500 Quadratmeter große Grundstück mit weiteren Nebengebäuden. Weder 2013 noch 2017 gab es laut Holz Hinweise auf denkmalschützerische Belange. Deshalb habe die Gemeinde ihre Pläne vorangetrieben.

Erst die im Juni 2018 von dem Weilheimer Architekten Heiko Folkerts und Birgitt Borio aus Benediktbeuen unterzeichnete Landtagspetition habe den Denkmalschutz auf den Plan gerufen. Nun liege die Entscheidung vor, wonach alle Gebäude mit sämtlichen Begrenzungsmauern unter Schutz gestellt sind.

Die bisherigen Pläne der Gemeinde sehen vor, auf dem Areal des ehemaligen Verstärkeramts 21 barrierefreie Wohnungen im kommunalen Wohnungsbau zu errichten, sowie Räumlichkeiten für Vereine und Obdachlose. Geplant ist dort außerdem der gemeindliche Bauhof. Für diese Planungen hat der Gemeinderat bereits einstimmig einen Bebauungsplan beschlossen. Ein entsprechender Vorbescheid wurde bereits 2015 genehmigt.

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