Das Verstärkeramt ist verschwunden. Nur noch eine Kiesfläche deutet auf den ehemaligen Standort am nördlichen Ortsende von Kochel hin.
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Das Verstärkeramt ist verschwunden. Nur noch eine Kiesfläche deutet auf den ehemaligen Standort am nördlichen Ortsende von Kochel hin.

Gemeinde bereitet Ausschreibung vor

Verstärkeramt in Kochel am See: Abriss so gut wie beendet

  • Patrick Staar
    VonPatrick Staar
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Der Abriss des Kochler Verstärkeramts ist so gut wie beendet. Wenn alles nach Plan läuft, sind die allerletzten Restarbeiten Ende September abgeschlossen.

Kochel am See - Nach Plan ist bei dem Projekt bislang allerdings wenig gelaufen. Bürgermeister Thomas Holz ahnte nicht, was auf ihn zukommt, als er im Dezember 2014 vorschlug, den neuen Bauhof auf dem Gelände des ehemaligen Verstärkeramts zu errichten. Es gab massive Proteste von Denkmalschützern. Der Weilheimer Architekt Heiko Folkerts reichte eine Petition beim bayerischen Landtag ein, um das Gebäude vor dem Abriss zu retten. Es folgte eine Popularklage vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof. Dessen Juristen stellten im November des vergangenen Jahres fest, dass der Bebauungsplan rechtskräftig ist und das Gebäude abgerissen werden darf.

Mit zeitliche Prognosen, wie es weitergeht, ist der Bürgermeister vorsichtig

Wie es weitergeht? Holz will dazu keine präzisen Angaben machen: „Ich habe mit dem Projekt schon so viel erlebt. Da werde ich mich nicht darin versteigen, irgendwelche zeitlichen Prognosen zu geben. Wer weiß, was noch alles auf uns kommt?“

Klar sei aber, dass die Gemeinde „aktiv“ ist. Derzeit würde in Zusammenarbeit mit dem in Bad Tölz ansässigen Zweckverband kommunales Dienstleistungszentrum die Ausschreibung der einzelnen Ingenieuraufträge vorbereitet – von der Statik bis hin zu Heizung, Lüftung, Sanitär. Holz: „Wir hoffen, dass wir die Ausschreibung Ende des Jahres platzieren können.“

16 Wohnungen sollen auf dem Areal entstehen

Der Bürgermeister hätte sich einen viel schnelleren Fortschritt gewünscht, aber dies sei nicht möglich gewesen: „Wenn das Gericht gesagt hätte, dass im Bebauungsplan Fehler sind, hätten wir die Planung für den Neubau nicht weiterführen können, und wir hätten einen neuen Antrag stellen müssen.“ Ebenso habe die Gemeinde aufgrund der unklaren Situation keine Verträge abschließen können.

Klar sei aber auch, dass Handlungsbedarf besteht, „denn die Wohnungsnot wird nicht geringer, und unser alter Bauhof wird auch nicht besser.“ Wie berichtet sollen auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück am nördlichen Ortsrand neben dem neuen Bauhof 16 Wohnungen im kommunalen Wohnungsbau entstehen. Zudem sollen Vereinsräume und Obdachlosen-Unterkünfte gebaut werden.

„Uns sind schon mal Prügel zwischen die Füße geworfen worden.“

Wenn die Ausschreibung abgeschlossen ist, „können die Projektanten in die Detailplanung einsteigen und die Gewerke ausschreiben“, erläutert Holz. Erst einmal gehe es um Erdarbeiten und den Aushub einer Baugrube. Auch zum möglichen Start dieser Arbeiten will Holz lieber nichts sagen, „denn uns sind ja schon mal Prügel zwischen die Füße geworfen worden.“

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