Auf dem Gelände des ehemaligen Verstärkeramts in Kochel sollen unter anderem 21 Wohnungen und ein neuer Bauhof entstehen.
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Auf dem Gelände des ehemaligen Verstärkeramts in Kochel sollen unter anderem 21 Wohnungen und ein neuer Bauhof entstehen.

Gemeinde investiert mehrere Millionen

Verstärkeramt in Kochel nur noch Geschichte: Planungen für Neubau laufen

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Der Abriss des Kochler Verstärkeramts ist fast vollzogen. Derzeit arbeitet die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem „Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland“ an den Ausschreibungen.

Kochel am See - Wie Bürgermeister Thomas Holz auf Nachfrage berichtet, ist die beauftragte Firma derzeit noch damit beschäftigt, auch den Keller des ehemaligen Verstärkeramts zu beseitigen. Im Rathaus laufen derweil die Arbeiten für die Ausschreibungen, zusammen mit dem „Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland“. „Das ist eine diffizile Angelegenheit“, sagt Holz.

Wie berichtet, plant die Gemeinde auf diesem Areal die Errichtung von 21 Wohnungen im kommunalen Wohnungsbau, einen neuen Bauhof, Obdachlosenunterkünfte und Räume für die Kochler Vereine. Fachplaner werden jetzt für die Bereiche Hochbau, Haustechnik, Elektro, Statik, Bauphysik, Brandschutz und Landschaftsplanung gesucht. „Die Ausschreibung wird bald veröffentlicht“, sagt der Bürgermeister. Parallel dazu laufe die Ausschreibung für die Errichtung der 26 neuen Parkscheinautomaten im Gemeindegebiet. „In Kochel tut sich also einiges.“

So soll die Geschichte im Neubau sichtbar werden

Für die Neuentwicklung des Verstärkeramt-Areals gibt es wie berichtet einen Bebauungsplan. „Es wäre schön, wenn wir heuer noch mit dem Bauen anfangen könnten, aber das lässt sich nicht mit Sicherheit sagen“, so Holz. Erfahrungsgemäß stiegen zum Ende eines Jahres auch die Preise im Baugewerbe. „Wir müssen die Preisentwicklung im Blick haben.“ Eventuell sei es sinnvoll, noch kurz ins neue Jahr 2022 hinein zu warten. Für die Neubebauung rechnet die Gemeinde mit Kosten von mehr als fünf Millionen Euro.

Der Name „Verstärkeramt-Areal“ soll übrigens bestehen bleiben. „Es ist ja Teil der Kochler Geschichte“, sagt Holz. Während der Abbrucharbeiten habe man eine Palette Klinkersteine sowie einige schwere Fensterläden, die vor dem Technikbereich hingen, beiseite gelegt. Im Eingangsbereich des neuen Wohngebäudes sollen sie ausgestellt werden, zudem soll eine Informationstafel berichten, welches Gebäude sich dort früher befand.

Um den Erhalt und um die Denkmalwürdigkeit des Gebäudes wurde lange gestritten. Einige Bürger um den Weilheimer Architekten Heiko Folkerts hatten gegen den Abriss gekämpft, sie erzielten aber keinen Erfolg. Der Streit gipfelte, als Folkerts Bürgermeister Holz im vergangenen November anzeigte wegen „mutwilliger Zerstörung eines hochrangigen bayerischen Baudenkmals“.

Ermittlungsverfahren gegen Holz eingestellt

Wie berichtet, wurden die Ermittlungen gegen Holz nun eingestellt. Für den Abriss gab es unter anderem eine denkmalpflegerische Erlaubnis der Unteren Denkmalschutzbehörde im Tölzer Landratsamt, zudem wies der Bayerische Verfassungsgerichtshof Folkerts’ Popularklage ab.

Thomas Holz ist empört, dass mit der Strafanzeige versucht worden sei, „ihn in eine kriminelle Ecke zu stellen“: „Vergleichbares ist mir in 14 Jahren Amtszeit noch nicht widerfahren. So geht man auf kommunaler Ebene nicht miteinander um. Das ist kein Stil.“ Er habe ja Verständnis für Kritik, aber wenn es in persönlichen Diffamierungen münde, „sei eindeutig eine Grenze überschritten“.

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