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Vorerst vom Tisch ist die Schließung der Vollmar-Akademie auf dem Kochler Aspenstein.

Vollmar-Akademie: Drohende Schließung vorerst vom Tisch

Akademie am Aspenstein macht weiter

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Die politische Bildungsarbeit auf Schloss Aspenstein hat Bestand. Die drohende Schließung des Tagungshotels ist vorerst vom Tisch. Der Vorstand der Georg-von-Vollmar-Akademie hat am Freitag beschlossen: „Wir machen weiter.“

Kochel am See „Die Schließung ist vorerst abgewendet, doch gerettet sind wir damit leider noch nicht“, sagt Carmen König-Rothemund. Die „Königin“ – so wird die Vorsitzende der Georg-von-Vollmar-Akademie liebevoll von ihren engsten Mitarbeiterin genannt – hat im vergangenen halben Jahr leidenschaftlich für die Bildungsstätte gekämpft. Wegen fehlender Fördergelder drohte der Einrichtung die Schließung (wir haben mehrfach berichtet).

Die 70-jährige Politikerin hat seit Jahresanfang einen engagierten Kampf für den Fortbestand der Tagungsstätte geführt und in Rundbriefen und zahllosen Gesprächen für Unterstützung geworben. „Es ist uns gelungen, durch Fördermitglieder jährliche 150 000 Euro für unsere Bildungsarbeit zu generieren“, sagt sie. Das Geld reicht für Erste, so König-Rothemund. Ihre persönliche Einschätzung: „Es ist sehr knapp.“ Um die kommende Zeit abzusichern, sei die Akademie auf die Unterstützung durch weitere Fördermitglieder angewiesen.

Das sei auch dem 16-köpfigen Akademie-Vorstand bewusst. Dennoch habe das Gremium in seiner Sitzung am Freitag in München einstimmig dem Vorschlag der Vorsitzenden zugestimmt. Sie ist sich des Rückhalts sicher. „Dass wir dieses positive Signal geben dürfen, haben wir allein unseren über 1100 Freunden, Wegbegleitern, Vereinen und Bürgern zu verdanken, die uns ohne Wenn und Aber ihre Unterstützung in Form einer jährlichen Fördermitgliedschaft zugesagt haben.“ König-Rothemund hat Bettel-Briefe an 16 000 Mail-Adressen verschickt – nicht nur einmal, sondern insgesamt fünfmal im Lauf der vergangenen Monate. Der Erfolg gibt ihr nun recht: „Für die Unterstützung sagen wir allen von Herzen Dankeschön.“ Hilfe gab es sowohl aus Bayern als auch aus anderen Bundesländern. „Über 200 Unterstützer kommen von außerhalb der weißblauen Grenzen“, sagt sie.

Vollmar-Akademie: Zukunft liegt in Händen der Seminarteilnehmer

Die Zukunft der Bildungsstätte liegt weiterhin in den Händen „unserer treuer Wegbegleiter und Seminarteilnehmer“, schreibt die Vorsitzende in einer aktuellen Rundmail. „Diesen ersten Meilenstein müssen wir nun langfristig sichern und sind auch künftig darauf angewiesen, dauerhaft noch mehr Fördermitglieder für uns zu gewinnen.“ König-Rothemund ist überzeugt: Die Vollmar-Akademie auf Schloss Aspenstein hat Zukunft. Diese Bildungs- und Begegnungsstätte sei einzigartig und müsse erhalten bleiben: „Sei es aufgrund eigener historischer Erfahrung oder als Investition für kommende Generationen.“

„Mit sehr großer Freude“ hat der Kochler Bürgermeister Thomas Holz am Freitag die positive Nachricht aus München aufgenommen. Die Schließung wäre ein sehr schwerer Schlag für die Gemeinde gewesen. Umso erfreulicher sei der Entschluss, die Bildungsarbeit in Kochel fortzuführen. Von den Teilnehmern habe er immer wieder gehört, wie begeistert sie von der Bildungsarbeit und auch von der Gegend sind. „Über diese Erfolgsnachricht freue ich mich persönlich für Frau König-Rothemund und ihr engagiertes Team“, sagt Holz.

Kohnen über Vollmar-Akademie: „Politische Bildung hat Platz in Kochel“

Die SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen erklärte am Freitag zu der Entscheidung: „Die politische Bildung hat weiter ihren Platz in Kochel. Darüber bin ich sehr froh und erleichtert. Die Schließung ist vorerst abgewendet, weil Carmen König-Rothemund eine Kämpferin mit Kopf und Herz ist. Sie, ihr Team und viele Ehrenamtliche haben in den vergangenen Monaten einen Kraftakt vollbracht. In unzähligen Telefonaten, Mails und Briefen warben sie erfolgreich um neue Fördermitglieder. Auch im Namen des Landesvorstands bedanke ich mich für dieses großartige Engagement.“

Noch Ende vergangenen Jahres stand für die Akademie-Vorsitzende fest: „Wir sperren zu.“ Das Tagungshotel sei aus finanziellen Gründen nicht länger zu halten, so die damalige Begründung. Schuld waren, wie mehrfach berichtet, die schlechten Ergebnisse der SPD bei der Landtagswahl in Bayern und bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr. Die SPD-nahe Bildungseinrichtung erhält deshalb künftig im Vergleich zu 2017 insgesamt 450 000 Euro weniger. Die Zuschüsse von Bund und Land werden nämlich nach einem speziellen Verteilungsschlüssel ausgeschüttet. Dieser orientiert sich an einem Mittelwert der vier vergangenen Legislaturperioden.

Ohne diese Zuschüsse seien Betrieb und Unterhalt des Hauses nicht zu stemmen, argumentierte König-Rothemund. Deshalb gab es Überlegungen, Schloss Aspenstein zu vermieten oder gar zu verkaufen. Das Tagungshotel hatte zuletzt jährlich rund 4000 Gäste und 10 000 Übernachtungen.

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