Diskutierten in der Heimatbühne: (v. re.) Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber (CSU), Innenstaatssekretär Gerhard Eck, die Bürgermeister Thomas Holz (Kochel/CSU) und Klaus Rauchenberger (Jachenau/FW) und Landrat Josef Niedermair (FW).
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Diskutierten in der Heimatbühne: (v. re.) Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber (CSU), Innenstaatssekretär Gerhard Eck, die Bürgermeister Thomas Holz (Kochel/CSU) und Klaus Rauchenberger (Jachenau/FW) und Landrat Josef Niedermaier (FW).

Besuch vom Innenstaatssekretär in Kochel

Kampf gegen Ausflügler-Ansturm: Walchensee-Konzept nimmt klare Züge an

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Das Walchensee-Konzept nimmt immer klarere Züge an. Es geht darum, den Ansturm an Ausflüglern besser zu handhaben. Auch Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) saß mit am Runden Tisch.

Kochel am See/Jachenau – „Corona wird uns auch in diesem Sommer begleiten. Wir wissen noch nicht, wie stark wir überlaufen werden“, sagte Bürgermeister Thomas Holz (CSU), als nach der Beratung an einem Runden Tisch am Dienstag abends die Ergebnisse der Presse vorgestellt wurden. Er hoffe sehr, dass die Maßnahmen greifen, denn die örtliche Bevölkerung werde „teils über die Grenzen hinaus belastet“.

Den Runden Tisch zum Walchensee-Konzept gibt es seit zwei Jahren unter der Leitung von Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU). Neben den beiden Gemeinden Kochel und Jachenau sind Vertreter des Landratsamts, der Staatsforsten, der Polizei und des Zweckverbands Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland sowie der Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber (CSU) daran beteiligt. Es gehe nicht darum, den Tourismus zu bekämpfen, sagte Eck. „Sondern wir müssen Spielregeln aufstellen.“ Schließlich hätten auch die Menschen in der Region ein „Recht auf Lebensqualität“.

Walchensee-Konzept: Ausflügler überrennen Region - Kritik aus den Gemeinden

„Es wurden viele Grundlagen für das weitere Vorgehen geschaffen“, sagte Landrat Josef Niedermaier (FW) nach der Zusammenkunft. Es sei aber auch klar, „dass manches nicht so leicht geht“. 14 Punkte – von der Verkehrsanalyse über ein Parkleitsystem bis hin zu Bußgeldern – hatten sich die Beteiligten vorgenommen und gingen sie Schritt für Schritt durch. Zum Beispiel die neuen, gebührenpflichtigen Parkplätze, die Kochel und Jachenau geschaffen haben und bewirtschaften. Die Gebühren sind unterschiedlich hoch und betragen in Kochel inklusive Kurbeitrag acht Euro, in Jachenau inklusive Mautstraße am Südufer zehn Euro. Die Entscheidung habe „jeder Gemeinderat für sich getroffen“, sagte Kochels Bürgermeister Holz auf die Frage nach einer einheitlichen Gebühr. Überhaupt müsse man jetzt in diesem Sommer „erst einmal schauen, wie die Parkplätze angenommen werden und wie sich alles einspielt“, sagte Jachenaus Bürgermeister Klaus Rauchenberger.

Neue Ergebnisse zum Walchensee-Konzept: So will man den Ausflügler-Strom besser handhaben

Beide Rathäuser bekommen für die Einführung viel Kritik, auch von Einheimischen. Holz stellte nochmal klar: Die 35-Euro-Jahreskarte, die die Kochler Verwaltung ausstellt, gilt für Personen, die einen Erstwohnsitz in der Gemeinde haben sowie für Menschen, die in Kochel ihren Beruf haben oder eine Ausbildung machen. So regle es die Kurbeitragssatzung. „Wenn Kochler nach Penzberg zum Einkaufen fahren, müssen sie dort auch Parkgebühren bezahlen“, argumentiert Holz. Und noch etwas: „Jeder Gast kann bei uns kostenlos mit dem Bus fahren. Und genau das wollen wir: das Urlauber öffentliche Verkehrsmittel benutzen.“ In der Jachenau, so Rauchenberger, können Inhaber der Gästekarte am Walchensee kostenlos parken.

Kochel/Walchensee: Bauarbeiten bis zu den Sommerferien - Polizei will vermehrt kontrollieren

In der Jachenau werden Mitte Mai die Arbeiten für die Ausweichparkplätze sowie für die Verlegung der Mauthäuschen beginnen, berichtete Rudolf Plochmann, Leiter des Forstbetriebs Bad Tölz. Aus naturschutzrechtlichen Gründen dürfe man mit diesen Arbeiten nicht vor dem 15. Mai beginnen. „Wir hoffen, dass wir die Baumaßnahmen innerhalb von sechs bis acht Wochen abschließen können.“ Das sei nicht ganz leicht, schließlich gebe es diverse Tiefbaumaßnahmen. „Unser Ziel ist, dass wir vor den Sommerferien fertig sind.“

Ausflügler-Region am Walchensee: Radweg am Westufer in Planung

Die Polizei will punktuell immer wieder Schwerpunkt-Einsätze in der Walchensee-Region machen, sagte der neue Polizei-Vizepräsident Frank Hellwig. Er bedauerte, dass man keine ständigen Kontrollen durchführen könne. „Aber an Hotspot-Tagen werden wir Flagge zeigen.“ Die Überwachung der Parkbereiche übernehmen die Mitarbeiter des Zweckverbands Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland. Man habe für diese Aufgaben im Einzugsgebiet mittlerweile fast 50 Mitarbeiter, sagte Geschäftsführer Michael Braun. Weitere Kräfte werden gesucht. Ein Problem ist bislang, dass die Bereiche unterschiedlich geahnet werden – es gibt Stellen, an denen müssen Ranger Falschparker im Landschaftsschutzgebiet melden, für andere Flächen ist der Zweckverband zuständig. „Wir arbeiten an einer einheitlichen Lösung. Es wird eine Anweisung vom Ministerium geben“, sagte Landrat Niedermaier.

Bei der Besprechung in Kochel ging es auch um einen möglichen Radweg am Walchensee-Westufer. Die Situation ist aufgrund Wasser, Felsen, Gebirge und Bundesstraße sehr komplex. Im vergangenen Sommer gab es einen Termin vor Ort am See. Nun, berichtete Eckl, habe man im Staatlichen Bauamt die Planungsphase eingeleitet, um zu sehen, wie eine mögliche Trassenführung aussehen könne. Erst dann werde man über die Finanzierung sprechen. „Uns liegt allen viel an diesem Radweg“, betonte Landrat Niedermair nochmal die Bedeutung.

Am Südufer soll es ein Leitsystem für die Mautstraße geben: Sei das Gebiet überfüllt, sollen das Anreisende auf den Zubringerstraßen rechtzeitig erfahren.

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