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Planungen in Auftrag gegeben: Die beiden Mautstellen an der Süduferstraße am Walchensee sollen versetzt und mit Parkplätzen sowie Radar-Technik versehen werden. 

Große Runde im Ministerium

Walchensee-Konzept: 200 neue Parkplätze an den Mautstellen

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Im Innenministerium wurden nun in großer Runde die nächsten konkreten Umsetzungsschritte besprochen.

Jachenau/Kochel am See – Das Walchensee-Konzept soll nicht nur ein Stück Papier bleiben. Nun gab es in München erneut eine Besprechung.  Was zeitnah verwirklicht werden könnte: Die Mautstellen am westlichen und östlichen Ende der Straße am Südufer sollen verlegt werden. An den beiden Stellen sind insgesamt 200 zusätzliche Parkplätze vorgesehen. Außerdem liegen nun Ergebnisse einer aufschlussreichen Verkehrszählung vor.

Laut einer Mitteilung des Landratsamts hatte Staatssekretär Gerhard Eck vergangenen Mittwoch Vertreter der beiden Gemeinden Kochel am See und Jachenau, des Landratsamts, der Staatsforsten, der Regierung von Oberbayern sowie der Polizei ins Ministerium nach München eingeladen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Dabei ging es unter anderem um eine Verkehrszählung, die das Staatliche Bauamt Weilheim im Juli und August 2019 durchgeführt hatte. Eine solide Datenbasis als Grundlage für alles Weitere: Das war einer der 14 Punkte, die das Walchensee-Konzept vorsieht.

Die Ergebnisse würden „fachlich weiter ausgewertet“, heißt es in der Mitteilung. Aber erste Erkenntnisse gebe es schon: So sei die Zahl der Fahrzeuge in der Walchenseeregion an einem schönen Wochenendtag mehr als doppelt so hoch als an einem „normalen Tag“ und klettere in den fünfstelligen Bereich.

Bemerkenswert: „An diesen schönen Tagen sind in beiden Fahrtrichtungen mehr als 50 Prozent der Fahrzeuge auf der B 11 zwischen Kochel am See und Walchensee dem Durchgangs- beziehungsweise dem Umfahrungsverkehr bei Stau am Autobahnende der A95 bei Oberau zuzurechnen.“ Dazu sagt Kochels Bürgermeister Thomas Holz: „Diese Erkenntnisse sind wichtig, um die Stoßrichtung der weiteren Maßnahmen festzulegen.“ Es gehe darum, Verkehr aus Kochel herauszubringen, der die Gemeinde selbst eigentlich nicht betreffe. „Dazu brauchen wir die Hilfe der übergeordneten Behörden.“

Eine Maßnahme, die laut Mitteilung „auf den Weg gebracht“ ist, ist die Versetzung der Mautstellen. Hier soll vermieden werden, dass sich der Verkehr auf die B 11 beziehungsweise Richtung Jachenau zurückstaut. Wenn die Mautstraße wegen Überfüllung gesperrt wird, sollen die Autofahrer hier die Möglichkeit haben umzudrehen oder ihr Auto auf einem Ausweichparkplatz stehen zu lassen.

Der Forstbetrieb habe dazu nun erste Planungsunterlagen erstellen lassen und werde „zeitnah die erforderlichen Genehmigungen für rund 200 zusätzliche Parkplätze beantragen“. Zudem sei vorgesehen, die Mautstellen mit Radar-Technik auszustatten, die für ein Parkleitsystem nötig ist. Jachenaus Bürgermeister Georg Riesch, der die Versetzung der Mautstellen seit Langem fordert, bezeichnet diese Maßnahme als „bedeutenden Schritt zur Umsetzung des gesamten Konzepts“ und ist sich darin einig mit Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann.

Kesselberg: 2019 weniger Unfälle, weil mehr Verkehr herrschte

Gesprochen wurde außerdem über einen kombinierten Fuß- und Radweg zwischen Urfeld und Walchensee, wie ihn der Kochler Rathauschef Holz fordert. Das Problem dabei: Die Topografie zwischen der Felswand auf der einen und dem steilen Seeufer auf der anderen Seite ist kompliziert. Daher seien noch detaillierte Planungen nötig, „um überhaupt eine realistische Kostenschätzung zu erhalten“, heißt es in der zwischen den Beteiligten abgestimmten Pressemitteilung.

„Das sind erst die ersten Mosaiksteine für die Bewältigung der in dieser Region insgesamt anstehenden Probleme durch den Erholungsdruck“, sagt Innenstaatssekretär Gerhard Eck. Er kündigt an, weiterhin „mit Nachdruck“ die Umsetzung des Walchensee-Konzepts voranzutreiben.

In der Kochler Gemeinderatssitzung an diesem Dienstag (19 Uhr, Rathaus) will Bürgermeister Holz noch einmal näher auf das Treffen und seine Ergebnisse eingehen.

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Um eine weitere Maßnahme für den Walchensee geht es derweil am Mittwoch an anderer Stelle: Der Kreistag entscheidet in seiner Sitzung um 14 Uhr über den Kreishaushalt. Der umfasst auch den Stellenplan des Landratsamts, und der wiederum beinhaltet die Einstellung von zwei Walchensee-Rangern. Die CSU-Kreistagsfraktion hat den Stellenplan wie berichtet im Kreisausschuss abgelehnt. Holz, der dem Kreisausschuss selbst nicht angehört – wohl aber der CSU-Kreistagsfraktion – hatte allerdings umgehend betont, dass die Walchensee-Ranger „dringend benötigt“ würden.

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