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Gut 150 Walchenseer waren am 13. Oktober unter dem Motto „Uns stinkt’s“ auf die Straße gegangen.

Aus dem Kochler Gemeinderat

Walchensee-Konzept: Das ist der Sachstand

Seit Monaten wird an einem Konzept gearbeitet, um die Bürger der Walchensee-Region zu entlasten.  Nach öffentlicher Kritik wehrte sich der Kochler Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung gegen den Vorwurf, es würde nichts vorwärts gehen.

Kochel am See/Walchensee – Mit dem Walchensee-Konzept soll der zunehmende Freizeitdruck auf das Gebiet in geordnete Bahnen gelenkt werden. Es geht um Strategien, wie der Massenansturm, die steigende Verkehrsbelastung samt Lärmbelästigung, die Vermüllung oder auch das wilde Parken in den Griff zu bekommen sind. Grund für die ausführlichen Erläuterungen von Rathauschef Thomas Holz in der Sitzung am Dienstag zum Stand der Dinge beim Walchensee-Konzept waren die vom Walchenseer Gemeinderat Reinhard Dollrieß (Freie Wähler) in der Oktober-Sitzung eingereichten Anträge. Darin wurde die Gemeinde Kochel nach der Demonstration von Walchenseer Bürgern am 13. Oktober (wir berichteten) nachdrücklich zum Handeln aufgefordert. „Die Zeit des Redens, Erklärens und Verhinderns ist vorbei“, hieß es in einem Antrag.

Vor allem ein Satz ärgert den Bürgermeister

Vor allem dieser Satz ärgerte Holz. Denn dadurch würde der Eindruck vermittelt, die Gemeinde tue nichts. Doch das stimme nicht, sagte Holz in der Sitzung, zu der auch zahlreiche Zuhörer aus Walchensee gekommen waren. Der Bürgermeister betonte, dass der Weg zu einem Konzept, das auch umgesetzt werden könne, nun einmal schwierig und langwierig sei. In den vergangenen Wochen hätten viele intensive Gespräche mit Fachbehörden stattgefunden, um zunächst einmal die Machbarkeit verschiedener Maßnahmen herauszufinden. Teilweise sei man auch schon dabei, an ihrer Umsetzung zu arbeiten: So seien Verstöße gegen das Landschaftsschutzgesetz bereits im Sommer strikter geahndet worden.

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Noch in der Dezember-Sitzung soll ein Vorbescheids-Antrag zur Verbesserung der sanitären Situation am See auf den Tisch kommen. Und ein Antrag für den Einsatz von Rangern am Walchensee – ähnlich wie dem an der Isar – liege bereits beim Landrat auf dem Tisch, sagte Holz.

Auch Verbesserungen beim Öffentlichen Personennahverkehr seien bereits erzielt worden, weitere würden folgen: Ab Mitte Dezember etwa werde der Linienbus zwischen Kochel und Garmisch-Partenkirchen „wesentlich attraktiver verkehren“, sicherte Holz zu. Derzeit würden außerdem die Daten der Verkehrszählung ausgewertet. „Ergebnisse werden spätestens Anfang 2020 vorliegen“, sagte der Bürgermeister.

Wortmeldungen von Bürgern nicht erwünscht

Um eine einheitliche Beschilderung am Walchensee zu realisieren und wildes Parken zu verhindern, sei zu Jahresbeginn außerdem eine gemeinsame Verkehrsschau mit der Polizei und dem Staatlichen Bauamt geplant. Und um einheitliche Parkgebühren durchzusetzen, sei in den ersten Monaten 2020 ein Gespräch mit den Parkplatzbetreibern geplant. Auch an dem Ziel, ein Parkleitsystem einzuführen, werde „sehr intensiv“ gearbeitet. Es gebe bereits „eine Grundidee, wie das künftig funktionieren könnte“. Konkreter wollte Holz nicht werden.

Nach den Ausführungen zog Dollrieß die Anträge zurück und dankte der Gemeinde für ihre Arbeit. Wortmeldungen von Bürgern wurden nicht zugelassen. Norbert Warga (SPD) forderte, Holz solle künftig in jeder Sitzung einen „Fortschrittsbericht“ präsentieren – eine Forderung, die Holz ablehnte. (Franziska Seliger)

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