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Tretboot voller eiskaltem Wasser: Junges Paar gerät auf Walchensee in Lebensgefahr - Großalarm folgt

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Von: Christiane Mühlbauer

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Die Wasserwacht Walchensee schleppte das manövrierunfähige Tretboot an Land.
Die Wasserwacht Walchensee schleppte das manövrierunfähige Tretboot an Land. © Grünwald

Der Wind am Walchensee kann tückisch werden. Ein Mann und eine Frau, die mit einem Tretboot unterwegs waren, gerieten deshalb auf dem Walchensee in Lebensgefahr.

Walchensee – Aufgrund eines Großalarms am Walchensee waren am Ostersonntag dutzende Rettungskräfte, sowohl aus dem ganzen Landkreis als auch aus Österreich, auf dem Weg an den Walchensee. Dort waren Personen auf einem Tretboot in Seenot geraten, es bestand Lebensgefahr. Weil bei dem Notruf unklar war, wie viele Personen auf dem Tretboot waren, möglicherweise auch ein Kind, wurde Großalarm ausgelöst.

Walchensee: Tretboot-Fahrer kämpfen mit starkem Wellengang und eiskaltem Wasser

Wie die Wasserwacht Walchensee auf Nachfrage berichtet, waren ein Mann und eine Frau, beide Ende 20, aus dem Gemeindegebiet Kochel nachmittags in der Urfelder Bucht mit ihrem Tretboot zu einem Ausflug aufgebrochen. Sie fuhren in Richtung der Insel Sassau. „Den beiden war nicht bewusst, dass es nach Verlassen der Urfelder Bucht möglich sein kann, dass der Wind sehr stark wird“, sagt Lisa Grünwald von der Wasserwacht. So kam es dann auch. Die beiden jungen Leute stellten fest, dass sie nicht mehr gegen den Wind ankamen, der ihnen auf dem Rückweg zum Verhängnis wurde. Möglicherweise war auch das Boot beschädigt. „Es begann jedenfalls mit Wasser vollzulaufen“, berichtet Grünwald. Das Wasser hatte nur eine Temperatur von 6,5 Grad, und der Wellengang war stark. Die Frau und der Mann, die beide keine Schwimmwesten trugen, waren panisch, als sie den Notruf absetzen.

Walchensee: Drei Hubschrauber und dutzende Rettungskräfte auf dem Weg zum See

Alarmiert wurden nicht nur die Wasserwachten aus Walchensee, Kochel, Krün-Wallgau, Tölz und Penzberg, sondern auch fünf Rettungswagen, zwei Notärzte und drei Hubschrauber: „Der ,Edelweiß‘ von der Polizei verfügt über eine Winde, mit der man Personen aus dem Wasser ziehen kann“, berichtet Grünwald. Zudem wurden „Christopherus“ und „Robin“ aus Österreich angefordert.

Walchensee: Tretboot-Ausflügler waren in Panik

Die Wasserwacht Walchensee lokalisierte die Tretbootfahrer rasch, auch der Hubschrauber „Edelweiß“ war schnell am See. „Das Boot war ziemlich voll mit Wasser und manövrierunfähig“, berichtet Grünwald. Die beiden Fahrer seien in panischer Angst vor dem Ertrinken gewesen. Die Wasserwacht nahm sie ins Boot auf, brachte sie an Land und versorgte sie. Anschließend wurde das Tretboot eingeholt. Die weiteren Rettungsdienste konnten zwischenzeitlich wieder abbestellt werden. „Die Situation zeigt, dass man den See nicht unterschätzen darf“, sagt Lisa Grünwald. Der Wind am Walchensee sei oft tückisch.

Am Ostermontag brauchte ein Surfer Hilfe am Walchensee: Spaziergänger am Ufer erkennt Notlage

Eine ähnliche Situation gab es auch am Ostermontag, diesmal war jedoch ein Surfer betroffen. Sein Glück war, dass ihn ein Fußgänger am Seeufer längere Zeit beobachtete und feststellte, dass der Sportler Hilfe brauchte. Auch er wurde dem Wind nicht Herr und konnte sein über acht Quadratmeter großes Segel nicht mehr in Position bringen. Der Fußgänger alarmierte schließlich die Rettungskräfte. „Der Zeuge hat absolut richtig gehandelt“, lobt Alois Grünwald von der Wasserwacht, die ausrückte und dem Sportler – ein Mann Ende 40 aus dem Landkreis Starnberg – half.

Walchensee: Surfer hatte Glück im Unglück

Der Surfer war erfahren und „optimal ausgerüstet“, berichtet Grünwald. Nach der langen Zeit im Wasser war er jedoch trotz Neoprenanzugs unterkühlt. „Der Wind hätte ihn auf die Insel Sassau zugetrieben, das wäre sein Glück gewesen.“ Wäre es in die andere Richtung, also quer über den See gegangen, hätte die Lage auch für ihn lebensbedrohlich werden können.  

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